Auch in schlechten Zeiten an Gott festhalten

Diese Frage hat sich sicher jeder in seinem Leben schon einmal gestellt: Warum lässt Gott das Leid zu? Der Schweizer Autor Thomas Härry möchte in seinem neuen Buch „Sterne leuchten nachts“ dazu ermutigen, an Gott festzuhalten, auch wenn man ihn nicht versteht.

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[http://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/detailansicht/aktuell/auch-in-schlechten-zeiten-an-gott-festhalten-97226/

  1. #1 von oheinfussel am 17. August 2016 - 20:13

    Wenn man also nicht versteht, warum ein angeblich allgütiges Wesen, dass uns ja angeblich so liebt, Leid und Unglück zulässt, dann soll man trotzdem weiter dran festhalten? Wie wäre es mal mit Verstand einsetzen?

  2. #2 von omnibus56 am 17. August 2016 - 22:01

    Als ich meine Diagnose ‚Pankreaskarzinom mit Lebermetastasen‘ bekommen habe, gab es kein „Warum“, weil es in einem sinnleeren Universum kein „Weil“ gibt. Also, mit wem oder was hadern? Hadern und Lammentieren zieht Dich nur runter. Religiöse Freunde, obwohl sie um meinen Atheismus wissen, waren verblüfft, dass ich das nur mit „shit happens“ kommentiert habe und weiterlebe, als wenn außer der Chemo alle 14 Tage nichts weiter wäre. Da es mir relativ gut geht, mache ich mir jetzt noch keinen Kopf mit, „was, wenn es nicht mehr gut läuft“. Dazu ist immer noch Zeit, wenn es soweit ist. Mit einem Gott, weiß ich nicht, ob ich auch so gut klar käme.

    BTW: Die alten 68er wussten es schon: ‚Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens.‘ Das gilt für jeden von uns, auch ohne Krebs. Man muss es nicht übertreiben, aber ‚carpe diem, quam minimum credula postero‘ ist schon die rechte Art zu leben – wenn (wichtig!) man die, denen es viel schlechter geht, dabei nicht aus den Augen verliert! Ich bedaure jedenfalls die, die ‚carpe diem‘ immer noch nur als Spruch ihres Chefs kennen und seine – oft bewusste – Fehl-Interpretation ‚performe im Job, oder du fliegst‘. Als Gewinner in der Geburtslotterie (s. Richard Dawkins ‚Der entzauberte Regenbogen‘) sollte man mehr aus seinem Leben machen, denn als Workaholic zu enden!

  3. #3 von frater mosses zu lobdenberg am 18. August 2016 - 03:47

    Ich verstehe ja noch nicht mal den Titel. Ob irgendwo gerade Nacht ist, hat keinerlei Einfluss auf die Leuchtkraft von Sternen.

  4. #4 von Willie am 18. August 2016 - 06:35

    Zudem habe der Mensch das enorme Bedürfnis, das Schwere im Leben einordnen zu können. Gott sei aber nicht verpflichtet, alles Geschehene nachvollziehbar zu machen.

    Nein, natürlich hat eine Erfindung keine Verpflichtung noch muss man diese Erfindung verstehen. Obwohl die Erfindung wurde doch gemacht, damit der „dumme“ Mensch Einordnungen vornehmen kann.

    Es nutzt nichts, wenn man bestimmte Bibelestellen schönredet, oder wie hier, von einen Nachdenken darüber ausklammert. Dieser Massstab wird immer wieder theologisch neu geeicht und ist damit beliebig, womit auch dieser Gott (und Religion) beliebig wird. Wie soll denn so etwas als Grundlage von Glaubens und Handeln dienen?

    Wenn es einen Gott gäbe und wenn ihm daran gelegen wäre, dass man ihn erkennt, dann hätte er ganz andere, friedlichere Mittel als den strafenden, rachsüchtigen, grausamen, zornigen Gott zu spielen, der dann auch noch im NT zum ewigen Leidzufúger mutiert.