Jetzt kämpft auch Google gegen den sogenannten Islamischen Staat

Alphabets Tech-Incubator Jigsaw, der sich normalerweise um den Schutz von Journalisten aus repressiven Regimen gegen Hackingattacken kümmert, hat dazu ein Programm entwickelt, um potentielle Rekruten schon vor ihrer Rekrutierung abzufangen und ihnen eine Gegennarrative zu präsentieren. Die Idee: Google vergisst nicht—und hat ja nicht zuletzt ein durchaus erfolgreiches Geschäft daraus gemacht, genau vorherzusagen, wonach du suchen möchtest. Genau diese bei AdWords benutzte Technik soll bei Jigsaws Projekt „Redirect Method“ auf den Dschihadismus umgemünzt werden.

Der Ansatz ist einfach: Sucht ein IS-Interessent nach einem aus über 1.700 Schlüsselwörtern und Phrasen, die mit dem IS in Verbindung gebracht werden (zum Beispiel: „fatwa in syria“), bekommt er automatisch Links zu YouTube-Videos und -Channels in Arabisch und Englisch angezeigt, die die Meinungen der Nutzer aktiv beeinflussen sollen.

[http://motherboard.vice.com/de/read/google-kmpft-jetzt-auch-gegen-den-sogenannten-is

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  1. #1 von frater mosses zu lobdenberg am 9. September 2016 - 22:17

    Von der Filterblase zur Hirnwäsche – nur ein kleiner Schritt für Google, aber ein Riesenrückschritt für die Menschheit.

  2. #2 von m0ebius am 10. September 2016 - 09:53

    Google findet es also akzeptabel, die politische Meinungsbildung seiner Nutzer verdeckt zu beeinflussen. Angesichts der enormen Bedeutung des Konzerns für die Weltsicht der Menschheit halte ich das für extrem beunruhigend.

  3. #3 von Gerry am 10. September 2016 - 12:34

    @ m0ebius

    Das tun diese Konzerne alle.

    Apple verweigert gern mal Apps die Aufnahme in den App-Store wenn die die heile Apple-Welt gefährden könnten
    http://www.heise.de/mac-and-i/meldung/CCC-Vortraege-kommen-nicht-als-App-auf-Apple-TV-2866646.html
    (hat Wochen gedauert bis Apple dann gnädigerweise seine Meinung geändert hat)

    Facebook zensiert auch gern mal historische Kriegsfotos weil die prüden Algorithmen das als Kinderpornos einstufen
    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-knickt-ein-im-streit-mit-aftenposten-um-vietnamkrieg-foto-a-1111746.html
    Auch da hat’s wieder erst nen Shitstorm gebraucht um Vernunft einkehren zu lassen.

    Da will man gar nicht wissen, was so an Vorfällen nicht öffentlich wird weil die Betroffenen das nicht in die Öffentlichkeit bringen (können).

    Man sollte sich halt nie von Konzernen abhängig machen….

    P.S.
    Die Müll-Mailadresse die ich u.a. hier für die Kommentare verwende zählt nicht als Abhängigkeit. Wenn Google mir die sperrt nehm ich halt irgend ne andere.
    Meien wichtigen Mails laufen über ne Domain die auf mich registriert ist und nen eigenen Mailserver. OK, letzteres nicht unbedingt jedernutzers Sache 🙂