Richard Dawkins: Heute wäre Jesus vermutlich Atheist

Richard Dawkins ist der bekannteste Atheist unserer Zeit. Kürzlich erlitt der Evolutionsbiologe einen Schlaganfall. Ein Gespräch über die Launen der Natur, tierische Krawatten und den Sinn des Lebens.

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Sie verfechten den Atheismus so leidenschaftlich, als wäre er ein Glaube.

Wie kann man sich nicht leidenschaftlich für Vernunft und Logik einsetzen, wenn andere ihre Zeit mit Beten vergeuden oder damit, die Finger zu kreuzen, wenn ihnen eine schwarze Katze über den Weg läuft? Dieser ganze Aberglaube ist sinnlose Zeitverschwendung, er hindert die Menschen daran, die Schönheit der Wirklichkeit anzuerkennen, wie man sie naturwissenschaftlich und rational erfassen kann.

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Auch die Existenz von Gott ist unwiderlegbar, weil man nicht beweisen kann, dass es etwas nicht gibt. Warum sind Sie trotzdem so sicher, dass es keinen Gott gibt?

Weil es unendlich viele Dinge gibt, die man nicht beweisen kann. Sie können auch nicht beweisen, dass es keine Teekannen gibt, die um die Sonne kreisen. Mir genügt es, dass es keine stichhaltigen Beweise für Gottes Existenz gibt. Und warum sollte ich an etwas glauben, das sich nicht beweisen lässt?

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Kann man als Atheist gelassen sterben?

Das haben viele andere vorgemacht: Charles Darwin sagte, er habe überhaupt keine Angst vor dem Tod. Als Christopher Hitchens vor einigen Jahren die Krebsdiagnose bekam, stellte er sich offen und mutig dem Tod und ließ sich in seinem Unglauben an Gott nicht beirren.

weiterlesen:

[http://www.stern.de/panorama/wissen/richard-dawkins—jede-nacht-werde-ich-voruebergehend-geisteskrank–7039676.html

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  1. #1 von dezer.de am 7. September 2016 - 09:42

    „Wie kann man sich nicht leidenschaftlich für Vernunft und Logik einsetzen, wenn andere ihre Zeit mit Beten vergeuden oder damit, die Finger zu kreuzen, wenn ihnen eine schwarze Katze über den Weg läuft? Dieser ganze Aberglaube ist sinnlose Zeitverschwendung, er hindert die Menschen daran, die Schönheit der Wirklichkeit anzuerkennen, wie man sie naturwissenschaftlich und rational erfassen kann.“

    So auf den Punkt. Fantastisch.

  2. #2 von Willie am 7. September 2016 - 22:17

    Der Schluß ist auch nicht schlecht:

    Was ist dann der Sinn des Lebens?
    In biologischer Hinsicht ist das die Bewahrung der DNA, der genetischen Information von einer Generation zur nächsten. Aber für den Einzelnen ist der Sinn des Lebens, was immer er daraus macht. Sie können Bücher schreiben, Musik komponieren, eine Familie gründen: Sie selbst entscheiden über den Sinn Ihres Lebens.

    Und ich ergänze: Das ist das schöne an der Freiheit, auch der Freiheit von Religion und Göttern.