9/11 – Image no Religion

  1. #1 von kraftwort am 11. September 2016 - 19:14

    Stell dir eine Welt vor ohne Sport;

    Es gäbe keine Dopingskandale – es gäbe keine Schlägereien von Hooligans – vermutlich gäbe es auch keine Soldaten und keine Kriege mehr, denn oft dient der Sport der „körperlichen Ertüchtigung“ und damit der Wehrfähigkeit – und schließlich würde unsere sozialen Sicherungssysteme entlastet: die Menschen würden früher sterben, so dass die Ausgaben von Rentenkassen und Gesundheitswesen zurückgingen, auch die zahlreichen Sportverletzungen vom Tennisarm bis zu Knochenbrüchen fallen weg – die öffentliche Verschuldung würde zurückgehen: der Staat und Kommunen würden die Mittel für den Bau von Sportstätten und die Zuschüsse für Sportvereine einsparen also: Nur eine Welt ohne Sport hat Zukunft!

    Stell dir eine Welt vor ohne Sprache:

    Die Menschen könnten sich nicht mehr beleidigen, was der Anfang aller Kriege ist – Es gäbe keine Missverständnisse mehr – Wir könnten die Kosten für den Bau von Schulen und Theatern sparen Also: Nur eine Welt ohne Sprache hat Zukunft

    Stell dir eine Welt vor ohne Häuser:

    Erdbeben würden kaum noch Schaden anrichten, weil niemand mehr unter den Trümmern begraben werden könnte – Kriege wären sinnlos, weil es kaum etwas zum Zerstören gibt – Gibt es keine Häuser, braucht man sie auch nicht zu heizen und die Klimakatatrophe wäre abgewendet Also: Nur eine Welt ohne Häuser hat Zukunft

    Absurd? Natürlich. Aber es gibt Menschen, die sich oft sogar für besonders vernünftig halten, die fordern mit analogen Argumenten allen Ernstes eine „Welt ohne Religion“ und meinen, die wäre dann automatisch friedlicher. Niemand kann und soll zum Sport, zum Sprechen oder zum Häuserbauen gezwungen werden, und auch nicht zu irgendeinem Glauben – und schon gar nicht zu einer bestimmten Sportart, dem Erlernen einer bestimmten Sprache, zu einer bestimmten Art des Häuserbauens oder zu einer bestimmten Religion. Aber Bewegung, Sprechen, Häuserbauen und einen Glauben religiös auszudrücken sind Formen des Menschseins. Sie alle können missbraucht werden, aber sie dürfen niemals deshalb verboten oder als solche diskreditiert werden. Was sollte an wie immer herbeigeführten Verschwinden vernünftig sein oder gar human?
    Bei John Lennon, dem religiösen Meditationsfan, ist das „Image no religion“ ja noch Bestandteil einer (letztlich religiösen) Utopie. Eine Interpretation seines Textes müsste diese dialektische Ironie berücksichigen Bei Richard Dawkins wird diese Parole zynisch – denn er behauptet, in einer Welt ohne Religion gäbe es keine Judenverfolgungen, ja, nicht einmal mehr Juden – was doch sehr den Eindruck erweckt, als ob nach seiner Auffassung das größere Übel nicht die Verfolgung der Juden, sondern ihre Existenz sei … – Danke, das genügt!

  2. #2 von Moss the TeXie am 11. September 2016 - 23:16

    Falsche Anführungszeichen, hässliche Schrift, falscher Spiegelstrich. Geniale Idee, sehr schlechte Ausführung.
    Hat mal wer das Hintergrundbild in guter Auflösung?

  3. #3 von Charlie am 12. September 2016 - 09:39

    @Kraftworts Kommentar und alle die so ähnlich denken

    Niemand fordert eine Welt ohne Religion, sondern stell dir eine Welt ohne Religion vor. Es bestreite auch niemand den positiven Effekt von Religionen, aber das ist nur eine Seite der Medaille. Bei politischen und ethnischen Konflikten in der Welt, gießt Religion Öl ins Feuer. Sie löst keine Probleme, sondern befeuert sie auch noch, sie eint nicht, sie trennt. Beispiele gibt es genug: Muslime vs. Hindus in Indien, Buddhisten vs. Muslime in Sri Lanka, Islamisten zerhacken (wortwörtlich) Religionskritiker in Bangladesch, Muslime vs. Christen in Nigeria, Sudan und anderen afrikanischen Ländern. Islamistischer Terror auf den Malediven, Ägypten, Libyen, Tunesien, Irak, Syrien etc. Muslime vs. Juden in Israel etc.
    Und in Europa kritisieren Kirchen gern und oft liberale Gesetze zur Abtreibung und für Homosexuelle. Wenn Religionen sich nur für sich interessieren würden, könnte es uns ja noch egal sein, aber sie predigen vom Jenseits, wollen aber unbedingt Macht und Geld im Diesseits.

    Bei Richard Dawkins wird diese Parole zynisch – denn er behauptet, in einer Welt ohne Religion gäbe es keine Judenverfolgungen, ja, nicht einmal mehr Juden – was doch sehr den Eindruck erweckt, als ob nach seiner Auffassung das größere Übel nicht die Verfolgung der Juden, sondern ihre Existenz sei … – Danke, das genügt!

    Ist das jetzt ein katastrophaler Missverständnis oder doch eine gewollte Diffamierung?? Wie man Dawkins so interpretieren kann ist mir schleierhaft. Dabei ist es doch so einfach, Juden hören nicht auf zu existieren, nur weil sie nicht mehr an Gott glauben.

    Ich könnte jetzt auch kraftwort „missinterpretieren“ und behaupten, in seinen Augen verschwinden Menschen, wenn man sich eine Welt ohne Religion vorstellt. Für ihn ist das Menschsein und der Glaube an Gott unzertrennbar miteinander verbunden. Eine Welt ohne Religion ist für ihn eine Welt ohne Menschen. Also Ungläubige gibt es nicht oder Atheisten haben nicht das Recht zu existieren? Was für eine verquere Weltsicht. Danke, das genügt!

  4. #4 von drawingwarrior am 12. September 2016 - 09:56

    Ich stell mir gerade eine Welt ohne Dummheit vor, also ohne Kraftwort.

  5. #5 von deus ex machina am 12. September 2016 - 10:20

    Sry, liebes Kraftwort, aber der Vergleich hinkt. Wieviele Sportarten fordern denn ihre Anhänger auf, die anderen Sportfans auszurotten, da sie der einzig wahre Sport seien?

  6. #6 von Gerry am 12. September 2016 - 10:27

    Stell dir eine Welt vor ohne Sport;
    Kann ich. War heute früh aber trotzdem beim Laufen. Solang man’s nicht übertreibt (1) ist es gut für die psychische und körperliche Gesundheit. Erhöht damit die eigene Überlebensfähigkeit und damit auch indirekt die Überlebensfähigkeit der Art.

    Stell dir eine Welt vor ohne Sprache:
    Kann ich. Scheint für das Überleben der Art aber nicht besonders hilfreich. Die Geschichte hat gezeigt dass diejenigen der Gattung Homo mit der Fähigkeit zu komplexer Sprache offensichtlich bessere Überlebensfähigkeiten haben als die anderen.

    Stell dir eine Welt vor ohne Häuser:
    Kann ich. Schutz vor Witterung erhöht die Überlebensfähigkeit der Art schon allein weil dadurch größere Gebiete der Erdoberfläche besiedelt werden können und damit die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass eine einzelne Naturkatastrophe die gesamte Art vernichtet.
    Man sollte halt schauen dass die damit einhergehende sesshafte Lebensweise nicht zu größeren Gesundheitsprobleme führt, siehe Sport.

    Stell dir eine Welt vor ohne Religion:
    Kann ich. Was trägt Religion nochmal zum Arterhalt bei?

    Arterhalt – für diejenigen die’s nicht so mit Naturkenntnissen haben – ist das einzige was in der Natur zählt. Eine Art die ausstirbt war nicht in der Lage, sich an sich ändernde Umgebungsbedingungen anzupassen und hat das Spiel des Lebens verloren.

    (1)
    Was ja die Definition von schädlich ist.

  7. #7 von Gerry am 12. September 2016 - 10:28

    Mist, die Zitate verkackt.

  8. #8 von ptie am 12. September 2016 - 11:18

    @gerry:
    Du fragst: „Was trägt Religion nochmal zum Arterhalt bei?“

    Besonders unbarmherzige Kriegführung, die über die Befriedigung persönlicher Interessen hinausgeht.

    Das macht Religionen nicht angenehmer – und es ist eventuell auch kein Alleinstellungsmerkmal.

  9. #9 von Moss the TeXie am 12. September 2016 - 14:13

    @ptie:

    Besonders unbarmherzige Kriegführung

    … trägt nicht zum Arterhalt bei, da sie die genetische Diversität schmälert.

  10. #10 von dezer.de am 12. September 2016 - 14:31


  11. #11 von Torchy am 12. September 2016 - 23:08

    @kraftwort
    Da macht man sich die Mühe, eine Diskussion über Religion und deren Vor- oder Nachteile zu führen, indem man mühevoll die Argumente abwägt, alle Seiten versucht, zu berücksichtigen, um dann beispielweise zu dem Schluss zu kommen, dass eine Welt mit Religion insgesamt eine schlechtere ist.

    Und dann kommst du mit deinem undifferenzierten Rumgerotze und wirbst ungeniert für dümmliches Schwarz-Weiß-Einfach-Denken und machst den Eindruck, dass du nicht ein einziges Argument von irgendeinem bedeutenden Religionskritiker verstanden hast.

    Oder für dich einfacher formuliert: Wenn du den Unterschied zwischen einer Weltuntergangssekte und einer Fußballmannschaft in seinem Grad der Gefahr für die Gesellschaft nicht erkennst, dann such dir doch bitte andere Diskussionspartner!

  12. #12 von Torchy am 12. September 2016 - 23:21

    Nachtrag: Ich habe im Gegensatz zu kraftwort noch so viel Restvertrauen in die Menschheit, dass ich die Zahl der besonders religiösen Menschen durch Bildung und Vernunftschulung, für auf ein erträgliches Maß reduzierbar halte.
    Wir haben keine andere Wahl, denn die Alternative wäre ein nuklearer Religionskrieg, auf den viele Gläubige ihrem apokalyptischen Endsiegdrang nach Auslöschung des „Diesseits“ mehr als scharf sind!