Gericht verurteilt Vater wegen illegaler Beschneidung

Sechs Monate Haft mit Bewährung bekam ein Mann, der seinen Sohn ohne Zustimmung der Mutter in Essen beschneiden ließ. Auch sie ist Muslimin.

(…)

So verlor der Achtjährige, der mit dem Schritt nicht einverstanden gewesen sein soll, im Institut einen Teil seiner Haut.

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Richterin Gaury Sastry führte in der Urteilsbegründung aber strafmildernd aus, der Angeklagte habe das Kind aus rituellen Gründen beschneiden lassen, nicht aber um ihm Schmerzen zuzufügen. [http://www.derwesten.de/region/rhein_ruhr/gericht-verurteilt-vater-wegen-illegaler-beschneidung-id12218126.html

  1. #1 von oheinfussel am 22. September 2016 - 20:15

    Sechs Monate Haft mit Bewährung bekam ein Mann, der seinen Sohn ohne Zustimmung der Mutter in Essen beschneiden ließ

    Ja, das ist natürlich DAS Problem

    Richterin Gaury Sastry führte in der Urteilsbegründung aber strafmildernd aus, der Angeklagte habe das Kind aus rituellen Gründen beschneiden lassen, nicht aber um ihm Schmerzen zuzufügen

    Freie Fahrt für religiös motvierte Gewalt gegen Kinder – die Ohrfeige war ja nicht dazu gedacht, dem Kind Schmerzen zu zufügen – ich könnt mich schon wieder aufregen … -.-

  2. #2 von stephancologne am 22. September 2016 - 20:26

    Herr Richter, ICH SCHWÖRE, ich bin nur aus rituellen Gründen zu schnell gefahren.
    Nicht weil ich die Fahrradfahrerin umnieten wollte.
    Ehrlich jetzt!11!

  3. #3 von Yeti am 22. September 2016 - 21:16

    Zustimmung des Vaters, keine Zustimmung der Mutter.
    Nach dem Kind fragt keiner, obwohl er gesagt hat er will das nicht.

    der Angeklagte habe das Kind aus rituellen Gründen beschneiden lassen, nicht aber um ihm Schmerzen zuzufügen

    Wo issn da der Unterschied?
    Der Angeklagte habe das Kind aus rituellen Gründen umgebracht, nicht aber um es umzubringen.

    Häh?

  4. #4 von parksuender am 22. September 2016 - 21:34

    Deutschland und Kinderrechte? – Scheiß drauf

    Na gut, die Richterin hatte kaum Ermessensspielraum – Komikernation & Merkel sei Dank
    Die Strafmilderung erinnert mich allerdings an den Gerichtsbonus „Anderer Kulturkreis“. mit dem auch das Verprügeln der Frau schon mal straffrei ausging.

  5. #5 von user unknown am 23. September 2016 - 00:10

    aus rituellen Gründen beschneiden lassen, nicht aber um ihm Schmerzen zuzufügen

    Dass die Beschneidung Schmerzen zufügt ist ja vorher bekannt. Sind alle Körperverletzungen ohne sadistischen Lustgewinn des Täters jetzt strafmilderend zu werten?

    Und dann muss man doch sehen, dass die Beschneidung ein Opfer ist, dass dem zornigen Gott gebracht wird, und gar kein Opfer wäre, wenn es nicht mit Schmerzen verbunden wäre.

  6. #6 von Elvenpath am 23. September 2016 - 01:36

    Die Zwangsbeschneidung von Kindern muslimischer Eltern ist nicht religiös begründbar. nirgends steht im Koran WANN ein Muslim beschnitten werden muss.
    Und vielleicht möchte ein Kind ja auch gar nicht beschnitten werden. Das kann der Jugendliche dann mit 14 Jahren bei Erreichen der Religionsmündigkeit selbst entscheiden.
    Aber die Verfechter der Kindsbeschneidung wissen natürlich genau: Viele Jugendliche, besonders in nicht-muslimischen Ländern, würden sich dagegen entscheiden.

  7. #7 von Willie am 23. September 2016 - 03:32

    Es [das Gericht] ging davon aus, dass er dem Institut vorgespiegelt habe, für den Sohn entscheiden zu dürfen.

    Ist es wirklich so einfach in D. einer Klinik oder einem Arzt da etwas vozuspielen? Und wenn ja, dann haben die doch auch ihre Sorgfaltsplficht dort veletzt. Wo bleibt hier ein „Nein heißt Nein“ für Kinder?

  8. #8 von m0ebius am 23. September 2016 - 11:58

    @Elvenpath: Auf die Diskussion, was „religiös begründet“ ist und was nicht, würde ich mich gar nicht einlassen. Ein „heiliges Buch“ ist ja nur dadurch von Bedeutung, dass die Gläubigen ihm diese Bedeutung zuschreiben. Genauso können nicht niedergeschriebene Vorstellungen und Riten begründet werden.

    Unser Argument muss sein, dass unumkehrbare Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit Anderer ohne vernünftigen Grund nicht hinnehmbar sind und deshalb einfach verboten gehören.

  9. #9 von dezer.de am 23. September 2016 - 13:43

    „der Angeklagte habe das Kind aus rituellen Gründen beschneiden lassen, nicht aber um ihm Schmerzen zuzufügen “

    Weil jeder weiss, dass rituelles Beschneiden komplett schmerz- und komplikationsfrei ist. Man brauch nicht mal eine Betäubung! Selbst vernünftiges OP-Besteck ist unnötig!

  10. #10 von Unechter Pole am 23. September 2016 - 22:19

    @Elvenpath
    Was die Religion vorschreibt, soll keineswegs zur Grundlage jeglicher juristischer Enstscheidungen. Egal ob eine Beschneidung gemäß den „Vorschriften“ einer Religion im Alter von zwei, vier, zwölf Jahren oder gar nicht vorgeschrieben oder auch sogar in einer Religion verboten ist, es soll einem Richter völlig Wurscht sein. Er soll sich einzig und allein nach den Gesetzen richten.

    Religiöse Motivation einer Tat kann nur dann als relevant betrachtet werden, wenn nach dem Gesetz übeehaupt eine Motivation relevant ist, also wenn es sich um „niedrige Beweggründe“ handelt, und dazu zähle ich Religionen.

  11. #11 von Till am 24. September 2016 - 01:19

    Schwere Körperverletzung ist also nicht gleich schwerer Körperverletzung.