Gott ist nicht tot – wir haben ihn nur verkauft

Die mutigen Menschen brauchen wir jetzt dringender denn je, damit wieder ein Gleichgewicht hergestellt werden kann in der menschlichen Seele. Ein endgültiger Sieg über das Böse bleibt utopisch, solange die Spezies Mensch sich von dem barmherzigen Gott abwendet, also vom Guten.

[http://www.tichyseinblick.de/meinungen/gott-ist-nicht-tot-wir-haben-ihn-nur-verkauft/

Advertisements
  1. #1 von Hal am 30. August 2016 - 00:04

    Alle Achtung, im Artikel kommt das Wort Böse 32 mal vor!

    Diese mutigen Menschen brauchen wir jetzt dringender denn je, damit wieder ein Gleichgewicht hergestellt werden kann in der menschlichen Seele. Ein endgültiger Sieg über das Böse bleibt utopisch, solange die Spezies Mensch sich von dem barmherzigen Gott abwendet, also vom Guten.

    So viele Wörter und so wenig Sinn; Mensch böse, nur mit Gott gut, und dabei hätten sechs gereicht. Sie enthalten selbstverständlich nicht den sogenannten Missbrauch von Religion und die menschliche Selbstanmaßung als Gott, aber das ist in den schrecklichen Monotheismen so oder so enthalten. Es sind hierarchische und totalitäre Herrschaftsideologien und die Schafe identifizieren sich im allerhöchsten grade mit ihren Gott, bzw. ihr Gott ist immer ihrer Meinung – braucht man also nicht erwähnen.

    Dr. med. Mimoun Azizi ist Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie und Notfallmedizin. Zudem ist er Politikwissenschaftler und Soziologe.

    hmmm, und er sieht in Menschen nur das Böse. Nicht unbedingt die beste Voraussetzung für einen Kopfdoktor.

  2. #2 von dirk am 30. August 2016 - 00:37

    Zumindest was gut ist hat der Muslim ja schon mal gleich am Anfang klar gestellt.

    „…solange die Spezies Mensch sich von dem barmherzigen Gott abwendet, also vom Guten“

    Leider laufen immer noch Leute rum die im Namen Gottes Menschen umbringen, manchmal sogar in Europa.

    Warum sollte man den annehmen Gott sei moralisch sittlich gut wenn er Massenmord doch befürwortet oder selbst durchführt. (Gemäß Luther sogar unschuldige „Seelen“ ewig Foltern lässt wenn sie nicht vor ihn Buckeln, der Koran (Sure 17-39 Teil der „Zehn Gebote“) ist da nicht viel besser bloß die Betonung auf ewig hab ich nicht gefunden)?

    Etwas besser als die alte Einstellung ist doch zuweilen die neue zb das einige der heiligen Schriften etwas umgebogen wurden und rosinenpickerei betrieben wird zB dass die katholische Kirche vom dem oben beschriebenen ewigen Foltern für Ungläubige nach den Tode abgerückt ist.

  3. #3 von dezer.de am 30. August 2016 - 08:46

    @dirk: inwiefern ist das Foltern nach dem Tode abgeschafft worden?

  4. #4 von Dirk am 30. August 2016 - 16:31

    Siehe Wiki die Katholiken haben die ewige Folter der „Seelen“ für Ungläubige durch die Abwesenheit Gottes ersetzt.

  5. #5 von Noncredist am 30. August 2016 - 17:00

    Er hat erkannt, dass er gegen das eigene Böse nicht ankommt. Er hat der Macht des Bösen nichts entgegen zu setzen. Er kann jedoch mit dem Strom mitschwimmen. Das Böse instrumentalisieren, um seine Begierden zu befriedigen. <<

    Was genau ist mit „Böse“ gemeint? Was IST „das Böse“ genau? Wie grenzt man das „Böse“ von anderen Sachen ab? Und warum ist das „Böse“ eine Kraft, gegen die man nicht ankommt? Fragen über fragen … die sich anscheinend nur mit subjektiven Meinungen lösen lassen. Das „objektive Böse“, was sich genau analysieren lässt, bleibt noch aus.

    Kriege bedeuten Leid und Tod von Millionen von Menschen, aber auch ein Geschäft. <<

    Na und? Wer ballert, verbraucht Munition. Die muss jemand ja herstellen. Und das tut er nciht für Luft und Vaterlandsliebe. Davon wird keiner satt. Die Kriegsführung war stets ein Wirtschaftsmotor. Zumindest für diejenigen, die da profitable Waren produzieren konnten. Wenn man schon Kriege nicht aufhalten konnte, dann verkaufte man eben Trost. Teilweise auf Raten. Ein bisschen hier auf Erden, den Rest im Paradies. Wenn man die Arbeit auch brav erledigt hatte, Gewinne landen stets bei den Gewinnern.

    Er maßt sich sogar an, Gott zu verkaufen. <<

    Ist Gott ein Gegenstand? Wenn ja, was sagen unabhängige Gutachter zum Wert eines Gottes? Ist Gott eine Person? Wenn ja, weshalb ignoriert diese Person die Meinungsfreiheit und teilt nicht mit, wie es zum Menschenhandel steht?

    Mit Gott lassen sich Geschäfte machen. <<

    So wie mit „Vaterland“ und anderen Nomen.

    Wozu bräuchten wir ihn sonst noch? <<

    Die UNENDLICHEN Möglichkeiten eines Gottes eröffenen UNENDLICHE Möglichkeiten für die Menschheit! Man könnte einen Gott dazu gebrauchen, ein MIttel gegen Krebs zu finden. Oder andere Krankheiten zu behandeln. Vielleicht sogar Kriege zu beenden. Aber das sind ja nur meine 2 Cents 😉

    Der Mensch hat sich doch schon selbst als Gott ausgerufen. Mit Hilfe der Technik und der Wissenschaft hat der Mensch die Möglichkeiten, das Bewusstsein zu beherrschen. <<

    Ja, wir können sogar mit Hilfe der Technik und der Wissenschaft fliegen! Bis zum Mond! Und wir können Operationen ausüben! Krankheiten heilen. Die Wissenschaft hat aber leider keine Intention zu heilen. Das tun noch immer die Menschen, die dieses Mittel der Welterklärung nutzen 😉

    Gleichzeitig ist die Fähigkeit, mit der eigenen Unfähigkeit, mit den sozialen Problemen, mit der menschlichen Seele umzugehen, ad acta gelegt worden. <<

    Nein. Die Wissenschaft – das Schaffen von Wissen – führte nicht zur Unfähigkeit. Da wird Korellation und Kausalität mal wieder durcheinander gewirbelt. Die Ursache für die Unfähigkeit sind schlicht und einfach die Interessen unterschiedlicher Gruppen. Sie kollidieren miteinander. Unabhängig des wissenschaftlichen Standes. Vor jahrhunderten, als man alljährlich in den Krieg zog, war der Glaube nicht gerade geringer im Lande. Die Gottesfurcht, die Ehrfurcht vor Gott, schützte genausowenig vor Krieg und Elend, wie heutzutage. Wünscht man sich etwa das 11. Jahrhundert zurück? Als die Kindersterblichkeit höher war? Als noch „gottesfürchtige“ Krankheiten die Menscheit im Griff hatte? Wohl eher nicht.

    Das Böse hat es geschafft, mit Hilfe der Technik die menschliche Seele zu sterilisieren. Alles ist steril. <<

    Ja. Und die abnehmende Anzahl von Piraten mit Augenklappe und Holzbeinen steht im direktem Zusammenhang mit der Klimaerwärmung. Ganz sicher 😉

    Und das ist nur der Anfang des Artikels! Der Rest ist auch nicht besser.

    Unter dem Absatz „Gott verkauft“ wird der Authoritätsfehlschluss gefeiert. „Gott“ alleine sei gut. Ist das personifizierte Gute. Natürlich wird nicht erwähnt, welche der hunderttausenden unterschiedlicher geglaubten Gottheiten auf diesem Planeten nun unter „Gott“ das Gute repräsentieren soll, aber der Text impliziert den abrahamitischen Gott. Der Mensch will – gemäß dem Turm zu Babel – zu Gott werden, und öffnet dem Bösen damit die Türen. Wieso, das steht nicht im Text. Und ob diese Behauptung stimmt, wird auch nicht mit nachprüfbaren Fakten untermauert. Kein Beleg über die Existenz etwaiger Götter o.ä..

    Der Mensch kann seinem Instinkte folgend, einem Raubtier gleich, endlich auf die Jagd gehen, um seine bis dato unterdrückten Begierden zu befriedigen. Das Böse hat für alles eine Erklärung und eine Rechtfertigung. Für das Töten schämt es sich nicht, Gott zu instrumentalisieren. <<

    Welcher Mensch damit gemeint wird, bleibt offen. Ich vermute mal, damit ist auch der Autor des Textes gemeint 😉

    Das Böse ist an Genialität nicht zu übertreffen. Es ist ein Meister der Manipulation. <<

    Ob „das Böse“ manipulieren kann, kann ich nicht überprüfen. Mir sind jegliche Methoden vollkommen unbekannt, wie man die Anzahl von Bösen, wie auch dessen Intentionen überprüfen kann. Diese Aussage, dass das Böse eine Genialität besäße, wie auch Fähigkeiten einer Manipulierung, könnten auch vollkommen frei erfunden sein. Ich will dem Autor sicherlich nichts böses(!) unterstellen, aber diese Aussage könnte er sich auch frei aus seinem Ars*** gezogen haben. Er könnte jedoch auch vom noch viel böserem Böse als das von ihm wahrgenommene Böse manipuliert worden sein! Vielleicht?! Bitte verlangt nicht von mir, dass ich diese Aussage belege. Wer liegt denn noch Wert auf Fakten, wenn es um übernatürliche Götter und Bösewichte geht? 😉

    Unter der Überschrift „Unfähige Religionen“ wird der Fehlschluss des falschen Schotten getätigt. Natürlich hat man die perfekte Ahnung und weiss, wie man „richtig“ ist. Der Rest, welche z.Bsp. im Namen Gottes töten, sind Falschmenschen.

    Der Mensch hat Dank seines Verstandes gelernt, dass man sich der Heiligen Schriften sehr gut bedienen kann, um das Böse zu rechtfertigen <<

    Nein. Der gläubige Mensch interpretiert das gelesene und versucht ständig, etwaige Schlüsse für sein diesseitiges Leben daraus zu ziehen. Möglichst mit einem Ideal.
    Deshalb wird gerne „du sollst nicht töten“ zitiert, ohne jedoch den Bezug oder die damaligen Ursachen zu erwähnen. Sie dienen nicht den diesseitigen und aktuellen Interessen. Also lässt man sie einfach weg. Man kann ja nicht „klar und sicher“ sein, wenn man sich „Heilige Texte“ durchinterpretiert. Das musste auch die RKK lernen, als sie sich aufspaltete.

    Jeder von uns ist mit dem Bösen verbündet, denn er hat gesehen und nichts getan. (…) Alle sind mit dem Bösen verbündet, alle Völker, alle Nationen, alle Religionen, alle Klassen, alle Menschen. Der Wertevernichtung durch das Böse haben wir nichts entgegen zu setzen. Das Böse hat uns alle infiziert. <<

    Viel Schaum vor dem Mund. Aber was mit „dem Bösen“ genau gemeint ist, bleibt noch immer offen. Wollt ich nur mal so sagen 😉

    Letztendlich wird unter „Mut gefragt“ endlich Resümee gezogen. Nicht jedoch ohne den bekannten Fehlschluss der Ignoranz anzuwenden. Sowas gehört ja gerne dazu, wenn Götter im Spiel sind 😉

    Jeder, der es wagt, sich für das Gute einzusetzen, ist potentiell gefährdet. (…) Dabei übersieht man, dass die Menschheitsgeschichte geprägt ist vom Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen. (…) In jeder Epoche hat es mutige Menschen, Bewegungen und Aufstände gegen das Böse gegeben. <<

    Auch hier wurden „nur“ Interessen verfolgt. Es war kein Kampf gegen zwei klare Mächte, sondern zwischen Interessensgruppen.

    Diese mutigen Menschen brauchen wir jetzt dringender denn je, damit wieder ein Gleichgewicht hergestellt werden kann in der menschlichen Seele. Ein endgültiger Sieg über das Böse bleibt utopisch, solange die Spezies Mensch sich von dem barmherzigen Gott abwendet, also vom Guten. <<

    Weshalb sollte „das Gute“ gleichzusetzen sein mit einem „barmherzigen Gott“? Dafür gibt es ausserhalb des Glaubens absolut keine Belege. Nicht die geringste Überprüfungsmöglichkeit. Ganz im Gegenteil. Die gesamte Geschichte des Planeten ist durch die Evolution klar durch Anpassung und Aussterben geprägt. Das wir Menschen leben können, verdanken wir dem „bösen“ Auslöschen von jahrmillionen alten Lebewesen wie den Dinosauriern. Weder hatte eine Barmherzigkeit „nachgeholfen“, noch führte das „böse Auslöschen“ zur Schöpfungskrone.

    Es ist vollkommen überflüssig, Begriffe wie „Gott“, „das Böse“ oder „Abwendung von Gott“ zu benutzen, um die sozialen und ökonomischen Handlungen der Menschen zu erklären. Dies scheint dem Autor nicht von interesse zu sein. Er belässt es bei einem hebräischem Aberglauben über supernatürliche personifizierte Emotionen, um sich die Welt zu erklären. Wenn man sich nicht die Mühe machen möchte, wenn man die Ursachen nicht ausfindig und benennen möchte, so blebt noch immer die jahrtausendealte Möglichkeit aus dem Reich der Götter übrig: es war der Teufel 😉

    Genau DIESE Stagnation des eigenen Intellektes beklagt der Autor den ganzen Text lang. Wel der Mensch steril wird (Ursache: Wissenschaft), bleibt er Handlungsunfähig. Letztenendes ist auch dieser anscheinende schlaue Blick auf das „Böse“ nichts anderes als die simple Stagnation des Menschen. Jedoch ist die Ursache hier der Aberglaube, das „Erkennen“, dass man den übernatürlichen Superkräften hilflos ausgeliefert ist. Ich hingegen sehe es anders. Abseits dieses abgergläubischen Weltbildes sehe ein gewaltiges Potenzial, die Menscheit – gerade mit Hilfe der Technik und der Wissenschaft – nach vorne zu bringen. Ihn vom Korsett der Schöpfungskrone zu befreien. Man kann Grenzen, die man mangels Fähigkeiten nicht durchbrechen konnte und man „gottgegeben“ erdulden musste, verschieben. Wir sind nicht notwendigerweise den gleichen Kräften ausgeliefert, die vor jahrhunderten und jahrtausenden unzählige Menschen sterben ließen. Wir könnten es besser machen. Wenn die Interessen auch verfolgt werden würde. Und hierzu gibt es eben Komplikationen. Nicht alle verfolgen die selben Interessen … siehe PID, Schwangerschaftsabbrüche, Rechte für homosexuelle Paare, …. 😉

    Schade. Dabei hätte er so viel von der Wissenschaft lernen können. Aber da scheint er wohl vom Bösen verführt worden zu sein 😉

  6. #6 von dezer.de am 30. August 2016 - 17:37

    @Dirk: habe es mal nachgelesen. Sehr unterhaltsam.

    „Einige katholische Theologen wie (undeutlich) Hans Urs von Balthasar oder (schärfer) Gisbert Greshake versuchten eine theologische Vermittlung zwischen Allerlösungstheorie und definitivem Höllendogma: Demnach gibt es zwar die Hölle als „reale Möglichkeit“ (Karl Rahner), aber sie könnte „am Ende leer“ sein, denn niemals wurde die ewige Verdammung eines bestimmten Menschen verbindlich gelehrt.

    Hans Küng[6] schließt sich der Position von Gisbert Greshake an: Die Hölle sei kein bestimmter Ort und keine bestimmte Zeit, sondern gemeint sei der Moment der Begegnung eines sterbenden Menschen mit Gott. In diesem Moment begegne der unfertige und unvollkommene Mensch dem heiligen, unendlichen, liebevollen Gott. Diese Begegnung sei zutiefst beschämend, schmerzhaft und deswegen reinigend. Das Wort Fegefeuer sei eine falsche Übersetzung des lateinischen Wortes purgatorium (Reinigung). Moderne evangelische Theologen vertreten oftmals ebenfalls diese Position. Ähnlich sieht das – im Anschluss an Rudolf Bultmanns Darstellung, wonach Jesus die Höllen-Drohworte erst nach seinem Tod in den Mund gelegt worden seien[7] – die katholische Theologin Uta Ranke-Heinemann.[8]“

    WTF!!! 😄