„Großer Supermarkt“: Abdel-Samads neue Korankritik

Mit einem „großen Supermarkt“ vergleicht der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad den Koran, die heilige Schrift der Muslime, in seinem neuen kritischen Buch „Der Koran. Botschaft der Liebe. Botschaft des Hasses“.

[http://religion.orf.at/stories/2799076/

  1. #1 von Noch ein Fragender am 7. Oktober 2016 - 09:48

    Erinnert mich an den „großen Supermarkt“ der Christen.

    Mit der Bibel ist seit 2000 Jahren auch alles Mögliche gerechtfertigt worden:

    Sklaverei und Abchaffung der Sklaverei,
    Ablehnung der Menschenrechte und Befürwortung der Menschenrechte, Feudalismus und Demokratie,
    Todesstrafe und Ablehnung der Todesstrafe
    Antijudaismus und christlich-jüdische Zusammenarbeit
    Judenmission und Ablehnung der Judenmission
    und und und

    Lestipp: Andreas Edmüller, Die Legende von der christlichen Moral: Warum das Christentum moralisch orientierungslos ist, 2015

  2. #2 von Skydaddy am 7. Oktober 2016 - 11:09

    @NeF:

    Andreas Edmüllers Buch kann ich auch nur empfehlen. Es ist nicht nur eine Kritik am Moralanspruch des Christentums, die an Klarheit nichts zu wünschen lässt, sondern Edmüller erklärt auch, welche Voraussetzungen ein Moralsystem erfüllen muss (z.B. für alle nachvollziehbar, hinreichend eindeutig, widerspruchsfrei usw.).

  3. #3 von Robert Marxreiter am 7. Oktober 2016 - 15:27

    @Skydaddy: Ich gehe einen Schritt weiter und sehe Moralsysteme generell als ungeeignete Quelle ethischen Verhaltens. Moralsysteme sind schließlich willkürlich definiert, unterscheiden sich fundamental untereinander und bieten keine Methode an, zu bewerten, welches nun das bessere ist. Ein Moralsystem, das widerspruchsfrei ist, ist nach meiner Auffassung nicht möglich, da ein Moralsystem aus festen, nicht wandelbaren Regeln besteht und sich daher einer Weiterentwicklung durch neue Erkenntnisse erwehrt. Anstelledessen sehe ich die Ethik als einzig sinnvolle Methode, besseres von schlechterem Verhalten abzugrenzen und man sollte Moralvorstellungen lediglich als pragmatischen Konsens betrachten, der dem Zeitgeist unterworfen ist und im Zweifelsfall stets mit Hinblick auf seine ethische Herkunft bewertet werden sollte.

  4. #4 von Skydaddy am 7. Oktober 2016 - 16:02

    @Robert Marxreiter:

    Zustimmung. Muss noch mal schauen, was Erdmüller dazu geschrieben hat.