Christlicher Leitfaden zum Start von „Ben Hur“

Die Geschichte von Ben Hur greife Fragen auf, „die heute nicht aktueller sein könnten: Versöhnung statt Hass, Friede statt Gewalt. Zentrale Figur dabei: Jesus Christus“, heißt es in dem Leitfaden.

weiterlesen:

[http://www.evangelisch.de/inhalte/137856/30-08-2016/christlicher-leitfaden-zum-start-von-ben-hur

  1. #1 von Elvenpath am 30. August 2016 - 18:30

    Also ein Film, den man sich sparen kann.

  2. #2 von Hal am 31. August 2016 - 11:47

    Wäre nicht ein Leidfaden angemessener?

  3. #3 von Willie am 31. August 2016 - 13:06

    „die heute nicht aktueller sein könnten: Versöhnung statt Hass, Friede statt Gewalt“

    Und was ist da nun die neue Frage?

  4. #4 von Skydaddy am 31. August 2016 - 14:16

    Weniger aktuelle Fragen werden hingegen in diesem christlichen Propagandafilm von 1971 behandelt:

    Tagline: „Christianity is stupid. Communism is good.“

  5. #5 von meteo am 31. August 2016 - 15:46

    Die Geschichte, die zur Verfassung von Ben Hur geführt hat, wird immer wieder triumphierend von Verbreitern des christlichen Glaubens trumpetiert. Der Autor, Lew Wallace, sei vom „militanten Agnostiker“ Robert Ingersoll eingeladen worden, eine umfassende Untersuchung über das Christentum zu machen, um definitiv zu beweisen, dass die Bibel nicht die Wahrheit ist. Die entsprechende 7-jährige Untersuchung habe ihn umgekehrt zum Schluss geführt, dass die Bibel nur Gottes Wort sein konnte. Die Elemente der Untersuchung seien dann der Stoff für die Geschichte von Ben Hur gewesen. Siehe [https://christianheritagefellowship.com/ben-hur-the-conversion-of-gen-lew-wallace/ .

    Ich frage mich wirklich, ob es Hoffnung für diese Menschheit gibt. Ich habe so oft Leute getroffen, die für diese wichtigen Fragen eine unerklärbare Unehrlichkeit aufweisen konnten, auf übelster Weise jonglieren konnten, um auf ihre Beine wieder zu kommen und trotz der Fakten weiter zu glauben bzw. als ehemalige Konfessionslose zu konvertieren. Das gilt auch für Bibelapologetiker wie Josh McDowell („ex Konfessionsloser“): als ich 2003 nach und nach den Glauben verlor und für meine Untersuchungen insbesondere seine Bücher las, sprang ich jede 10 Sekunden zum Dach, wie unehrlich man sein konnte. Ich fiel total aus meiner Wolke, ich dachte bisher, dass Christen die Wahrheit lieben würden. Zum Beispiel zitiert er nicht die vollständigen Bibelstellen, die sich auf eine Prophezeiung beziehen, um ihr eine andere Interpretation zu geben als der vollständige Text es zulässt, dann pickt er sich ein Ereignis in der Geschichte, das seiner nicht möglichen Interpretation der Prophezeiung entspricht, und er schreibt: „Unglaublich, die Prophezeiung hat sich bis ins kleine Detail erfüllt, das war sehr unwahrscheinlich, das ist der Beweis, dass die Bibel nur Gottes Wort sein kann!“.

    Irgendwann hatten Evangelikale einen Stand vor der Mensa der Uni München, wo sie Missionierungsbücher den Studenten kostenlos verteilten (das Geld und bereite Militanten dazu haben sie, im Gegenteil zu uns). So sagte einer einem asiatischen Studenten: „Hier das Buch von einem ehemaligen Ungläubigen, der versucht hat, die Bibel zu widerlegen, aber seine Untersuchungen haben ihn umgekehrt zum Schluss gebracht, dass die Bibel Gottes Wort ist“. Ich fragte, wer der Autor ist, und bekam als Antwort: „Josh McDowell“. Ich fing an, über meine schlechten Erfahrung mit diesem Autor zu sprechen, wurde aber vom Evangelikalen unterbrochen: das sei nicht mein Stand, ich solle dann meinen eigenen Stand haben (was ich nicht durfte, weil ich keinen eingetragenen Verein hatte, im Gegensatz zu diesen Evangelikalen, die angaben, mit der evangelischen Hochschulgemeinde zu kooperieren).

    Wenn jemand vom Thema Religion interessiert ist, sich Fragen darüber stellt, hört er nur die Meinung von der gläubigen Seite. Die Konsequenz daraus ist, dass interessierte Leute meistens gläubig werden, während Konfessionslose in der Regel Leute sind, die nicht interessiert sind, sich NOCH keine Fragen über Gott und Glaube gestellt haben, so gut wie nichts von den atheistischen Argumenten wissen, und eigentlich sehr einfaches Wild für Missionare sind, vor allem nachdem etwas in ihrem Leben schief gegangen sein wird: Krankheit, Tod von Freunden oder Angehörigen, etc…

  6. #6 von Skydaddy am 1. September 2016 - 03:31

    @meteo:

    Die Bücher von Josh McDowell kenne ich noch aus meiner Jugend. Diese Art der Missionierung mit erfundenen (oder zumindest grob übertriebenen) Geschichten und aus dem Zusammenhang gerissenen „Fakten“ hat sich zu einer Zeit herausgebildet, als es noch kein Internet gab und es somit kaum möglich war, die massiven Manipulationen zu erkennen.

    Heute wird das noch weiter verwendet, weil es (a) immer noch nichts besseres zu geben scheint und (b) der Scheiß immer noch zu funktionieren scheint. Das wird genauso geglaubt, wie unsinnige Internetmeme geshared werden.

    Merke: Aus apologetischer Sicht ist ein „Argument“ nicht gut, wenn es logisch sauber ist, sondern wenn es Leute „überzeugt“. Und bei Leuten, die nichts nachprüfen, kann man sich dann seine Darstellung gleich so zurecht lügen, dass sie möglichst überzeugend erscheint. (Stichwort Jesus.ch)

    Ich selbst gehe davon aus, dass auch die Evangelien und weite Teile des Alten Testaments so entstanden sind.

  7. #7 von Skydaddy am 1. September 2016 - 09:11

    Kritik beim NDR:

    Im neuen Film, dessen Produzenten Tom Burnett und Roma Downey zur ultrakonservativen amerikanischen Glaubensrichtung der Evangelikalen gehören, wird der religiöse Aspekt bis zur Absurdität verstärkt. Immer wieder taucht Jesus auf, steht Ben Hur bei. Mal tischlert er umotiviert an einer Straßenecke, mal verbreitet er Platitüden über Gottes Weg. So penetrant ist die Hyperchristianisierung von „Ben Hur“, dass man das Wagenrennen kaum erwarten kann.

    … Die Frage, ob es für diese zehn Minuten Rennen lohnt, die vorhergehenden zwei Stunden von „Ben Hur“ anzuschauen, muss aber leider und eindeutig mit „nein“ beantwortet werden.