TV-Interview: Evolutionsbiologe Richard Dawkins „Wir sind alle Cousins“

Evolutionsbiologe Richard Dawkins über die mächtigste Idee der Wissenschaftsgeschichte, Religion, Sex und die Frage, ob man den Neandertaler zurückholen sollte.

(…)

Das Interview entstand im Rahmen der TV-Serie, Terra X: „Sternstunden der Evolution mit Dirk Steffens“ der Gruppe 5 Filmproduktion. Ausschnitte daraus sind in der Folge 2: „Untergang und Neubeginn“, am Sonntag, 4. September, um 19.30 Uhr im ZDF zu sehen.

weiterlesen:

[http://www.sueddeutsche.de/wissen/evolutionsbiologe-richard-dawkins-wir-sind-alle-cousins-1.3144923?reduced=true

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  1. #1 von Skydaddy am 4. September 2016 - 10:58

    Diese Verwandtschaft ist mir neulich deutlich geworden:

    Der Regisseur von „Ben Hur“ hatte Journalisten gesagt, sein Hauptdarsteller sehe so passend für die Rolle aus, dass er nicht überrascht wäre, wenn tatsächlich ein Vorfahre von ihm zur Zeit Jesu gegen die Römer gekämpft hätte.

    Das wäre allerdings so oder so nicht überraschend: 2000 Jahre sind ca. 66 Generationen a 30 Jahre. Da sich die Zahl der Vorfahren bei jeder Generation verdoppelt, müsste jeder, der heute lebt, zur Zeit Jesu rechnerisch 2 hoch 66 Vorfahren gehabt haben – diese Zahl ist größer als dass ein 64-Bit-Prozessor sie darstellen könnte. Im Dezimalsystem sind es gut 7 mal 10 hoch 19 Vorfahren, oder 70 Milliarden Milliarden Vorfahren. Ich bezweifele allerdings, dass es im Jahr Null ehr als eine Milliarde Erdbewohner gab, Wikipedia zufolge müssten es ca. 200 Mio. gewesen sein.

    Man braucht also nicht erst bis zu den Neanderthalern zurückzugehen, um zu erkennen, dass wir alle miteinander verwandt sind.

  2. #2 von omnibus56 am 4. September 2016 - 11:06

    @skydaddy
    Ob man mit dieser Argumentation Anteile z. B. am Quandt-Vermögen beanspruchen könnte…? 😉

  3. #3 von frater mosses zu lobdenberg am 4. September 2016 - 15:49

    Nö, omnibus, aber Dein 70milliardstel an dem Cent, den irgend jemand zu Jesus’ Zeiten bei der Sparkasse Jerusalem aufs Sparbuch legte, ist Dir sicher! 😉

  4. #4 von teatime am 4. September 2016 - 16:07

    Ist nur bei mir der Artikel hinter einer paywall?

  5. #5 von Skydaddy am 4. September 2016 - 17:16

    @frater mosses:

    Nur zur Klarstellung: Die Wiederholung „Milliarden Milliarden“ war kein Schreibfehler.

    Du würdest nur ein Milliardstel von einem 70 Milliardstel des Quandt-Vermögens kriegen.

    Ich recherchiere allerdings gerade, wie viele Leute ich umbringen müsste, um zum König von England gekrönt zu werden …

  6. #6 von deradmiral am 4. September 2016 - 21:20

    @skydaddy
    Gar niemanden. In der Regel aber nur Einen.

    Edward IV. wurde zum Beispiel zum König, indem sein Vorgänger (mit dem er in keiner direkten Linie war) für geisteskrank erklärt wurde. Leider war er nur 9 Jahre König, dann war wieder sein Vorgänger dran. Der wurde nach einem Jahr wieder abgesetzt (und dann ermordet) und Edward war wieder dran für die nächsten 12 Jahre.

    Für die Statistik siehe hier:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Herrscher_Englands

  7. #7 von frater mosses zu lobdenberg am 5. September 2016 - 01:05

    @Skydaddy: Ich weiss, wieviele Milliarden in 7*10^19 enthalten sind. Es ging mir um den (passenderweise oft von windigen Geschäftemachern) angeführten ¢, der ab dem den Nullpunkt unserer Zeitrechnung mit, na, sagen wir mal 1,1275 %/a verzinst würde.

    Btw, damit jeder Vorfahr posthum einen ganzen ¢ kriegt, müsste man den halt mit ein bisschen über 2,5 % verzinsen. Ein omnipotenter Gottessplitter wird das doch wohl hinkriegen!

  8. #8 von schiffmo am 5. September 2016 - 09:25

    Das ist zwar nur der teaser, aber nicht hinter der paywall:
    [http://www.sueddeutsche.de/wissen/interview-religion-ist-ein-produkt-unseres-gehirns-1.3146378

  9. #9 von LV am 5. September 2016 - 11:09

    @deradmiral:

    Edward von York war, ebenso wie Heinrich VI, ein direkter Nachfahre Edwards III. 1400 hat Heinrich IV. seinen Vetter 1. Grades Richard II. (den Enkel Edwards III. von seinem ältesten Sohn) gestürzt und sich selbst zum König gemacht. Richard II. hatte keine lebenden Nachkommen aber Heinrich IV. stammte nur vom dritten überlebenden Sohn Edwards III. ab (John von Gaunt, der Herzog von Lancaster), wohingegen die York-Linie durch geschickte Eheschließungen während der Herrschaft der drei Lancaster-Könige (Heinrich IV.-VI.) die Linien Lionels von Antwerpen (Edwards III. zweitältester Sohn) und Edmund von Yorks (Edwards III. viertältester Sohn) in sich vereinte.

    Er war also nicht nur von ausgesprochen reinem königlichen Geblüt sondern hatte (je nach Interpretation) auch einen größeren Thronanspruch. Richard II. hatte jedenfalls Lionel von Antwerpens Enkel zu seinem Erben erklärt als von Heinrich IV. gestürzt wurde.

    Bedeutend lustiger ist der Aufstieg der Tudor-Dynastie die Richard III., den jüngeren Bruder Edwards IV., beerben sollte: In der männlichen Linie war Heinrich VII., der erste Tudorkönig, der Enkel eines walisischen Landadligen der Königin Katharina von Valois, die Witwe von Heinrich V. und Mutter Heinrichs VI. geheiratet hatte. Heinrichs VII. Mutter war Margaret Beaufort, eine Nachfahrin eines illegitimen Sohns von John von Gaunt dem mehrfach explizit jeder Anspruch auf den Thron abgesprochen wurde.