Pakistan: Angriff auf Vater einer zum Islam zwangskonvertierten Christin

In Pakistan ist ein Christ niedergeschossen worden, der rechtlich gegen die Zwangskonversion und Verheiratung seiner Tochter mit einem Muslim vorgegangen war. Nachdem er vor Gericht Recht bekommen hatte, habe Gulzar Masih wiederholt Morddrohungen erhalten, berichtet der katholische Pressedienst Ucanews.

[http://de.radiovaticana.va/news/2016/08/31/pakistan_%20angriff_auf_christliche_familie/1254868

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  1. #1 von user unknown am 31. August 2016 - 23:53

    In Pakistan ist ein Christ niedergeschossen worden, der rechtlich gegen die Zwangskonversion und Verheiratung seiner Tochter mit einem Muslim vorgegangen war.

    Was die Frau selbst wollte interessiert irgendwie niemanden, nicht den Ehemann samt Familie, nicht die Herkunftsfamilie, nicht den Richter und nicht das Radio des Vatikans.

    Man sollte sie vielleicht vierteilen, und jeder bekommt ein Viertel.

  2. #2 von Skydaddy am 1. September 2016 - 08:08

    Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass Christen in Pakistan oft genug drangsaliert werden. Wobei das Motiv wohl oft genug weniger religiöse Verfolgung ist als Nachbarschaftskonflikte, bei denen das pakistanische Blasphemiegesetz gegen die Christen verwendet wird, indem entsprechende Beschuldigungen „produziert“ werden.

    Aber diese Meldung scheint außer von Radio Vatikan nur von ausgewiesen christlichen bzw. katholischen Webseiten verbreitet zu werden. Quelle der Meldungen ist wohl die Organisation CLAAS, die Christen in Pakistan juristisch unterstützt. Über die Organisation habe ich weiter nichts gefunden, es mag sein, dass sie „legitim“ ist (dann wünsche ich viel Erfolg), es könnte sich allerdings auch um eine Propagandaorganisation wie „Open Doors“ handeln.

    Was mich stutzig macht ist der Umstand, dass der „Bräutigam“ ausgerechnet die taubstumme christliche Tochter seines Rivalen ehelichen wollte. Es sei denn, die ganze Aktion sei von vornherein als Racheakt gedacht gewesen.

    Es scheint sich um eine seit Jahren schwelende Rivalität zu handeln, sofern in diesem Ort nicht mehrere Christen mit Namen Gulzar Masih wohnen, die Geschäftsbeziehungen mit ihren muslimischen Nachbarn unterhalten hatten.

    Dann dürfte es sich nämlich um den gleichen Guzal Masih handeln, der 2011 schon (vermutlich zu Unrecht) von demselben Rivalen der Koranverbrennung beschuldigt wurde.

    Der Mann und seine Familie tun mir wirklich leid. Aber wenn man für die Angelegenheit von 2011 einerseits den aufgeladenen Artikel einer katholischen Website (Muslim businessman uses blasphemy law against Christian rival) und andererseits den sachlichen Artikel einer pakistanischen Zeitung (Minorities’ persecution: False charges erode 40-year Christian-Muslim bond) vergleicht, kann man schon den Eindruck haben, dass diese Fälle von christlicher Seite, sagen wir mal, deutlich dramatisiert werden. Zudem sind Details widersprüchlich, aber bei der Zeitung plausibler.)

    Alle diese Informationen scheinen mit äußerster Vorsicht zu genießen zu sein. So wird im CLAAS-Bericht für 2011 noch ein Christ namens Gulzar Masih erwähnt, der bis zu seiner Pensionierung in einer Tierklinik gearbeitet haben soll (also kein Buchshop) und beschuldigt wurde, die Tochter von jemand anders entführt zu haben. Und ein Christ namens Gulzar Masih aus dem gleichen Ort wie der obigen Meldung, der ebenfalls (wie bei dem 2011-Vorfall) eine Geschäftspartnerschaft mit seinem Nachbarn gehabt haben soll und von diesem dann zu Unrecht beschuldigt wurde, wo aber die Details der Partnerschaft nicht mit den Artikeln von 2011 in Einklang zu bringen sind.

    Dann wird in dem Bericht noch die Tochter eines Gulzar Masih genannt, die von einem CLAAS-Bildungsprojekt unterstützt wird. Der Name (Sanam) passt aber wieder nicht zu dem im aktuellen CLAAS-Artikel (Asima). Es ist aber wohl die Tochter des Mannes, der 2011 der Koranverbrennung beschuldigt wurde. Der war bis zu seiner Pensionierung Bahnbeamter.

    Jedenfalls ist ein Christ namens Gulzar Masih wohl tatsächlich angeschossen worden. Ich wünsche ihm und seiner Familie alles Gute.