Warum Kinder Religionsunterricht bekommen müssen

Ich war gerade im Gespräch mit Lehrer Meyer, als eine kurzgewachsene, blonde Frau mit Pferdeschwanz auf ihn zustürzte und gleich zur Sache kam: „Wie kann ich meinen Sohn möglichst schnell vom Religionsunterricht befreien?“, fragte sie mit osteuropäischem Akzent. „Wissen Sie, wir sind nicht wie Sie, wir sind orthodox, das ist ganz anders.“

…  Ich war verwirrt. Wieso können Kinder einfach dem Religionsunterricht fernbleiben? Und was bitte hat der eigene Glaube damit zu tun?

Der komplette Schwachsinnsartikel auf SPIEGEL ONLINE.

  1. #1 von Unechter Pole am 9. Oktober 2016 - 15:57

    Das ausgerechnet Der Spiegel einen offenen Aufruf zur Abschaffung vonReligionsfreiheit in Deutschland veröffentlicht, halte ich für wirklich beschämend. Selbst von der ****-Zeitung hätte ich nicht sowas erwartet.

    Das einzig gute dran sind die Leserstimmen unter dem Artikel, die sich überwiegend sehen lassen. Alle Manipulationen und Lügen werden dort mehrfach präzise auseinandergenommen, genauso wie der insgesamt totalitäre Gedanke, die Religion der 55 % der Landeseinwohner nicht nur den Kindern dieser, sondern allen Kindern aufzuzwingen.

  2. #2 von Skydaddy am 9. Oktober 2016 - 16:32

    Ich meine, die Autorin sollte ihr Pseudonym ändern von „Juno Vai“ in „Juno Nassing“.

  3. #3 von Sinnlos2 am 9. Oktober 2016 - 17:13

    Die schließt bestimmt die Kommentarfunktion und wird keine einzige, kritische Mail beantworten -_-

  4. #4 von drawingwarrior am 9. Oktober 2016 - 20:10

    Der klassische Fehler ist die Annahme, dass die Religion der Eltern zwingend auch die der Kinder ist.
    Der Fehler liegt in der Verweigerung eines eigenen Personenrechtes für Kinder, die immer noch als Appendix der Eltern gelten.
    Wenn wir Religionsfreiheit als ein individuelles Menschenrecht ansehen, dann glit dies für jedes Individuum, egal ob es 1 Jahr oder 100 Jahre alt ist.
    Und es gilt hier der Grundsatz, dass ein fehlendes Votum des Kindes nicht durch ein stellvertretendes Votum ersetzt werden darf, sondern bis zur Mündigkeit ausbleiben muss, weil es sonst keine Entscheidung des Indiviuums ist, sondern eine kollektive.
    Ich kann auch nicht im Namen und mit der Stimme meiner 3 jährigen Tochter eine politische Partei wählen.

  5. #5 von Unechter Pole am 9. Oktober 2016 - 20:34

    @drawingwarrior
    Der Tenor des Artikel ist aber ein anderer. Die religiotische Verfasserin ist der Meinung, dass nicht nur für Kinder, sondern nicht mal für ihre Eltern die Religionsfreiheit (als „stellvertetendes Votum“) gilt und dass alle Kinder ungeachtet der Religionszugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit (egal ob ihrer eigenen oder der Eltern) den Religionsunterricht einer der beiden halben Amtskirchen besuchen müssen.

  6. #6 von Elvenpath am 9. Oktober 2016 - 20:53

    Der Artikel ist eine absolute Frechheit. Da wird der Religionsunterricht als reine, objektive Wissensvermittlung, quasi als Geschichtsunterricht dargestellt und der missionarische Charakter geleugnet.

  7. #7 von HInterfragerin am 9. Oktober 2016 - 20:57

    Hätte fast eine wutschnaubende Mail an die Dame verfasst, aber die Kommentatoren haben alles bereits gesagt.

    Zu behaupten, die Weigerung anders- oder nichtgläubiger Eltern, das eigene Kind in einen konfessionell geprägten Religionsunterricht zu schicken – wohl fast immer katholisch oder evangelisch – sei der Weigerung gleichzusetzen, das eigene Kind aus religiösen Gründen nicht am Schwimmunterricht teilnehmen zu lassen, ist absurd. Im einen Fall wird das Kind aus ideologischen Gründen am Erlernen einer Kulturtechnik gehindert, im anderen Falle verwahren sich Eltern gegen einen ideologisch geprägten Unterricht.

    Man fragt sich, um sie auch so reden würde, wenn Ihre Kinder die freie Wahl zwischen islamischem oder hinduistischem Reliunterricht hätten…

    „Schule bedeutete auch, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die einem unangenehm oder lästig sind. Es ist nicht nur ein falsches pädagogisches Signal, religionskritischen oder andersgläubigen Schülern das Fernbleiben vom Religionsunterricht zu erlauben. Es macht auch den Diskurs zwischen den Schülern um einiges ärmer.“

    Dieser Diskurs würde von einem gemeinsamen (!) weltanschaulich neutralen (!) Unterricht profitieren. Sicher nicht davon, auch noch den Kindern nicht- und andersgläubiger Eltern das Auswendiglernen der Gebote, das Nacherzählen von Bibelgeschichten u.ä. aufzuzwingen. So sieht nämlich gerade bei den Kleineren das Ganze meist immer noch aus…

    Wobei ich mir das Ganze gerade bildlich vorstelle: Der katholische Relilehrer vor fünf Kinder katholischer Eltern, 15 Kindern andersgläubiger Eltern und 10 Kindern nichtgläubiger Eltern so sähe das bei uns im, Viertel wohl aus. Wenn ich bedenke, wie wir „Wüstgläubigen“, wenn wir mal mit in den katholischen Unterricht mussten, weil der evangelische Lehrer krank war, schon an Schweißperlen auf die Stirn des armen Lehrers getrieben haben…. Dumm nur, dass bei dem, was der Dame vorschwebt, dennoch Noten vergeben werden würden.

    Ich finde es jedenfalls ziemlich frech, sich in dieser Form in die Belange anderer Eltern einzumischen. Ich stelle mir gerade vor, sie erzählt gerade dem Lehrer, wie toll der Reliunterricht ist, und ich komme dazu und mische mich ein: Reliunterricht hat an staatlichen Schulen nichts zu suchen, und überhaupt, wer seine Kinder in den Reliunterricht schickt kann nur ideologisch verbohrt sein…

  8. #8 von Michael am 9. Oktober 2016 - 21:38

    Warum Kinder Alchemie-Unterricht bekommen müssen: Die müssen schließlich was über Stoffe und so lernen. Am meiner früheren Schule gab es dazu Chemieunterricht. Den fand ich sehr informativ. Er wurde aber hier wegen Finanz- und Lehrermangel gestrichen. Daher ist es jetzt wichtig, Alchemie als Pflichtfach anzubieten!

    Habe ich die Logik richtig wiedergegeben?

  9. #9 von Unechter Pole am 9. Oktober 2016 - 21:46

    @Michael
    Du hast vergessen zu vermerken, dass im Alchemieunterricht darauf geachtet wird, wer bei Bombenbauübungen besonders gute Bomben baut und dass die Explosionsfolgen einer besonders gut gebauten Bombe besprochen werden, als Vorbeugung von Bombenanschlägen.

  10. #10 von Fabian am 9. Oktober 2016 - 22:14

    Nicht der Religionsunterricht ist das Problem, sondern die Bekenntnisorientierung.

  11. #11 von Unechter Pole am 10. Oktober 2016 - 00:04

    @Fabian
    Ein interkonfessioneller UND pflichtlicher Religionsunterricht wäre sehr wohl ein Problem. Das Problem ist die Religionsorientierung des Bekenntnisunterrichtes. Mehr als im Erlernen von Regeln bestimmtes Bekentnisses liegt das Problem darin, dass Religionen (selbst durch Hervorhebung als eigenes Schulfach) als etwas Wertvolles und Respektverdienendes oder überhaupt etwas Lebenswichtiges dargestellt werden. Sowas – dazu unter einem Deckmantel des „Neutralen“ – wäre ein schlimmerer Propagandagift, als alle mehr oder minder stupide christliche Geschichten.

  12. #12 von Willie am 10. Oktober 2016 - 05:39

    Sie liegt bereits auf der Couch ….. 😉

  13. #13 von Fabian Hoemcke am 10. Oktober 2016 - 09:38

    @unechter Pole
    Ich habe nicht dafür plädiert diesem Unterricht ein eigenes Fach zu widmen ist dieses Religionsunterricht zu nennen. 😉