Burka-Verbot-Debatte: „Religion muss sichtbar sein“

Beim sogenannten Burkaverbot, der Vollverschleierung von muslimischen Frauen, gehen die Meinungen weit auseinander. Das wurde am Freitag bei der der Diskussion um die sogenannte Berliner Erklärung der Innenminister der Union deutlich. NDR Kultur Redakteur Florian Breitmeier kommentiert.

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[https://www.ndr.de/kultur/Burka-Verbot-Debatte-Religion-muss-sichtbar-sein,burka116.html

  1. #1 von user unknown am 20. August 2016 - 10:56

    Auch hier liegt das Phantasma zugrunde, dass die Frauen selbstbestimmt für die Verschleierung votieren.

    Abgesehen davon kann ein solcher Schleier auch so eng anliegen, dass er das Autofahren nicht zum Blindflug macht.

  2. #2 von Noch ein Fragender am 20. August 2016 - 11:49

    „Religion muss sichtbar sein“

    Aber nicht in staatlichen Einrichtungen, die den weltanschaulich-neutralen Staat repräsentieren.

    Ansonsten kann jedermann als Werbeträger auf zwei Beinen durch die Gegend laufen.

    Ma kann sich durch entsprechende Kleidung als Fan eines bestimmten Fußballclubs
    outen, als Unterstützer von Wohlfahrtsorganisationen oder auch auch als Anhänger einer bestimmten Religion.

    Es gibt sogar Atheisten-Shirts. 🙂

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  3. #3 von Skydaddy am 20. August 2016 - 11:55

    Dass Religion sichtbar sein müsse, ist eine RELIGIÖSE Vorstellung. Deshalb hat sie für den Staat keine Bedeutung.

    Es mag andere Gründe geben, aber dieses Argument zieht nicht.

  4. #4 von Hal am 20. August 2016 - 17:01

    Der Herr Breitmeier scheint in einer anderen Wirklichkeit zu leben, in einer recht verzerrten Phantasiewelt.

    Die Religionsgemeinschaften müssen deshalb immer wieder aufs Neue zeigen, dass sie bei der Verteidigung der freien Gesellschaft ein Teil der Lösung sind.

    Mir ist nicht bekannt dass Religionsgemeinschaften sich jemals für eine freie Gesellschaft eingesetzt haben. Die beiden Großsekten waren hingegen nur zu willige Helfer in den 12 Jahren des tausendjährigen Reiches, vom vor dem Anfang bis zum Ende dem Führer treu zu Diensten. Sogar nach dem Tode des Führers waren sie ihm treu und ermöglichten Kriegsverbrechern die Flucht via der Rattenlinie.

    Religiöse Konflikte werden im Zeitalter der Globalisierung nicht dadurch gelöst, dass die Religion aus dem öffentlichen Leben verschwindet.

    Oh ein Strohmann, kaum jemand möchte Religion aus der öffentlichen Leben verbannen, es geht um Trennung von Staat und Kirche, um Sonderrechte und Privilegien, um den lobbyistischen Kirchenfilz und den miesen kirchentreuen Politikern, die gegen den Interessen der Bevölkerung handeln. Ein mögliches Burkaverbot und das abhängen von christlichen Pissmarken in öffentlichen Einrichtungen wird kaum die Allgegenwart von Religion in der Gesellschaft beeinträchtigen – schon gar nicht in der Medien des ÖR’s, nicht wahr Herr Breitmeier.

    Die berechtigte Sorge vor religiösem Fundamentalismus darf nicht dazu führen, dass wir die Verfassung und ein darin zum Ausdruck kommendes positives Menschenbild fundamental infrage stellen, denn gerade diese skeptische Haltung vergiftet das gesellschaftliche Klima.

    Skeptizismus ist vor allen für Religionen giftig. Religiotisch verstrahlte Politiker und christliche Maulwürfe in den Medien versuchen um jeden Preis Religionen, egal welch toxischer Ausprägung, zu schützen und entschuldigen. Anstatt das Verfassungsgebot zur Trennung von Staat und Kirche nachzukommen, wollen sie lieber noch eine der verrückten abrahamitischen Religionen mit dem Staat verfilzen, vor allem um die Privilegien der Großsekten zu bewahren. Das den Kirchen die Mitglieder fortlaufen und zunehmend weniger junge Menschen Priester werden wollen scheinen sie nicht bemerkt zu haben.

    Da möchte ich gerne die Klerikern und deren Lakaien folgendes Zitat Gorbatschows nahelegen.

    „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“

    Es könnte mit einen Knall enden, die Kirchen wollen den Status Quo bewahren, nur schwindet ihr Rückhalt in der Bevölkerung. Das bizarre ist, je mehr Mitglieder und gesellschaftliche Relevanz die Kirchen verlieren desto aufdringlicher und besitzergreifender (gegenüber dem Staate) reagieren sie. Auf biegen und brechen müssen Polizeikirchen geschaffen, die Zahl der theologischen Fakultäten erhöht und mehr Kirchensteuern eingenommen werden. Steuergelder in Millionenhöhe werden für Kirchentage und Lutherdekade verschwendet und die Schafe treten weiterhin aus.

    Gerade die bescheuerte Lutherdekade sollte eine deutliche Warnung gewesen sein, denn es wird nicht nur an die Reformation erinnert, die widerlichen Seiten des Reformators kommen auch ans Licht. Frauen-, Juden-, Bauern-, ja generelle Menschenfeindlichkeit prägen das Bild des fanatischen Vernunftverweigerers, und dem folgen 30 Jahre Krieg welcher ganze Landstriche entvölkert – auf beiden Seiten Mord und Vernichtung in Jesu Namen.

    Die nun in der „Berliner Erklärung“ der Unions-Innenminister zum Ausdruck kommende Linie beim Thema Burka ist bemerkenswert.

    Der Vorschlag zeigt, dass in der freien Gesellschaft die Religionsfreiheit keine reine Privatangelegenheit ist, sondern stets auch der Allgemeinheit verpflichtet sein muss.

    Religiöse Vereine können sich der Allgemeinheit verpflichten so viel sie wollen, dafür müssen sie nicht vom Staat anerkannt oder gefördert werden. Jedoch scheinen die unverschämt reichen katholischen Bistümer und Organisationen lieber ihr Vermögen zu mehren, als es den Armen zugute kommen zu lassen. Die alten Säcke können nicht einmal ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden, sie sind einfach nur erbärmliche Heuchler die anderen etwas vorschreiben wollen.
    Religiöser Glaube ist eine sehr persönliche Angelegenheit, also vor allem eine Privatsache wie andere persönliche Überzeugungen, die man zwar mit anderen teilen, aber auch für sich behalten kann.

    Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht und Kirchen und religiöse Organsationen sind keine Menschen. Menschen können sich in Vereinen organisieren, egal ob sie abergläubisch sind oder sonnst wie Interessen teilen. Die Religionsfreiheit garantiert religiösen Organisationen keine Sonderrechte, denn das wäre ja diskriminierend – nur sind Menschen wie Breitmeier zu doof, schlecht gebildet oder unehrlich dieses zu berücksichtigen.