Kirche und Konfessionslose

Die gestrige WDR-5-Sendung „Diesseits von Eden“ hatte einen interessanten Beitrag über die Forschungsergebnisse der evangelischen Arbeitsstelle „Kirche im Dialog„.

Die komplette Sendung gibt es beim WDR, hier das Segment über die Konfessionslosen:

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  1. #1 von heiße Luft am 5. September 2016 - 12:18

    also ich Glaube, die Kirchen werden da nie wieder einen Fuß auf den Boden bringen und das ist gut so.

  2. #2 von Skydaddy am 5. September 2016 - 13:03

    Ich habe mir auf der Website die Zusammenfassung der Ergebnisse durchgelesen.

    Der Kontakt mit den Konfessionslosen soll nicht vom Missionierungsgedanken geprägt sein, sondern man soll sich quasi „auf Augenhöhe“ begegnen. Also quasi so, wie man normalerweise mit anderen Leuten interagiert, nur, das die Kirche das extra noch mal herausarbeiten musste. Ein solches Zusammensein wird freilich tendenziell dazu führen, dass sich (durch Beobachtung) die beste Weltanschauung durchsetzt. Und ich bin sicher, dass das nicht das Christentum ist.

    Der vielversprechendste Ansatz scheint den Experten zufolge zu sein, wenn die Konfessionslosen kirchlichen „Kasualien“ beiwohnen (Hochzeit, Taufe, Beerdigung). Dazu kann ich nur feststellen, dass ich solche Veranstaltungen NICHT für attraktiv halte, vielmehr für seltsam. Solange sich evangelische Christen nicht durch nichtchristliche Rituale, z.B. bei Muslimen, Juden, Buddhisten oder Hindus, zu deren Religion hingezogen fühlen, sehe ich nicht, wieso ausgerechnet die christlichen Rituale eine besondere Anziehungskraft auf Anders- und Ungläubige entwickeln sollten.

    Die Experten schaffen es nicht mal, ihren eigenen Anspruch durchzuhalten, Ungläubige nicht als defizitär wahrzunehmen. Denn wenn sie anregen, man solle den „Mehrwert“ des christlichen Glaubens herausstellen, dann impliziert dieser Mehrwert der eigenen Religion natürlich ein Defizit bei den Ungläubigen.

    Wir erhalten hier wieder die bekannte Situationsbeschreibung, ohne, dass erfolgversprechende Gegenmaßnahmen aufgezeigt werden könnten.

    Gut für uns!

  3. #3 von Smiling_Joe am 5. September 2016 - 13:41

    Ich musste ja doch sehr lachen darüber, dass die sogenannten „Kasualien“ auch für Konfessionslose / in diesem Bezug ja vor allem Apatheisten interessant sein sollen. Wenn man sich die Zahlen für diese Kasualien im Rahmen der Kirchen ansieht kommt man sehr schnell zu dem Schluss, dass selbst für immer mehr Vollmitglieder diese kaum noch interessant sind.

    Und auch zu einer Mitgliedschaft light wird es nicht kommen, denn warum sollte man dann noch in der Kirche sein? Das hätte wahrscheinlich nur eine weitere Austrittswelle zur Folge.

  4. #4 von Willie am 5. September 2016 - 18:28

    Einleitung:

    Sie stießen auf eine wohlwollende Gleichgültigkeit

    Ja, das muss für Religiöse verwirrend sein. Den Anderen einfach so nehmen wie er ist ohne ihn des falschen/fehlenden Gottes bzw. Glaubens beschuldigen zu können.

    ~ 3,38

    Es ist doch toll, wenn Menschen bei der Nacht der Kirchen mit vorbereiten, Zeit einbringen, Geld einbringen auch wenn sie das nicht als Mitglieder der Kirchen tun.

    Besser kann man es doch nicht zusammenfassen. Kontakt light, aufdass dort wieder Leistungen erbracht werden, die dann durch die Schmarotzerkirchen als ihre eigenen Leistungen propagiert werden können.

  5. #5 von Hal am 5. September 2016 - 20:30

    Ist es nicht eher eine erweiterte Meinungsumfrage als Forschung? Theologen und Forschung, sie sind ja nicht gerade dafür bekannt ergebnisoffen zu arbeiten und die Realität vorbehaltlos wahrzunehmen.

    Wenn die Nordkirche sich als eine Art Dienstleister sieht, dann haben sie etwas wichtiges vergessen; der Kunde ist König. Die Pfaffen werden es wahrscheinlich auch nicht mit ihren Selbstverständnis als als Hirten vereinen können – dass ihnen die Schafe auf der Nase herumtanzen. 😀