Islamkritik: Fünf Prototypen

Für die einen ist es eine Lebensaufgabe, für andere ein Schimpfwort: die Islamkritik. Dabei gibt es große Unterschiede: Während manch ein selbst ernannter Islamkritiker die Religion am liebsten ganz verbieten würde, streben andere Reformen an. Wir stellen sie vor: die fünf Prototypen des Islamkritikers.

[http://www.deutschlandfunk.de/islamkritik-fuenf-prototypen.886.de.html?dram:article_id=366056

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  1. #1 von Hinterfragerin am 22. September 2016 - 20:59

    „Anzutreffen sind die reformorientierten Muslime nicht etwa in islamischen Gemeinden, um dort etwas zu bewirken, sondern vor allem in Feuilletons und Talkshows.“

    Was für eine fiese unterschwellige Kritik. Das Problem hier sind doch nicht die ReformerInnen – von denen manche sogar eigene liberale Gemeinden/ Institutionen schaffen, was hier ignoriert wird – sondern die traditionalistische Ausrichtung vieler Gemeinden, in denen die Reformer sich wohl kaum Gehör verschaffen könnten einerseits, und das Herauspicken der Reformer als Islamvertreter durch Talkshows etc. andererseits (oft mit dem Ziel, „den“ Islam als liberal darzustellen..). Wenn man bedenkt, dass diese Menschen leider ihr Leben auf’s Spiel setzen, wird die Unterstellung noch perfider…

    Was in der Liste meines Erachtens fehlt ist zudem der Hinweis, dass viele Islamkritiker generell religionskritisch eingestellt sind. Sie ist ansonsten aber nicht schlecht, weil zumindest ansatzweise positiv über manche kritische Standpunkte berichtet wird.

    „Die Islamkritiker giften oft zurück und bezeichnen ihre Kritiker schlicht als Islamversteher. Auch nicht gerade eine differenzierte Position.“

    Und wer differenziert nun nicht? Derart undifferenzierte Kritikerschelte kommt doch auch nur von einigen wenigen. Und eher von obigen Typen 1 und 2, möchte ich meinen. Selbst wenn auch manche der Differenzierteren so giften sollten: manche jener, die sie als Islamhasser diffamieren, bedrohen sie leider mit dem Leben. Da könnte ich auch giftig werden.. Ich lese jedenfalls bei den differenzierten Islamkritikern, die ich kenne, auch eine recht differenzierte Einschätzung der jeweiligen Kritik an den eigenen Positionen.

  2. #2 von Hal am 22. September 2016 - 21:02

    der Islamhasser. Er nennt sich zwar zumeist Islamkritiker, hat damit aber vor allem eines erreicht: den Begriff Islamkritik nachhaltig verdorben.

    Es gibt immer Idioten, haben sie aber die Macht einen Begriff zu verderben? Könnte die hysterische Reaktion mancher/vieler hypersensitiver Muslime gegenüber jeder Form von Kritik etwas mit der „Verdorbenheit“ der Islamkritik zu tun haben?

    Ach, der Herr Röther mal wieder, kann der nur Unfug schreiben? Als Muslim oder Biodeutscher (eventuell beides zugleich) kann man für eine säkulare Gesellschaft eintreten und eine Reform des Islams befürworten – boah – beides gleichzeitig. Man kann auch Islamkritiker nach Gewicht oder Schuhgröße in fünf Kategorien unterteilen, es ist ähnlich sinnvoll.

    Die Hohlbirne ignoriert komischerweise einen der seriösesten Islamkritiker überhaupt, Abdel-Samad – seine Kategorien würden bei ihm versagen, nehme ich mal an.

  3. #3 von dirk am 22. September 2016 - 22:27

    Der Artikel ist doch pure Leuteverarschung

    Was ist das denn für eine Pauschalisierung?

    Zitat Artikel

    „Typ 2 der Islamkritiker geht ein wenig differenzierter vor: der Ethnopluralist. Er weist jeder „Kultur“ ihren „Raum“ zu – und will Muslime aus Deutschland verbannen. … Früher war der Ethnopluralist in der extremen Rechten zu Hause…“

    „Islamkritik, tatsächlich kein einfaches Terrain. All diese Positionen – vom Islamhasser bis zur Ex-Muslim – werden immer wieder in einen Topf geworfen: vor allem von jenen, die die Islamkritik nicht differenzieren können oder wollen.“

    Tja die Sache mit dem differenzieren hat Herr Christian Röther auch noch nicht raus.

    Denn es gibt ja bestimmte Konfliktsituationen mit wortgetreuen Korangläubigen, die halt nur dann existieren wenn das Konfliktpotential vorhanden ist, sprich Atheisten, Apostaten, ungehorsame Frauen oder andere mehr oder minder sektiererischen Gottesgläubigen in der selben Umgebung. Wenn der wortgetreue Korangläubige sich jedoch in keiner Gegend befindet wo ein derartiges Konfliktpotential vorhanden ist, gibt es auch in dieser Hinsicht gesehen keinen Konflikt.

    Was ist den wenn man versucht die Muslime in bestimmte Gruppen zu trennen und zB nicht dafür ist Hassprediger unbedingt ins Land holen?

    Galt man dann früher als rechtsextrem? Und was ist mit den USA die voriges Jahr weit weniger muslimische „Flüchtlinge“ aufnahmen als der Landkreis Tübingen und bei denen auch noch einen Sicherheitscheck durchführten, galt Obama nach der Einteilung auch als rechtsextrem?

    Zitat Artikel

    „Sabatina James zum Beispiel. Sie wuchs in einer muslimischen Familie auf und versteht sich heute als Katholikin. Ex-Muslime und Islamkritiker wie sie müssten sich versteckt halten, sagt James in einem ihrer Youtube-Videos: „Denn wer sich kritisch über Islam und seinen Propheten äußert, der riskiert schnell sein Leben.““

    Klar das ist nur die Meinung von Frau James und das sie, Hamed Abdel-Samad und Ahmad Mansour, welcher einen barmherzigen Islam propagiert keinen eigenen Wachschutz organisieren sondern unter Polizeischutz stehen lässt Herr Christian Röther unter den Tisch fallen. Und wenn man Herrn Christian Röther liest könnte man annehmen das selbstverständlich noch kein Islamkritiker, Atheist oder Apostat wegen seiner Einstellung zur Religion von Muslimen bedroht, verletzt oder umgebracht wurde.

  4. #4 von dirk am 22. September 2016 - 23:21

    Was für ein heuchlerischer Typ das ist.

    http://www.goettinger-tageblatt.de/Campus/Goettingen/Goettinger-Doktorand-ueber-die-Unterstuetzung-aufgeklaerter-Muslime/(o)/

    Klar meist ist alles toll mit den allgemeinen Menschenrechten in den Ländern wo die Scharia die Grundlage der Gesetze bilden, es gibt nur ein paar Ausreißer, Saudi Arabien, der IS und der Iran.

    Und was ist mit der Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam, die wurde immerhin von 45 Staaten unterzeichnet und in seinem Artikel nicht erwähnt?

    Welches sind den die leuchtenden Beispiele in Hinsicht auf die allgemeinen Menschenrechte bei den Staaten deren Gesetze auf der Scharia gründen? Ich sehe sie in dem Artikel von Herrn Christian Röther nicht.

    Zitat aus dem obigen Link vom Göttinger Tageblatt

    „„Wer den Islam pauschal verurteilt, fällt jenen Muslimen in den Rücken, die der Westen eigentlich stärken sollte“, sagt Röther.“

    Nochmal was schreibt der Herr dort „die der Westen eigentlich stärken sollte“.

    Ich halte das aufoktroyieren von bestimmten Werten in fremden Kulturen für falsch. Das erinnert mich an Strucks Leuteverarschung „Unsere Sicherheit wird nicht nur, aber auch am Hindukusch verteidigt“. Und rein faktisch erzeugte Oberst Klein massig Terroristen.

    Laut UN ist ein militärischer Eingriff von außen nur erlaubt wenn der Sicherheitsrat dem zustimmt oder ein Genozid stattfindet. Die USA führen jedoch regelmäßig Angriffskriege und Putsche wegen geopolitischer Vorteile oft unter dem aufgebauschten Mäntelchen der Menschenrechte.

    Ein neuer säkularer den allgemeinen Menschenrechten konformer Islam sollte meines Erachtens nicht von außen aufgedrückt werden (denn dies fordert entweder gewaltige Verluste oder ist nicht stabil) sondern sich aus der jeweiligen Gesellschaft selbst entwickeln.

  5. #5 von user unknown am 23. September 2016 - 00:38

    Das viele Kritiker im Feuilleton und nicht in der Moschee aktiv sind soll ein Mangel sein? Lieber nur 5 Leute vor Ort ansprechen als 10.000 Leser oder 100.000 TV-Zuschauer?
    Wie gingen denn die Kritiker des Christentums vor? Feuerbach, Freud, Marx und Nietzsche haben Bücher geschrieben und auch nicht in ihren Gemeinden gewirkt. Will da jemand Breitenwirkung eindämmen und zum unpolitischen Klein-Klein aufmuntern?

    Eine große Gruppe Islamkritiker hat er vergessen: Die moslemischen Islamkritiker, die den falschen Islam auf der Basis des richtigen Islam kritisieren. Teils sind es Islam-ist-Frieden-Kritiker, für die Terroristen den falschen Islam lehren, zum Teil sind es Terroristen, die verwestlichte Moslems wegen des falschen Islams kritisieren, nicht selten handgreiflich. Oder der allgemeine Zwist zwischen Saudi-Arabien und Iran.