Entlassener katholischer Religionslehrer scheitert in Straßburg

Der Kläger arbeitete bis 2006 in Kroatien an zwei staatlichen Schulen als Lehrer für katholische Religion. Dazu hatte er die offizielle kirchliche Lehrerlaubnis. Als er sich scheiden ließ und ein zweites Mal standesamtlich heiratete, entzog ihm die Erzdiözese Rijeka unter Verweis auf die kirchliche Lehre von der Unauflöslichkeit die Ehe die Lehrbefugnis. Die Schulen entließen den Lehrer.

[http://www.domradio.de/themen/menschenrechte/2016-10-04/entlassener-katholischer-religionslehrer-scheitert-strassburg

  1. #1 von frater mosses zu lobdenberg am 4. Oktober 2016 - 23:27

    Das müssen diese christliche Nächstenliebe und Vergebung sein, von denen man immer hört …

  2. #2 von user unknown am 5. Oktober 2016 - 02:17

    Papst Franziskus wirbt für mehr Barmherzigkeit in der Anwendung der kirchlichen Morallehre, hält aber gleichzeitig grundsätzlich an den kirchlichen Normen fest.

    Wieder so ein Fall, wo vage Ankündigungen groß aufgebauscht werden – Papst Franziskus, der neue Messias! – dann wird jahrelang getagt und beraten. Der Berg kreiste und gebar eine Maus.

    Am Ende steht dann eine Extrafürbitte für die gescheiterten Christen im Kirchendienst an Fronleichnahm o.ä.

    Die Gläubigen hoffen dann auf den nächsten Papst, der sicher der neue Messias sein wird, und wichtige Reformen anstrebt.

  3. #3 von Friedensgrenze am 5. Oktober 2016 - 04:07

    Das Gericht sagt es deutlich. Die katholische Kirche darf so Scheiße sein.

  4. #4 von t.nor am 5. Oktober 2016 - 08:23

    Sollte man aber schon wissen, wenn man sich als katholischer Religionslehrer scheiden lässt. Weshalb hat er diesen Quatsch studiert.

  5. #5 von Yeti am 5. Oktober 2016 - 13:01

    Wenn die Kirche meint, die Ehe sei „unauflöslich“, warum kündigt sie dann jemandem, der etwas tut was nicht möglich ist?

  6. #6 von Deus Ex Machina am 5. Oktober 2016 - 18:01

    Die Kirche hat Recht daran getan, so einen unfähigen Typen zu feuern. Nicht etwa, weil er wieder geheiratet hätte. Sondern er soll doch Lehrer sein und weiß nicht mal, was ihm im Falle von Scheidung und erneuter Heirat blüht? Ts ts ts, kein kompetenter Vermittler katholischer Inhalte.
    Die gerechte Strafe dafür, im Strom mitzuschwimmen und eine unmenschliche Lehre zu verbreiten. Gibt ihm hoffentlich zu denken.

  7. #7 von frater mosses zu lobdenberg am 6. Oktober 2016 - 00:56

    Gute Frage, Yeti; insbesondere, wenn man bedenkt, dass „etwas tun, was nicht möglich ist“ eine umständliche Umschreibung für „Wunder wirken“ ist.

  8. #8 von Monika am 9. Oktober 2016 - 12:24

    frater mosses zu lobdenberg, Nächstenliebe und Vergebung sind nicht gleichbedeutend mit Prinzipienblosigkeit. Auch, wenn Sie diesen Unterschied nicht erkennen können sollten.

  9. #9 von Skydaddy am 9. Oktober 2016 - 12:59

    @Monika:

    Das Problem der Religionen ist nicht, dass sie ZU WENIG Prinzipien hätten, sondern dass sie ZU VIELE Prinzipien haben.

    Entweder, man betreibt Prinzipienreiterei, oder man wägt berechtigte Interessen gegeneinander ab und versucht, sie zu einem möglichst schonenden Ausgleich zu bringen.

    Im Recht und in der Gesellschaft wird das zum Glück seit einiger Zeit weitestgehend praktiziert. Speziell die katholische Kirche beharrt aber weiter auf ihrer primitiven (und biblischen) Prinzipienreiterei.

  10. #10 von Deus Ex Machina am 9. Oktober 2016 - 14:09

    “ Auch, wenn Sie diesen Unterschied nicht erkennen können sollten.“

    –> Nun, wenn der Mann nach wie vor erwerbslos bleibt, weil er nicht arbeiten DARF, ist die „Vergebung“ der Kirche ziemlich für den Arsch.
    Und dass jemand nicht mehr seinen Lebensunterhalt unehrlich (ist ja ein Reli-Lehrer) erarbeiten kann, zeugt auch nicht von Nächstenliebe.
    Ergo, all ihre wohlfeilen Phrasen kann die Kirche sich gerne mal an den Hut stecken. Sie sind leere Hüllen.

  11. #11 von Deus Ex Machina am 9. Oktober 2016 - 14:11

    Und den sogenannten „Unterschied“ bilden sich die Gläubigen nur ein.