Streit um Gesichtsverschleierung: Muslimin klagt gegen Abendgymnasium

Darf ein Abendgymnasium eine Schülerin wegen ihres Gesichtsschleiers ablehnen? Darüber muss das Verwaltungsgericht Osnabrück jetzt in einem Eilverfahren entscheiden.

[http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/osnabrueck-muslima-klagt-gegen-abendgymnasium-wegen-gesichtsschleier-a-1108566.html

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  1. #1 von Willie am 20. August 2016 - 02:34

    Darf ein Abendgymnasium eine Schülerin wegen ihres Gesichtsschleiers ablehnen?

    Ja, wenn der Schulfrieden durch das Tragen, analog Kopftuch, gefährdet ist.

    https://blasphemieblog2.wordpress.com/?s=Kopftuchurteil

  2. #2 von user unknown am 20. August 2016 - 04:54

    Dürfte schwierig sein, eine gute Begründung zu finden. „Schulfrieden gefährden“ klingt mir nach einer an den Haaren herbeigezogenen Begründung für das, was man entschieden sehen will, nicht für eine neutrale Durchsicht der Gesetzeslage.

    Allerdings bin ich dabei meine eigene Haltung in der Verschleierungsfrage zu überdenken – also das, was ich für politisch wünschenswert halte, nicht meine Einschätzung der aktuellen Gesetzeslage. (IANAL)

    Und zwar bestreite ich einerseits, dass es eine freiwillige Vollverschleierung gibt (bis auf die Augen/inkl. Augen – nicht gemeint: Kopftuch, das das Gesicht frei lässt, obwohl das in die gl. Richtung geht).

    Einerseits ist es eine bewusste Selbstausgrenzung die mit Kleidung betrieben wird. Auch die Einordnung als auch politischen, nicht primär religiösen Ausdruck, teile ich.

    Auf öffentlichen Straßen und Plätzen oder am freien Meeresstrand halte ich die Kleidung nicht für verbietbar. In öffentlichen Einrichtungen, Behörden, Schulen usw. sieht das anders aus.

    Die Ausrede, dass es nur Kultur sei, kann man angreifen, weil die hier vorherrschende Kultur eben eine andere ist. Und fragt man, was hinter der Kultur steckt, dann hört man, dass Männer nicht angespitzt werden sollen durch frei wallendes Haar.

    Implizit drückt ein Kopftuch, mehr noch die Verschleierung aus, dass die anderen Frauen Huren sind und die Männer triebgesteuerte Testosteronroboter und setzt andere Frauen/Mädchen unter Druck sich dem rigiden Regime anzuschließen. Naja – vielleicht fällt das doch unter Schulfrieden.

    Dass es ein Akt der Selbstbestimmung sein soll, als Sack auf Rädern rumzulaufen, kauf ich auch niemand ab. Es ist eine Fremdbestimmung durch eine andere Gruppe, die gewählt wird, keine Selbstbestimmung.

    Nun – könnte man nicht ähnliches über Punker u. dgl. sagen, die auch einen Kleidungscode hatten dem man sich mit Piercings, Nieten, zerrissenen Klamotten und bunten Haaren anschloss?
    Jein. Von der lokalen Punkszene konnte man sich einfach trennen und als Solitär rumlaufen oder ins Popperlager wechseln – öfter mal was neues.

    Glücklich bin ich aber mit der Idee der Freiheitseinschränkung bei Kleidung nicht – einfache Antworten kann ich hier nicht bieten. Jedenfalls ist es ein interessantes Freiheitsparadoxon, das uns sicher noch einige Zeit beschäftigen wird.

  3. #3 von dirk am 20. August 2016 - 07:03

    Was steht den im Artikel?

    „Die Muslimin sei lediglich bereit, vor Unterrichtsbeginn vor einer weiblichen Schulmitarbeiterin den Schleier abzunehmen, damit ihre Identität festgestellt werden könne. Im Unterricht aber wolle sie den Nikab tragen. Unter diesen Umständen habe sich die Schule nicht in der Lage gesehen, die Frau weiter zu unterrichten.“

    Es dreht sich also darum das die Schule bzw die Lehrer überhaupt wissen ob die Schülerin anwesend ist.

    Und falls eine Anwesenheit Pflicht ist bzw nachgewiesen werden muss sieht es für jemand der sich vermummt schwieriger aus.

  4. #4 von dirk am 20. August 2016 - 07:10

    Nachtrag

    Also ich zur Schule ging wurde sogar die Mitarbeit im Unterricht in der Zensur berücksichtigt falls das bei der Schule ebenfalls der Fall ist, klappt das bei vermummten Personen auch nicht zweifelsfrei.