Umfrage: Mehrheit für Werteunterricht statt Religionsunterricht

Mehr als zwei Drittel der Deutschen befürworten laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „YouGov“ die Abschaffung des Religionsunterrichts an Schulen.

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[http://www.jesus.de/blickpunkt/detailansicht/ansicht/werteunterricht-statt-religionsunterricht206659.html

  1. #1 von Hypathia am 29. September 2016 - 14:34

    Na dann wird’s ja endlich Zeit den Reliunterricht auf dem Müllhaufen der Geschichte zu entsorgen. 😁

  2. #2 von m0ebius am 29. September 2016 - 16:41

    Dazu müsste man das Grundgesetz (Artikel 7 Absatz 3) ändern. Ich hoffe, dass die Parteien mit ihrer kirchlichen Überrepräsentation dem nicht zu lange im Wege stehen, wenn es eine breite und wachsende gesellschaftliche Mehrheit dafür gibt.

  3. #3 von itna am 29. September 2016 - 20:58

    Die Mehrheit interessiert unsere „Elite“ wenig (eh zu 100% verdummbibelt).

    Sterbehilfe: 84% !! der Bevölkerung gegen eine Gesetzesänderung.
    Einzige Möglichkeit-die 2/3, die dauen sind wählen die Humanisten oder wenigstens die Piraten.

  4. #4 von Skydaddy am 30. September 2016 - 16:02

    @m0ebius:

    Das GG muss nicht geändert werden. Erstens kann allgemeiner verbindlicher Ethikunterricht zusätzlich zum RU angeboten werden.

    Das GG sieht den RU als ordentliches Fach an allen Schulen – mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen – vor.

    Folglich müssten bloß alle staatlichen Schulen als bekenntnisfrei deklariert werden – staatliche Bekenntnisschulen sind ja ohnehin nicht mehr zu rechtfertigen –, dann kann auch der RU entfallen. Keine GG-Änderung nötig.

  5. #5 von Unechter Pole am 30. September 2016 - 20:34

    @Skydaddy
    Ich habe irgendwo gelesen, dass „mit Ausnahme“ im Grundgesetz bedeute, dass es sich um eine Ausnahme von der Regelsituation handle, somit dass bekenntnisfreie Schulen eine absolute Ausnahme bleiben müssen.

  6. #6 von Jesinchen am 30. September 2016 - 20:48

    Grammatikalisch ergibt das in diesem Zusammenhang aber keinen Sinn. Die Ausnahme vom Regelfall ist in diesem Satzbau nicht die Existenz der bekenntnisfreien Schulen, sondern der Verzicht auf Religionsunterricht als ordentliches Schulfach.

  7. #7 von Unechter Pole am 30. September 2016 - 21:07

    @Jesinchen
    Auf jeden Fall war die Argumentation so, dass wenn bekenntnisfreie Schulen eine verfassungsmäßige Regel wären, würde der Artikel etwa wie folgt lauten: „Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der Bekenntnisschulen kein ordentliches Lehrfach.“

    Wobei ein weiterer Absatz dieses Artikels „Vorschulen bleiben aufgehoben“ wird weitestgehend ignoriert bzw. schöngeredet, etwa dass mit „Vorschule“ keine Vorschule gemeint ist. Die Auslegung des GG richtet sich sowieso überwiegend nicht nach Grammatik und Semantik, sondern nach den päpstlichen Orden.

  8. #8 von Unechter Pole am 30. September 2016 - 21:24

    Konkret handelt sich um das Urteil des BVerwG vom 23.02.2000, 6 C 5/99.

    Es geht natürlich nicht um die Entscheidung selbst, sondern um einen Nebensatz aus der Begründung, der jedoch die Sichtweise/Leseart des Art. 7(3) GG durch das BVerwG darlegt. BVerfG wird das sehr wohl nicht anders sehen als das BVerwG.

  9. #9 von Jesinchen am 30. September 2016 - 21:25

    Weil sie in der Verfassung definiert sind sind sie ja eine der verfassungsmäßigen Regeln. Über die Häufigkeitsverteilung macht die Verfassung keine Angaben, weswegen schon 90% aller öffentlichen Schulen der verfassungsmäßigen Ausnahme entsprechen würden.

    Das mit den Vorschulen verstehe ich nicht ganz. Die sind doch immer noch aufgehoben. Es gibt keine Vorschulen in Deutschland, weder die alten preußischen für Kinder reicher Eltern noch die Vorschulen im Gebiet der ehemaligen DDR existieren noch.

  10. #10 von Unechter Pole am 30. September 2016 - 21:44

    @Jesinchen
    Natürlich gibt es trotz „Aufgehobenbleiben“ Vorschulen, zum Bleistift:

    http://www.pbg-wiesbaden.de/de/die-schule/vorschule.html

  11. #11 von Jesinchen am 30. September 2016 - 22:59

    Mit dem Ursprung der Vorschule aus der Weimarer Verfassung hat so ein ausgebauter Kindergarten aber halt nichts zu tun, auch wenn man es seltsamerweise gerne so nennt. Aber das hat wohl damit zu tun das man dem ganzen einen elitären Anstrich geben will.
    Die angeschlossene private Grundschule hat da viel mehr einen Vorschulcharakter, da sie schon sehr zeitig eine elitäre Trennung herbeiführt. Da es aber daneben noch allgemeine, nicht kostenpflichtige Grundschulen gibt, gilt sowas wohl nicht direkt als Vorschule, da sie nicht der einzige Weg zur höheren Bildung ist.