Gott, dich gibt es nicht – oder würdest du unschuldige Kinder im Kugelhagel sterben lassen?

Fromme Christen aus freikirchlichen Vereinigungen zitieren immer wieder «Studien», die angeblich belegen, dass Beten das Leben verlängert. Man mag den Gläubigen gönnen, dass sie länger leben, weil sie Gott um Beistand bitten. Den Kausalzusammenhang darf man aber trotzdem bezweifeln.

www.watson.ch/Blogs/Sektenblog/849850605-Gott--dich-gibt-es-nicht-%E2%80%93-oder-w%C3%BCrdest-du-unschuldige-Kinder-im-Kugelhagel-sterben-lassen
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  1. #1 von Willie am 27. September 2016 - 02:39

    Fromme Christen aus freikirchlichen Vereinigungen zitieren immer wieder «Studien», die angeblich belegen, dass Beten das Leben verlängert.

    Das sollte doch dann diesen Christen ein Beweis dafür sein, dass dieser Gott ein Scheusal ist. Der läßt sie wegen dummer Worte länger leben, aufdass sie a) länger an dem sterblichen Mensch sein leiden und b) weniger Zeit im Himmelreich mit ihrem Guru Jesus verbringen können.

  2. #2 von 8tung am 28. September 2016 - 16:15

    Gott ist ein Hirngespinst. Deswegen kann er (den es gar nicht gibt) auch kein Kind vor dem Kugelhagel retten.

  3. #3 von Yeti am 28. September 2016 - 20:56

    @Willie:

    Der läßt sie wegen dummer Worte länger leben, aufdass sie a) länger an dem sterblichen Mensch sein leiden und b) weniger Zeit im Himmelreich mit ihrem Guru Jesus verbringen können.

    Hmm. Meiner Meinung nach bedeutet für einen landläufigen Christen eine „Ewigkeit“ eher so viel wie „ein wenig länger als ich mir selbst aussuchen würde“, wenn es um irdische Dinge geht (das Finanzamt braucht mal wieder eine Ewigkeit und drei Tage für die Steuerrückerstattung). Da machen plus/minus zehn Jahre schon einen Unterschied.

    Die himmlische Ewigkeit ist „von irgendwann an bis in alle Ewigkeiten“. Also eher Meta-ewig. So wirklich ewig. Und es könnte auch noch eine Ewigkeit dauern, bis diese ewigen Ewigkeiten anfangen, nachdem man gestorben ist. Quasi über-unendlich. Und da sind dann die +/- 10 Jahre irrelevant. Es wären sogar +/- unendlich viele Jahre Unterschied irrelevant, wenn man die passenden Unendlichkeiten vermixt. Unendlich minus Unendlich kann immer noch (und ist es in den meisten Fällen auch) unendlich sein, selbst bei Unendlich geteilt durch Unendlich trifft das noch ab und an zu.

    Namsawam?

  4. #4 von Willie am 28. September 2016 - 21:40

    @Yeti

    Ja, und trotzdem ist doch ein Tag mehr auf Erden ein Tag weniger im Todesreich, auch wenn dieses nach hinten offen ist, oder?

  5. #5 von Yeti am 28. September 2016 - 22:22

    @Willie:

    trotzdem ist doch ein Tag mehr auf Erden ein Tag weniger im Todesreich

    Nein, das ist ja das schöne an der Mathematik der Unendlichkeit.
    Selbst für die am wenigsten „mächtigste“ Unendlichkeit (z.B. die Menge der Natürlichen Zahlen) gilt:

    Unendlich – (nicht unendlich) = unendlich.
    Unendlich – unendlich = unendlich (oder Null)

    Wenn ich von der Menge der Natürlichen Zahlen (Anzahl=Unendlich, abzählbar) 42 wegnehme, wie viele bleiben dann noch übrig?
    (Antwort: die Menge [0..unendlich] ist gleich mächtig wie die Menge [42..unendlich]). „Mächtigkeit“ ist hier ein mathematischer Begriff.

    Es gibt auch genauso viele ungerade oder gerade nat. Zahlen, wie nat. Zahlen insgesamt. Intuitiv würde man auf „halb so viele“ tippen.

    So gesehen bedeutet ein Tag mehr auf Erden nur genau das: ein Tag mehr auf Erden. Dadurch verliert man nichts im Todesreich.
    Für die Christen sollte das eigentlich ein Argument in der „Sterbehilfedebatte“ sein. Ich habe nur keine Ahnung, ob pro oder kontra …

  6. #6 von Willie am 29. September 2016 - 01:42

    @Yeti

    Jetzt verstehe ich. Irgendwie hat das was vom Theologischen, es kommt nur auf die jeweiige Interpretationsweise an. 😉 Wobei die Religiösen ihre Ewigkeit doch wohl als außerhalb der Zeit, das jenseits der Zeit Liegend sehen, womit dann wieder die Zeit als Maßeinheit, ob unendlich oder nicht, irrelevant ist. Vor dem „Big Bang“ gab es aus phyiskalisch-mathematischer Sicht doch auch keine Zeit, oder?

  7. #7 von Yeti am 29. September 2016 - 12:49

    @Willie:

    es kommt nur auf die jeweiige Interpretationsweise an.

    Bei den Theologen ist das wohl so, Mathematiker haben statt Interpretationen eher Definitionen anzubieten.
    Gugel mal nach „Aleph Mathematik“ und Dir werden ob der Unendlichkeiten, die sich da auftun, die Ohren wegfliegen, z.B. als Startpunkt hier:

    https://www.wolframalpha.com/input/?i=aleph&rawformassumption=%7B%22C%22,+%22aleph%22%7D+-%3E+%7B%22MathWorld%22%7D

    … Ewigkeit doch wohl als außerhalb der Zeit …

    Das ist ja das Absurde. Außerhalb der Zeit würde in etwa genau das bedeuten, was ich unter Tod verstehe. Nirwana. Nada. Nothing. Nix mehr. Kein Erleben. Keine Zeit mehr (im positiven Sinne).

    Theologisch ist aber klar, dass man diese Ewigkeit, die außerhalb der Zeit existiert, erlebt. Möööp! Widerspruch! Ein Erleben kann es nach meiner Information ohne „Zeit“ nicht geben.

  8. #8 von Yeti am 29. September 2016 - 13:11

    @Willie:

    Vor dem „Big Bang“ gab es aus phyiskalisch-mathematischer Sicht doch auch keine Zeit, oder?

    Das kommt auf die Hypothese an. Im „Standardmodell“ sind Raum und Zeit mit dem Urknall entstanden; und vor dem Urknall hat Gott die Hölle erschaffen, um Leute die nach der Zeit „vor dem Urknall“ fragen, auf ewig zu foltern. (frei nach Stephen Hawking, der erstaunlicherweise immer noch lebt und arbeitet)

    Es gibt aber auch Modelle (z.B. Schleifenquantengravitation:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Schleifenquantengravitation
    )
    oder andere zyklische Modelle, bei denen es durchaus auch Zeiten „vor“ unserem Urknall gegeben haben könnte.

    Bisher ist aber noch kein Modell entworfen worden, bei dem es plausibel wäre anzunehmen, dass Information es über den „Urknall“ hinweg geschafft haben könnte. Theoretisch also ja, praktisch eher nein: es gab keine Zeit vor dem Urknall, die für uns in irgendeiner Weise relevant sein könnte.

    Sicher ist (für mich) auf jeden Fall, dass sowohl die Quantentheorie als auch die ART unter solchen Bedingungen nicht kompatibel sind.

    Am inspirierendsten fand ich bisher Penrose’s „Cycles of Time“. Da ist der regelmäßig immer und überall wieder stattfindende Urknall kein Resultat einer Singularität durch vorheriges Zusammenstürzen, sondern ergibt sich aus der Inflation im Zusammenhang mit der beobachteten beschleunigten Expansion des Universums,

    Verkürzt und (wahrscheinlich falsch) wieder gegeben:

    Irgendwann expandiert die Raumzeit so stark und schnell, dass lokal in einem Stück „Nichts“ wieder Bedingungen wie bei „unserem“ Urknall herrschen. Und so – plopp, plopp, plopp, bzw. Bäng, Bäng, Bäng, … – werden irgendwann wieder neue Universen aus unserer „sich selbst zerreißenden“ Raumzeit entstehen. Man skaliert ein paar Parameter um den Faktor 10^85 oder so, und schon ist wieder alles wie vorher. Information aus dem Universum drumrum, aus dem dieses neue Universum entsteht, kann aber prinzipiell nicht in dieses neue Universum gelangen, deswegen gibt es aus deren Sicht auch wiederum kein sinnvolles „Vorher“.

    Penrose hat es auch geschafft, mich davon zu überzeugen, dass da keine Erhaltungssätze verletzt werden, ich kann das aber nicht wiedergeben. Ich hab’s nicht wirklich verstanden, aber ich glaube[sic!] ihm.

    Und wenn Du jetzt meinst, Du hättest mich verstanden, dann habe ich mich wahrscheinlich falsch ausgedrückt (frei nach Alan Greenspan).

  9. #9 von namsawam am 29. September 2016 - 17:48

    @#3 von Yeti am 28. September 2016 – 20:56

    Hallo, Yeti (tib.: g.ya‘ dred), ganz recht.

    Danke für den netten Ball. Mal was weniger Langweiliges.

    Kurze Hermeneutik:

    Was macht eigentlich die steinzeitliche Bibelvorstellung von der „Ewigkeit“ (:= zeitliche Endlosigkeit), wenn man sie hier bei ihrem notwendig unqualifizierten Wort nimmt und schlicht fragt, welche der beweisbar unendlich vielen Unendlichkeiten (, aber die allerdings auch ohne Anfang) denn hier eigentlich gemeint ist? Und welche Mächtigkeit hat sie denn?

    Natürlich darf man „Gottes Wort“ nur im „besten Sinne“ verstehen, d.h. also „unendlich“ mächtig. Das gibt es aber leider nicht: mit jeder Potenzierung z.B. erhalten wir eine „nächste“ Unendlichkeit, die beliebig mächtiger als die Ausgangsmenge sein kann.

    Also kann auch kein „bester Sinn“ existieren – und die Damen und Herren Bibelschundautoren (es gab ja auch keine anderen im alten Israel, und so etwas wie Philosophie oder andere Wahrheitssuchereien waren sowieso teuflisch) stehen logisch und also völlig vernünftigerweise erbärmlich nackt da.

    Deshalb müssen Sie ja auch überall betteln, weil sie davon leben wollen und schließlich auch müssen.

    N.b. Physik und Mathematik hinken ständig hintereinander im Eiertanz her:

    Während die Physiker immer wieder um neue mathematische Räume und Methoden auf die Knie fallen, mopsen sich einige Mathematiker (ich auch), daß die Physiker offensichtlich durch die Bank nichts, aber auch gar nichts u.a. von der neueren Mengentheorie wissen wollen, geschweige denn verstehen.
    Denn dann wüßten sie sehr wohl, daß es „echte“ Unendlichkeiten gibt, also die Suche nach irgendeinem Anfang (dann zerplatzt ihnen der blöde „Big Bang“ mit einem noch biggeren) vergeblich bleiben muß.
    Wenn eine Theorie – und das ist sie bis zum jederzeit reproduzierbaren Nachweis – im Arsch ist, dann muß es wohl Scheiße sein.

    Bitte um Nachsicht.

  10. #10 von Willie am 30. September 2016 - 01:32

    @Yeti

    Und wenn Du jetzt meinst, Du hättest mich verstanden, dann habe ich mich wahrscheinlich falsch ausgedrückt (frei nach Alan Greenspan).

    Schön ausgedrückt. Womit wir auch wieder bei den Religiösen wären, die ja im Gegensatz dazu immer alles verstanden haben wollen – wenn auch in unendlichen Formen. 😉