Jäger: Ein Burka-Verbot hätte auch Folgen für den Karneval

Viele Bürger rufen nach einem Burka-Verbot. Doch das könnte auch Folgen für die Karnevalshochburgen haben, warnt NRW-Innenminister Jäger. Denn dann müssten alle Masken und Vermummungen fallen.

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[http://www.focus.de/regional/duesseldorf/religion-jaeger-ein-burka-verbot-haette-auch-folgen-fuer-den-karneval_id_5837231.html

  1. #1 von K.Brückner am 18. August 2016 - 16:59

    Wahnsinn was sich Politiker als Argumente einfallen lassen. Die Faschingsmaske kann jederzeit zur Klärung der Identität abgenommen werde, die Burka nicht.

    K.Brückner

  2. #2 von Elvenpath am 18. August 2016 - 17:06

    @K.Brückner. Ist die Burka festgetackert?

    Selbstverständlich ist ein Burkaverbot nur im Rahmen eines allgemeinen Vermummungsverbots zulässig. Eine „Lex Burka“ kassiert das Bundesverfassungsgericht in kürzester Zeit. Und das völlig zurecht.
    Entweder, jeder darf sich vermummen, oder keiner. Eine Ungleichbehandlung ist nicht zulässig und wäre zudem pure Willkür.

  3. #3 von Hal am 18. August 2016 - 17:55

    @Elvenpath

    Warum denn das? Es gibt Regeln und Ausnahmen, Faschingsmasken und Vollverschleierung wären vergleichbar wenn sie das Jahr hindurch getragen werden. Aber wenn der Vergleich Grundlage eines des generellen Vermummungsverbots ist, dann ist Religionsausübung Fasching und sollte nur an einigen wenigen Tagen öffentlich stattfinden dürfen. Weihnachtsmänner könnten nur glattrasiert in der Öffentlichkeit auftreten und so weiter und so fort.

    Genau wie man nicht töten darf, außer in Selbstverteidigung oder als Soldat. Es gibt keine einfachen Regeln die unser komplexes Zusammenleben in allen Situationen bestimmen kann!

    Was ist eigentlich die Motivation für ein Verbot der Vollverschleierung und warum sie nicht auf Fasching zutrifft? Es gibt viele und die können auch ethisch gut begründet werden, aber die Diskussion haben wir ja schon geführt.

  4. #4 von O. am 18. August 2016 - 21:30

    Die Burka ist auch ein religiös-politisches Symbol, wie Braunhemden der Nazis, Reichkriegsflagge oder Judenstern.
    Was hat das mit Fasching zu tunmü, ausser, daß man zu Fasching auf de Idee kommen könnte, es mal mir diesen Symbolen / Bekleidungen auszuprobieren?!
    Der Vergleich mit Fasching hinkt absolut, da es schliesslich nicht nur um das Vermummen selbst geht, sondern auch die Symbolik dahinter.
    Und bei Fasching veräppelt man das doch, macht sich einen Spaß aus Rollenmodellen und Ähnlichem, ebenso wie in der Satire. WIDER den tierischen Ernst, bzw. WIDER den politischen und religiösen Ernst.

  5. #5 von O. am 18. August 2016 - 21:35

    Wenn man die Burka mit dem Fasching/Karneval dann zusammen verbieten will, hat man gleich das Werk der Islamisten zumindest zum Teil sich zu eigen gemacht: den Ungläubigen wird das Lachen schon noch vergehen.
    Ja, die verbieten es sich selbst. Und wenn nicht, gestatten sie den Ernst der politreligiösen Symbolik, weil sie das alles in einen Topf werfen.
    Wer solche Argumente annimmt, ist den Islamisten schon auf den Leim gegangen.
    Aber politische Dummheit ist ja in diesem Land seit einiger Zeit weit verbreitet…

  6. #6 von Elvenpath am 19. August 2016 - 11:23

    @Hal: Ich habe das jetzt überhaupt nicht auf Karneval bezogen. Natürlich gibt es Ausnahmen. Es geht um das tägliche Leben. Und da einer Gruppe ein Vermummungsverbot auszusprechen, während es anderen Menschen erlaubt ist, ist eine klare Ungleichbehandlung und Diskriminierung.

  7. #7 von K.Brückner am 19. August 2016 - 11:48

    @ Elvenpath

    Sie sollten auch sehen, dass von der Burka ein ganz bestimmtes Signal zur Rolle und Stellung der Frau ausgeht. Überspitzt formuliert: Burkaträgerinnen sind Heilige, alle andere sind zumindest Sünderinnen, in Wirklichkeit sogar Prostutuerte,das Schlechte schlechthin.Das ist das Integrationssignal, das von Burkaträgerinnen, in Wahrheit von ihren Männern ausgeht. Sollen wir ein solches Signal akzeptieren? Ich glaube im Interesse unserer Frauen, im Interesse der Wertschätzung für unsere Frauen, müssen wir dagegen eindeutig Position beziehen. Die Burka ist also nicht nur ein eindeutiger Akt der Diskriminierung und Diffamierung der betroffenen Frauen selbst, für mich ist das wandelnde Gefängnis ein eindeutiger Verstoss gegen die Menschenrechte, sondern auch ein Akt der Diskriminierung und Diffamierung aller anderen Frauen. Wer mit einer solchen Grundeinstellung zu uns kommt, ist nicht wirklich integrationswillig und sollte sich sein Paradies irgendwo anders suchen.

    K.Brückner

  8. #8 von Hal am 19. August 2016 - 12:12

    @Elvenpath

    Dein Impuls für Gleichberechtigung einzutreten in allen ehren, nur ist Vollverschleierung in sich selbst diskriminierend und zwar auf Basis der Geschlechter. Wenn fusselbärtige Muslime auch vollverschleiert rumlaufen würden, wäre es ja keine Ungleichbehandlung, und rein ästhetisch ein großer Vorteil. 😉

    Die Vollverschleierung ist zudem eine implizierte, rotzfreche Beleidigung aller Männer, sie fördert Selbstsegregation, aber auch Exklusion und Vorurteile.

  9. #9 von oheinfussel am 19. August 2016 - 13:19

    @Hal

    Fusselbärtig? O.o

  10. #10 von m0ebius am 19. August 2016 - 13:46

    @ K.Brückner: ich stimme absolut überein, dass wir als Individuen und Gesellschaft Position gegen die Burka beziehen sollten. Das ist aber eine gesellschaftliche Debatte, die geführt werden muss, und nichts, das vom Staat mit (letztendlich) Gewalt durchgesetzt werden sollte.

    Staatliche Unterdrückung von politischen Statements (und die Burka wird nur deshalb diskutiert, weil sie eines ist) muss extrem zurückhaltend gehandhabt werden. Ansonsten legen wir Hand an die Grundpfeiler der Demokratie.

  11. #11 von Hal am 19. August 2016 - 14:09

    @fussel

    Ja ich weiß, aber es ist eine so treffende Umschreibung eines ungepflegten Bartes.

  12. #12 von Elvenpath am 19. August 2016 - 14:16

    @Hal: Ich bin etwas erschrocken über die freiheitsfeindliche Haltung hier. Sie sind also der Meinung, dass man einer bestimmten Gruppe Menschen vorschreiben darf, was sie anziehen darf und was nicht?
    Und Ihre Aussage „Die Vollverschleierung ist zudem eine implizierte, rotzfreche Beleidigung aller Männer“, erinnert mich stark an Aussagen wie „Homosexuelle sind eine Beleidigung für das Christentum“.
    Ich finde Ihre Weltanschauung unterdrückerisch.

  13. #13 von Elvenpath am 19. August 2016 - 14:20

    @K.Brückner: Aha. Sie wollen Signale verbieten indem Sie Menschen ihrer freiheitlichen Rechte berauben. So weit sind also wieder …
    Sie bewegen sich da auf ganz, ganz dünnem Eis. Da ist die Gesinnungsgesetzgebung nicht weit weg.

  14. #14 von Elvenpath am 19. August 2016 - 14:22

    @K.Brückner: Was wollen Sie als nächstes verbieten, weil es ein „falsches Signal“ aussendet? Glatzen? Irokesenschnitt?

  15. #15 von oheinfussel am 19. August 2016 - 15:00

    Gewisse Symbole sind bei uns verboten – du darfst auch nicht mit Ku-Klux-Clan Outfit rumrennen.

    Der Burka liegt ein gewisses denken zum Ursprung, welches mindestens menschenfeindlich ist, so wie verfassungsfeindlichen Symbolen, die daher verboten wurden.
    Müsste man diese Symbole wieder erlauben?
    Wir können nicht alles jeden erlauben, Freiheit heißt nicht, wir können alles machen, was wir wollen und jede Einschränkung bedeutet den Untergang von Demokratie.

  16. #16 von m0ebius am 19. August 2016 - 15:09

    @oheinfussel: Wenn die Burka exklusiv für Jihadismus stehen würde, würde ich zustimmen. Das tut sie aber nicht. Eine Burkaträgerin kann durchaus anderen Frauen zubilligen, sich so zu kleiden wie sie wollen.

    Darin unterscheidet sie sich von einer KKK-Robe – die steht für nichts anderes als für rassistische Gewalt.

  17. #17 von Cassie am 19. August 2016 - 15:19

    Ich halte prinzipiell nichts von staatlichen Kleidungsvorschriften, da es Menschen erlaubt sein sollte, sich zumindest im Privatleben so zu kleiden, wie sie wollen – selbst wenn es auf ihr Umfeld grotesk wirkt.

  18. #18 von Hal am 19. August 2016 - 15:53

    @Elvenpath

    Sie dürfen mich gerne duzen! Ich werde sie bis dahin siezen.

    Nirgends habe ich mich direkt für ein Verbot ausgesprochen, ich mag es vor Monaten oder Jahren getan haben oder auch nicht, aber ich bin prinzipiell nicht dagegen. Ich lasse mich zudem gerne von etwas anderen überzeugen.

    Und Ihre Aussage „Die Vollverschleierung ist zudem eine implizierte, rotzfreche Beleidigung aller Männer“, erinnert mich stark an Aussagen wie „Homosexuelle sind eine Beleidigung für das Christentum“.

    Ihr Vergleich hat zwar sexuelle Bezüge und darüber hinaus finde ich ihn sehr unpassend, um nicht idiotisch zu sagen. Die Begründung das muslimische Frauen sich öffentlich in einen Stoffsack verstecken sollen, wird essentiell mit den scheinbar nicht zu zügelnden männlichen Sexualtrieb und der daraus, qua Religiotenlogik, folgenden Vergewaltigung gerechtfertigt. Die Verantwortung einer Vergewaltigung einer unverhüllten Frau wird dem Opfer zugeschoben. Was ist das für ein krankes Menschenbild?

    Wenn das kein unverschämter Angriff auf die persönlichen Integrität und der Sozialisation nichtmuslimischer Männer ist, was ist es dann. Sie (ich) werden zu triebgesteuerten Bestien degradiert, wenn Muslime sich selbst so sehen wollen, ist es ihr Problem, wenn muslimische Frauen unverhüllt als Freiwild gelten, ist es ihr Problem – aber auch der Justiz. Diese wüste Wüstenideologie ist einfach nicht mit grundlegenden Menschenrechten vereinbar.

    Sie sind, oder so nehme ich an, mit der grundsätzlichen Frauenfeindlichkeit des Christentums bekannt, Wischi-Waschi-Christen ignorieren diese geflissentlich, nur ist sie immer noch in ihren heiligen Texten zu finden. Evangelikale und Katholibans berufen sich noch heute darauf und dort gibt es z. T. auch Bekleidungsvorschriften, wenn auch weniger umfassende.

    Ich bin etwas erschrocken über die freiheitsfeindliche Haltung hier.

    Es scheint Ihnen nicht einzuleuchten dass auch die Vollverschleierung in vielen Fällen freiheitsfeindlich ist oder sein kann. Es ist ein religiös begründetes Gebot! Werden solche Gebote, in ihrer Welt, per Definition ohne Zwang befolgt?

    Wie viele Ehrenmorde, die mehr oder weniger mit der Weigerung des Tragens der Vollverschleierung zusammenhängen, sind Ihrer Meinung nach akzeptabel in unserer Gesellschaft?

    Ich bin mir über den Symbolcharakter der Vollverschleierung bewusst, es ist ein Symptom der abrahamitischen Misogynie des Islams. Ein Burka-Verbot kann deswegen auch als Symptombehandlung aufgefasst werden.

  19. #19 von Hal am 19. August 2016 - 16:06

    @Elvenpath

    Was wollen Sie als nächstes verbieten, weil es ein „falsches Signal“ aussendet? Glatzen? Irokesenschnitt?

    Yay – Das klassische Dammbruchargument – es könnte ein logischer Fehlschluss sein, soweit keine ausreichende Kausalität hergestellt werden kann. Es ist auch sehr beliebt bei Religioten, wo z. B. Legalisierung der aktiven Sterbehilfe fast zwangsläufig zu massenhafter Euthanasie in Altenheimen führt oder es zumindest gefürchtet werden muss. Bei der Homoehe gibt es auch dammbruchartige Schreckszenarien. 😈

  20. #20 von K.Brückner am 19. August 2016 - 17:54

    @ Elvenpath

    Ich versuche einmal ganz anders zu argumentieren. Sie stehen für die totale Freiheit, zumindest was die Kleiderordnung betrifft. Wäre Sie auch dafür, extreme FKK-Enthusiasten nackt herumlaufen zu lassen? Ich persönlich hätte dagegen nichts, akzeptiere aber das unsere kulturellen Standards das nicht zulassen. Würde Sie also akzeptieren, wenn Männer und Frauen von ihrer Freiheit Gebrauch machen, und nackt zu allen Tages- und Nachtzeiten und an allen Plätzen unterwegs sein wollen? Auf Ihre Antwort bin ich gespannt!

    K.Brückner