Katholische Kirche sieht sich als „Vermieter“

Abermals ist auf kirchlicher Seite Offenheit gegenüber der Ablösung der sogenannten historischen Staatsleistungen gezeigt worden. Der Verwaltungsleiter im Generalvikariat des Bistums Münster sagte dem Internetportal kirchensite.de, das Bistum sei zu Verhandlungen über eine Ablösung bereit. Ergänzt wurde die Stellungnahme mit einem schrägen Vergleich.

(…)

Langjährige Mieter hätten irgendwann so viel Miete an den Vermieter gezahlt, dass sie die Wohnung auch hätten kaufen können: „Dennoch wird niemand auf die Idee kommen, den Eigentümer aufzufordern, die Wohnung kostenlos auf den Mieter zu übertragen“, so Hörsting.

[http://www.diesseits.de/perspektiven/nachrichten/deutschland/1473976800/katholische-kirche-sieht-sich-vermieter

  1. #1 von Friedensgrenze am 16. September 2016 - 12:27

    Es gibt schon Gründe warum ich nicht im HVD bin. Da HVD und Kirchen sich um die gleichen staatlichen Töpfe der Förderung von Schulen und anderen Einrichtungen bewerben führt das zu einer gemeinsamen Interessenlage gegen Menschen die Staat und Kirche strikt trennen wollen.

    Nicht nur die HVD Schulen sollten Religionsfrei sein sondern alle öffentlichen Einrichtungen.

    Der Kuschelkurs zu den Kirchen den ich aus dem Artikel herauslese dürfte oben genannte Gründe haben.

    Ein Absatz wie der folgende ist mir zuwider:

    „Der Humanistische Verband Deutschlands fordert daher die vom Grundgesetz vorgeschriebene Ablösung dieser historischen Staatsleistungen durch eine Erneuerung der gesetzlichen und vertraglichen Grundlagen, die die finanziellen Verhältnisse zwischen Staat und den in ihm befindlichen Religionsgemeinschaften regeln, damit finanzielle Leistungen des Staates an die Kirchen transparent und für Mehrheiten nachvollziehbar werden.“

    Einfach an die Kirchen weiterzahlen weil das jetzt „transparent“ ist möchte ich nicht.

  2. #2 von Skydaddy am 16. September 2016 - 13:26

    Bei der Säkularisation handelte es sich im Wesentlichen um Lehen, die der Kirche wieder entzogen wurden. Das wäre vergleichbar mit jemandem, den man eine zeitlang umsonst bei sich wohnen ließ, und der sich seit seinem Rauswurf 200 Jahre lang ‚Entschädigung‘ zahlen ließ.

  3. #3 von Noch ein Fragender am 16. September 2016 - 14:51

    Warum verlangt die Kirche eigentlich keine Entschädigung dafür, dass ihr die Konstantinische Schenkung entzogen wurde?

  4. #4 von ptie am 16. September 2016 - 17:29

    @nef:
    wer sagt, dass dem nicht so ist…
    Im Wiki-Artikel zu den Lateranverträgen steht u.a., dass dieser Vertrag aus drei Konventionen besteht, eine davon ist die Finanzkonvention:

    „Finanzkonvention – regelt Entschädigungsleistungen des italienischen Staates gegenüber dem Heiligen Stuhl bezüglich der Eigentumsverluste des Jahres 1870. Unter anderem wird dem Heiligen Stuhl eine Entschädigung in der Höhe von 1,75 Milliarden Lire zugesprochen.“

    Meines Erachtens ist diese Zahlung eine Entschädigung von Rechtsansprüchen, die die Kirche auf Grund der Konstantinischen Schenkung erhoben hatte. Ich bin allerdings kein Historiker, daher ist die Aussage mit Vorsicht zu genießen.

  5. #5 von ptie am 16. September 2016 - 17:38

    ah – einen interessanten Bericht vom BR gefunden:
    „Geburt des Vatikan als Staat“
    http://www.br.de/radio/bayern2/service/manuskripte/manuskripte-radiowissen-3442.html

    „Zusammen mit anderen Subventionen und Förderungen überweist Italien, eines der am meisten verschuldeten Länder Europas, dem Heiligen Stuhl jedes Jahr insgesamt etwa neun Milliarden Euro – für den Vatikanstaat mit nur wenig mehr als 800 Einwohnern ein gewaltiger Geldsegen.“

  6. #6 von Unechter Pole am 16. September 2016 - 21:56

    Schutzgelderpresser sehen sich immer als Anbieter von Dienstleistungen und manchmal eben auch Vermieter oder Lizenzgeber.

  7. #7 von paul0f am 17. September 2016 - 08:39

    Welch ekelhaftes Gebaren – es geht den Christenpriestern nur ums Geld und sonst nichts.
    Zurückzahlen müsste die Kirche die zu unrecht bezahlten Gelder. Und zwar inkl. Zinsen.

  8. #8 von Helene am 18. September 2016 - 18:49

    Na dann wird es Zeit, dass die Gesellschaft aus der Immobilie der Kirche auszieht und die Miete in die Entwicklung ihres eigenes Häusles (säkuläre Schulen, Krankenhäuser, Altenheime, etc.) steckt 😉