Das meistzensierte Buch des Vatikan war die Bibel

Der katholische Index der verbotenen Bücher war die berüchtigste Buchzensur der Welt. Vor 50 Jahren erst schuf der Vatikan ihn ab. Kirchenhistoriker Hubert Wolf räumt im Interview mit dem Mythos um den Index auf.

weiterlesen:

[http://www.tageswoche.ch/de/2016_34/kultur/727260/Das-meistzensierte-Buch-des-Vatikan-war-die-Bibel.htm

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  1. #1 von Hal am 21. August 2016 - 18:05

    Ein sehr lesenswertes interview, obwohl der Journalist vermutlich der 5. Kolonne der Katholiban angehört.

    Nicht nur die Naturwissenschaften setzen mit ihrer Treibjagd des „Lückengottes“ der katholischen Gotteshypothese zu.

    Technologische Entwicklungen, wie der Buchdruck, schaffen Realitäten die zu den Zensurbestrebungen des Index geführt haben, aber auch dessen Abschaffung. Die Anzahl der veröffentlichen Bücher überstiegt im 20. Jahrhundert einfach die Kapazitäten ihres Personals. Seit der Katholizismus Staatsreligion des römischen Reiches wurde, haben sie erfolgreich Wissen und Bildung bekämpft, sogar zurückgedrängt, nun holt sie die Realität ein, sie schaffen den Index ab, aber ihre bildungsfeindlichen Dogmen bleiben in ihrer Essenz unverändert. Sie müssen sich nach außen hin anpassen, den Eindruck erwecken in der Gegenwart angekommen zu sein.
    Jede Gelegenheit die Zeit zurückzudrehen und ins Mittelalter zurückzukehren wird von den Katholiban genutzt, wie ihre enthusiastische Unterstützung der faschistischen Regime des 20. Jahrhunderts so illustrativ belegt.

    Prinzipiell hat die technologische Entwicklung heute Verhältnisse geschaffen die wie für die autoritären Zensurbestrebungen, Informationskontrolle und Überwachung der rkK geschaffen sind. Nur haben sie weder Macht noch Kapital diese einzusetzen, Geheimdienste wie NSA und Unternehmen wie Google haben ihr die Rolle des Big Brothers abgenommen – ihnen bleibt nur die Vorstellung ihres Allmächtigen, mit denen sie ihre Schafe drohen.

    Wo wir allerdings keinen Einblick haben, sind die Archivbestände ab 1939.

    Warum sollte die Kirche ihre Sünden beichten, wenn verschweigen, vertuschen und Geschichtsrevisionismus in der Vergangenheit so erfolgreich waren.
    Willkommen ins Informationszeitalter des Internets.

  2. #2 von Willie am 22. August 2016 - 01:15

    Der Tipp kam von Aussen: Ein besorgter Katholik aus dem Rheinland und «treuer Sohn» der Kirche warnte 1910 in einem Brief an den Vatikan eindringlich vor den populären Winnetou-Romanen, insbesondere vor der Konversion des Apachenhäuptlings zum Christentum in dessen Stunde des Todes: «Irgendwie christlich», aber nicht mehr «korrekt christlich», also zuwenig katholisch, lautete das besorgte Fazit des anonymen Denunzianten. Die päpstlichen Zensoren nahmen ihre Arbeit auf.

    Konrad Adenauer? 😆

    @HAL

    Sie müssen sich nach außen hin anpassen, den Eindruck erwecken in der Gegenwart angekommen zu sein.

    Das erinnerte mich an die 19Siebziger, als der Ort unter Leitung von Nonnen, Mönchen (das Ahrtal ist da verseucht, Klarissen, Ursulinen und in Lanterhofen die Päterchenfabrik – Studienhaus St. Lambert) und Pfaffen vor die Kinos zogen um gegen die „Lass jucken Kumpel“-Filme vorzugehen. Lustigerweise waren da bereits überwiegend nur die Alten der Bevölkerung dabei, deren Kinder (u.a. die FFW-Freunde meines Vaters) gingen unter Protest (Wir haben dich erkannt und aufgeschrieben) ins Kino.

  3. #3 von klauswerner am 22. August 2016 - 11:14

    BTW:

    … Karl May zur Indizierung vorgeschlagen … „Dass wir von dieser aus heutiger Sicht absurd scheinenden Episode Kenntnis haben, verdanken wir der ausserordentlichen Grundlagenarbeit des Kirchenhistorikers Hubert Wolf.“

    Nein, doch , ohh – unglaublich was dieser Mann geleistet hat. Er alleine hat also etwas herausgefunden, was jeder Karl May kenner schon seit Jahren weiß – und so mancher Biografie entnommen werden kann.

    Er erhielt als einer der ersten Wissenschaftler Zugang zu den geheimen Beständen im Archiv des Vatikan

    Wusste gar nicht, das die Karl-May-Biografie z.B. von Hermesmeier/Schmatz auch im vatikanischen Archiv liegt …

    (Ich hasse diese Art von Journalismus – nichts wird hinterfragt oder recherchiert)

  4. #4 von Monika am 22. August 2016 - 11:25

    Laß jucken, Kumpel? .)
    Willie, genau so hätte ich dich eingeschätzt, aber sowas von!

  5. #5 von Diamond Mcnamara am 22. August 2016 - 12:24

    You,dearest Monika, are particularly blessed, for: It has been revealed to me that the Lord wants you now in His Holy Presence. You will see His Holy Realm tomorrow night at 2 a.m. EST. Halleluya. How happy you must be. We have to stay behind while you see His Glory at such a young age already. We wish you a joyful resurrection in the flesh and are praying to be allowed to follow you as soon as the Lord permits. Hallleluyah. Amen.Amen.Amen

  6. #6 von Willie am 23. August 2016 - 01:23

    @Monika

    Willie, genau so hätte ich dich eingeschätzt, aber sowas von!

    Ja, so ist das mit den schwulen, masturbierenden 13/14jahrigen, die schauen belustigt zu, wie ihre Väter in Tittenfilme gehen während die Nonnen rebellieren. Und danach wichsen die dann auf diese vorgestellten Frauenbilder. (Oder war es doch die Unterwäschenseite mit Männerslips im Quelle-Katalog? Mhm, die Altersdemenz setzt ein)

  7. #7 von Christian Mai am 23. August 2016 - 06:32

    „Mein Kampf“ soll intensiv geprüft worden sein, schaffte es dann aber nicht auf den Index …

    Der Mitarbeiterstab des katholischen Theologen Wolf ist hier nachzulesen: http://www.buchzensur.de/index.htm