Grausame Erinnerungen: Der Mord an Sektenguru Wollensak ist für seine Opfer keine Genugtuung

Sekten geniessen eine Art Schonzeit. Für die letzten weltweiten Schlagzeilen sorgten die Sonnentempler mit ihrem Massenmord und Massensuizid in den Jahren 1994/95 und 1997.

Inzwischen hat sich das Bild der Sekten in der öffentlichen Wahrnehmung verändert: Viele Leute neigen dazu, Sekten zu verharmlosen. Der Trend zur Beliebigkeit führt oft zur Haltung: Ach, lasst doch den Leuten ihren Glauben, wenn er sie glücklich macht.

www.watson.ch/Blogs/Schweiz/758258780-Grausame-Erinnerungen--Der-Mord-an-Sektenguru-Wollensak-ist-f%C3%BCr-seine-Opfer-keine-Genugtuung
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  1. #1 von itna am 3. September 2016 - 22:08

    Das gilt auch für die größten Sekten: rkK & evK etc.

    Alle Merkmale einer Sekte treffen auf diese zu, mit dem Unterschied, dass wir die auch noch bezahlen.

  2. #2 von Simone am 4. September 2016 - 07:56

    Meiner Meinung nach ist die Unterscheidung zwischen Sekten und Kirchen rein künstlich. Kirchen sind einfach nur lang etablierte grössere Sekten, die die kleinere und jüngere Konkurrenz mit dieser unterschiedlichen Namensgebung zu diskreditieren versuchen und damit von ihren eigenen Leichen im Keller ablenken.

  3. #3 von Skydaddy am 4. September 2016 - 08:35

    Ich habe die Sektenhysterie noch selbst miterlebt, es gab ja mal eine Enquete-Kommission des Bundestages zu „Sekten und Psychogruppen“, bei der schließlich rauskam (wenn ich mich recht erinnere), dass … ich sehe gerade bei Wikipedia:

    Die 1996 eingesetzte Enquete-Kommission „Sogenannte Sekten und Psychogruppen“ des Deutschen Bundestages verzichtete auf den Begriff Sekte. Die Kommission „wendet sich ausdrücklich gegen eine pauschale Stigmatisierung solcher Gruppen und lehnt die Verwendung des Begriffs ‚Sekte‘ wegen seiner negativen Konnotation ab.“ Das deutsche Grundgesetz kennt nur religiöse Vereine, Religionsgesellschaften und Religionsgemeinschaften. Daher gibt es staatsrechtlich „in dieser Beziehung keinen Unterschied zwischen Kirche und anderen religiösen Organisationsformen.“

    Selbst die Kirchen haben m.W. heute keine „Sektenbeauftragten“ mehr, sondern „Weltanschauungsbeauftragte“.

    Das alles deutet für mich darauf hin, dass das Thema Sekten früher von den Kirchen gepusht wurde, und seitdem man sich mal vernünftig mit dem Thema auseinandergesetzt hat, wird das sachlicher gesehen.

    Ich denke, heute werden besorgniserregende Gruppen direkt kritisiert (vielleicht auch mit dem evangelikalen Spektrum oder der kath. Kirche assoziiert). Aber die Bezeichnung „Sekten“ wird wohl nicht mehr verwendet.

    Vielleicht wurde auch deutlicher, dass die großen Kirchen sich in vielerlei Hinsicht gar nicht von den sog. „Sekten“ unterscheiden und ebenfalls ihre Mitglieder – und die Öffentlichkeit – manipulieren.

  4. #4 von itna am 4. September 2016 - 11:51

    @Skydaddy

    Natürlich wird der Begriff Sekte von den Kirchen und unseren Religionspolitikern gerne vermieden, sie müssten sich ja selbst dann als Sekte bzw. Sektenmitglieder bezeichnen und müssten auch so behandelt werden.

    Sekte:(von lateinisch secta ‚Partei‘, ‚Lehre‘, ‚Schulrichtung‘) ist eine Bezeichnung für eine religiöse, philosophische oder politische Richtung und ihre Anhängerschaft. Die Bezeichnung bezieht sich auf Gruppierungen, die sich durch ihre Lehre oder ihren Ritus von vorherrschenden Überzeugungen unterscheiden und oft im Konflikt mit ihnen stehen.

  5. #5 von Skydaddy am 4. September 2016 - 11:55

    @itna:

    Du argumentierst mit Logik, das kannst Du im Hinblick auf kirchliche Motivation nicht automatisch tun.

    FRÜHER haben die Kirchen selbst gerne mit dem Finger auf die „Sekten“ gezeigt. (Sektenbeauftragte). Erst seit einiger Zeit würde das so nach hinten losgehen, wie Du schreibst.