Priesterberuf so unattraktiv wie nie: Statistisches Alarmsignal

In Deutschland lassen sich so wenige Männer wie noch nie zuvor zu katholischen Priestern weihen. Die Zahl von 58 Priesterweihen im Jahr 2015 markiert ein Allzeittief, wie aus Statistiken der Deutschen Bischofskonferenz hervorgeht.

[http://www.domradio.de/themen/glaube/2016-08-14/priesterberuf-so-unattraktiv-wie-nie

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  1. #1 von Unechter Pole am 15. August 2016 - 23:36

    Insbesondere seitdem es mit dem Kinderficken nicht mehr so einfach geht…

  2. #2 von Friedensgrenze am 16. August 2016 - 02:52

    Da die katholische Kirche ihre Vergangenheit im 3. Reich nie aufgearbeitet sondern nur verdrängt hat, konnte sie nicht klüger werden und hat nach der Wende expandiert auf Teufel komm raus. Eure Kleider sind zu groß Ihr schrumpft.

  3. #3 von Skydaddy am 16. August 2016 - 07:55

    Ein Priester ist ja auch so etwas wie ein hauptberuflicher Märchenerzähler, der keinen Sex haben darf.

    Und hauptberufliche Märchenerzähler sind in Deutschland selbst OHNE Sexverbot selten.

  4. #4 von Skydaddy am 16. August 2016 - 08:06

    Hinzukommen dürfte, dass von den aktiven Priestern offenbar immer mehr ihr Priestertum (meist für eine Frau und Familie) aufgeben oder sich in Burn-out-Behandlung begeben.

    Diese Fälle dürften zwar pro Jahr an einer Hand abzählbar sein – aber bei nur 58 Priesterweihen wird sich das irgendwann doch bemerkbar machen.

  5. #5 von Gerry am 16. August 2016 - 08:21

    Beim weiblichen Pendant sieht’s noch viel schlechter aus, die sind buchstäblich kurz vorm aussterben:

    bis 65 Jahre alt: 2.643 = rund 16 %
    über 65 Jahre alt: 14.045 = rund 84 %

    http://www.orden.de/presseraum/zahlen-fakten/statistik-frauenorden/

  6. #6 von Gerry am 16. August 2016 - 11:05

    @ #5

    In den letzten Jahren ist die Zahl der Nonnen übrigens um jeweils zwischen 800 und 1.000 pro Jahr gesunken.
    2005 gab’s noch 10.000 Nonnen mehr als heute.

  7. #7 von Michael am 16. August 2016 - 13:18

    Gibt es Statistken, welche das Zahlenverhàltnis Priester/Kirchgänger erfasst? Ich kann mir nämlich vorstellen, daß es so gesehen keinen Priestermangel gibt.

  8. #8 von Noch ein Fragender am 16. August 2016 - 13:30

  9. #9 von Kappa am 16. August 2016 - 13:57

    Mir ist dieser Beruf zu unanständig und unmoralisch als Humanist/Atheist.
    Wären mir Anstand und Moral vollkommen gleichgültig, fände ich diesen Beruf allerdings doch ziemlich cool !
    Für einen guten Lohn und einige andere Vergünstigungen autoritätshörige Menschen belügen, sich wichtig machen und sich als gottnahes Vorbild feiern zu lassen ist doch prima fürs Ego und die Geldbörse. Für sexuelle Wünsche gibts die Prostitution oder manchmal sogar eigene Haushälterinnen oder die Möglichkeit eine heimliche Beziehung zu führen (Alles Dinge die ich sogar persönlich von Pfarrern so kenne) Sowas wie ein Thailand-Urlaub ist da schon auch mal drinnen und deinen Schäfchen kannste dann Fotos zukommen lassen, wie du dich auch noch im Urlaub (Wenn überhaupt als solcher bezeichnet…) um die Armen und Schwachen kümmerst. So toll das alles:)
    Manches könnte vll auch auf die Politik übertragen werden (insbesondere CSU in Bayern) aber ich denke, dass es zumeist wesentlich unbequemer ist, sich seine Märchen und Lügen in der Politik oder Wirtschaft bezahlen zu lassen und es besteht auch eine größere Gefahr, aufzufliegen.

    PS: War neulich nach vll 20 Jahren (?) mal wieder in einer Kirche, wegen einer gläubigen Omi die ich begleitet hatte.
    Dort drinnen befand sich rein zufällig eine ca.10 Meter lange Bilderreihe zum Thema „kirchlicher Widerstand in der Nazizeit“, welche mich in ihrer Verlogenheit und Geschichtsklitterung so derartig aufgeregt hat, dass ich nicht wusste, ob schreien oder heulen. Aus rücksichnahme der Dame gegenüber hab ich letztlich mal wieder geschwiegen und geschluckt. Die offen zur schau gestellte Unverschämtheit und Dreistigkeit, scheint bei diesen Menschen grenzenlos.

  10. #10 von Gerry am 16. August 2016 - 14:46

    @ Michael

    Die Zahlen dafür findet man in den Statistiken der DBK.

    Für 2015 für ganz Deutschland:

    14.000 Priester (basierend auf früheren Zahlen dürften davon 2/3 noch aktiv sein)

    10.800 Gemeinden (also grob 1 aktiver Pfarrer pro Gemeinde)

    2.200 registrierte Schäfchen pro Gemeinde im Durchschnitt

    10% der registrierten Schäfchen sind an den zwei Zählsonntagen in der Kirche (schwankt zwischen 8% im Bistum Aachen und 21% in Görlitz [die sind Diaspora])
    Dazu ist aber noch zu bedenken dass die Pfarrer auch „Hausbesuche“ bei Bettlägerigen machen und sich ja auch um die Taufen und Hochzeiten von denen kümmern müssen, die selten bis nie in die Kirche gehen.

    Bei den Kirchenbesuchern sind die Zahlen entweder deutlich nach oben gelogen oder es gibt ein sehr ausgeprägtes Gefälle zwischen Stadt- und Landgemeinden.
    Schaue ich mir das Fassungsvermögen vieler Stadtkirchen und die Anzahl der dort registrierten Schäfchen an, dann müssten die Kirchen schon an den Zählsonntagen (1) gut bis brechend voll sein. Wo sollten denn dann an Weihnachten noch die übrigen Leute Platz finden, wenn dann ca. 30% der Schäfchen Weihrauch schnüffeln?

    (1)
    2015 waren das der 1.3. (2. Fastensonntag) und 8.11. (2. Sonntag im November). Also wirklich keine Sonntage die für sich allein einen Gottesdienstbesuch durch unregelmäßige Kirchgänger erwarten lassen.

  11. #11 von manglaubtesnicht am 16. August 2016 - 20:44

    Es gibt 14.087 (Stand 2015) Priester in Deutschland. Angenommen jeder arbeitet 40 Jahre lang, dann brauchen die Kirchen jedes Jahr ca. 350 neue Priester pro Jahr. Bei 60 neuen Weihen sind das nur 17% des Bedarfs.

    Es gibt also Hoffnung, dass das Argument „Ich bleibe in der Kirche, weil der Pfarrer immer so nett war“ bald nicht mehr zieht.

  12. #12 von Gerry am 16. August 2016 - 21:38

    @ mgen

    Die RKK schiebt – genau wie die Gesellschaft als Ganzes – einen großen Brocken alter Leute vor sich her. Nur ist die Altersstruktur bei der RKK verheerender als in der Gesamtgesellschaft.
    Das Bistum Münster veröffentlicht dazu ziemlich detaillierte Zahlen, die aktuellen die ich hab gelten für 2014.

    Altersstruktur:
    < 40: 79
    40-39: 148
    50-59: 173
    60-69: 99

    70: 439

    Von den über 70-jährigen sind sicher einige im Ruhestand, aber „nur“ grob die Hälfte (ergibt sich aus weiteren Zahlen des Bistums die hier den Rahmen sprengen würden).
    Eine Priesterausbildung dauert tendenziell mindestens 7 Jahre bis die eine eigene Pfarrei bekommen. Da muss der Heilige Geist demnächst aber Überstunden machen, um die ganzen Berufungen hinzubekommen 🙂

    Die 79 Jungpriester sind auch ein ziemlicher Ausreißer nach oben. In den Jahren davor sank die Anzahl der Priester in diesem Altersbereich kontinuierlich von 180 (2007) auf 40 (2012).
    Da es im Bistum Münster in den letzten 10 Jahren nur in einem Jahr (2011: 11 Priester) mehr als 10 Priesterweihen gab, muss es sich hier um den „Import“ aus anderen Bistümern, tendenziell wohl aus dem Ausland, handeln.

    Die älteste Altersstruktur die ich hab ist von 2004, da sah das noch so aus:

    < 40: 160
    40-39: 168
    50-59: 118
    60-69: 261

    70: 290

    Da sind alle um 10 Jahre nach oben gerutscht, aber unten wächst nicht mehr genug nach!