Wir sind keine buddhistischen Bettelmönche – und stecken deshalb in der religiösen Konsumfalle

Die christlichen Kirchen stecken in unseren Breitengraden in der Krise, ihre Heilslehre ist antiquiert und nicht mehr sexy. Da die religiösen Bedürfnisse nicht in grossem Stil schwinden, brauchen die entfremdeten Gläubigen Ersatz. Denn nur die wenigsten Leute setzen sich so intensiv mit religiösen Fragen auseinander, dass sie allenfalls Agnostiker oder Atheisten werden.

Als Alternative bietet sich vor allem der Buddhismus an. Der Hype um den Dalai Lama, der am 14. Oktober im Zürcher Hallenstadion auftritt, verdeutlicht die Hinwendung zu fernöstlichen Heilsvorstellungen.

[http://www.watson.ch/Blogs/Sektenblog/727706952-Wir-sind-keine-buddhistischen-Bettelm%C3%B6nche-%E2%80%93-und-stecken-deshalb-in-der-religi%C3%B6sen-Konsumfalle

  1. #1 von Willie am 21. August 2016 - 00:11

    Wenn alle den Buddhismus „richtig“ und vollumfänglich leben würden, dann wär schnell Schicht im Schacht. Alle entsagen äusserlichen Aspekten und Dingen und keiner kann mehr etwas geben – eben nur noch Parasiten auf der Welt sind.

  2. #2 von Simone am 21. August 2016 - 09:07

    @Willie
    Genau, diese ganze Bettelei funktioniert ja nur solange, wie eine Mehrheit der Gesellschaft arbeitet. Dieses ganze Konzept ist doch völlig unrealistisch und weltfremd.

  3. #3 von Monika am 21. August 2016 - 11:06

    Willie und Simone, da muß ich euch zustimmen!
    Das christliche Konzept des ora et labora (bete und arbeite) und die protestantische Arbeitsethik halte ich auch für dem Menschen zuträglicher.
    Gott hat uns auf jeden Ruhetag sechs Werktage gegeben…

  4. #4 von Yeti am 21. August 2016 - 11:42

    @monika:

    Gott hat uns auf jeden Ruhetag sechs Werktage gegeben…

    Und die Gewerkschaften haben uns einen zweiten Ruhetag gegeben.
    Ich bin selbständig und habe mir selbst einen dritten Ruhetag gegeben.

    Also hat „er“ mir auf jeden Ruhetag „nur“ zwei/drei Werktage gegeben, statt sechs. Muss ich mich jetzt minderwertig fühlen?

    Oder kann ich mich – ganz protestantisch Arbeits-ethisch – jetzt total klasse fühlen, dass die am-wenigsten-Verdiener (Mindestlohn) einen ganzen Tag arbeiten müssen, um den gleichen Betrag zu verdienen, wie ich in einer Stunde?

    Oder bin ich wiederum ein fauler Sack, weil ich effektiv nur wenig mehr als halbtags arbeite?

    Hat „er“ mir das alles einfach so gegeben, obwohl ich nie danach gefragt habe, oder habe ich mir das womöglich selbst erarbeitet (mit nicht zu verachtender Starthilfe und Unterstützung meiner Arbeiter-Eltern!(x) und einer Riesenportion Glück/Zufall – zur rechten Zeit am rechten Ort/Schule/Uni), dass ich so leben kann?

    (x) Zitat mein „Vadder“, der leider als Bauarbeiter nicht so alt geworden ist, wie ich jetzt schon seit 5 Jahren bin:

    Wenn ich sehe, wie geschickt Du mit Deinen Händen bist, solltest Du vielleicht etwas lernen, das man mit dem Kopf erledigen kann …

    PS: „Es werde Licht“ sagen und dann „sehen, dass es gut [ist]“ kann manchmal tatsächlich genug für einen Tag sein 😉
    PPS: Ich glaube, es war Konfuzius, der sagte: „Mache Deine Leidenschaft zum Beruf und Du musst nie wieder Arbeiten gehen.“

  5. #5 von Monika am 21. August 2016 - 11:48

    Yeti, an deinen „freien“ Tagen hast du noch nie einen Rasen gemäht oder ein Auto gewaschen?

  6. #6 von Kappa am 21. August 2016 - 12:16

    Dass du die protestantische Arbeitsethik zuträglicher findest ist klar Monika:)
    Arbeit als eine gottgewollte Verpflichtung, welche man nicht in Frage zu stellen hat ?
    Passt!

  7. #7 von Monika am 21. August 2016 - 12:26

    Kappa, du sagst es!

    Um den Bruder Paulus zu zitieren:
    „Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen“
    aber auch
    „Der Arbeiter ist seines Lohnes wert!“

  8. #8 von Hypathia am 21. August 2016 - 12:52

    @ Monika
    Warum sollte Yeti an seinen freien Tagen nicht Rasen mähen oder Auto waschen? Vielleicht macht ihm das ja Spaß und er sie es auch nicht als Arbeit an.
    Ich fotografiere an meinen freien Tagen unser Damenfußballteam beim Match und sehe das auch nicht als Arbeit an, weil es mir einfach Spaß macht, obwohl es für Profifotografen Arbeit bedeuten würde.

  9. #9 von Monika am 21. August 2016 - 21:52

    Hypathia, wünschenswert ist doch, das Arbeit immer Spaß macht!
    Ansonsten wollte ich nur darauf hinweisen, das nicht alle Arbeit notwendigerweise auch bezahlt wird – oder besser, das auch unbezahlte Arbeit, wie die einer Hausfrau, nur zum Beispiel, ihren Wert und ihre Würde hat.

    Und dennoch anstrengend sein kann.

  10. #10 von Willie am 22. August 2016 - 00:16

    Ich frag mich gerade, wie dieser Bruder Paulus das da gemacht hat? Der hat doch seine Arbeit dran gegeben um nicht mehr zu arbeiten und nur noch (dummes Zeugs) zu predigen.

  11. #11 von Monika am 22. August 2016 - 10:28

    Nee, Willie, der hat nebenbei immer noch Zelte gemacht.

  12. #12 von Yeti am 22. August 2016 - 15:36

    Monika, ich habe in meinem ganzen Leben tatsächlich noch niemals einen (ganzen) Rasen gemäht. Als ich das noch wollte, durfte ich nicht, weil zu jung. Jetzt, wo ich darf, brauch‘ ich nicht mehr. Ich wohne seit ein paar Jahren wieder mit meiner knapp 75-jährigen Mum im gleichen Haus und die würde sich eher einen Rollator hinter den Rasenmäher schrauben, als mir den Mäher zu überlassen. Die hat schon Angst, dass ich mich verletzte, wenn ich mir beim Kaffee am Wochenende eine Zigarette drehe …

    Autos habe ich bisher nur gewaschen, wenn ich was dafür bekommen habe, das letzte mit knapp 17. Da war aber mein eigenes nie dabei. Das ist hier übrigens, bis auf spezielle Plätze, verboten. Ölschmutz in der Kanalisation findet die Gemeinde zurecht nicht so prickelnd.

    Aber das hätte auch alles nichts mit Arbeiten im Sinne von „Werktag“ zu tun. „Arbeiten“ ist für mich, wenn ich das für Geld tue. Das auch nicht bezahlte Arbeit Wert und Würde hat (Du nennst die Hausfrau) ist natürlich richtig.