ANTI-TERROR-MASSNAHME: Doch, die Burka passt in eine liberale Demokratie

Die Innenminister der Union wollen Burka und doppelte Staatsbürgerschaft verbieten. Absurd. Beides widerspricht liberalen Grundsätzen. Und soll vor allem die Türken hierzulande diskriminieren.

[http://www.welt.de/debatte/kommentare/article157661909/Doch-die-Burka-passt-in-eine-liberale-Demokratie.html

  1. #1 von K.Brückner am 15. August 2016 - 23:38

    Die Burka ist nichts anderes als ein wandelndes Gefängnis natürlich ausschließlich für Frauen. Ich empfehle allen, die gegen ein Verbot der Burka sind, die Burka einen ganzen Tag zu tragenzu tragen um zu ermessen, was Frauen mit einer Burka aufgeladen wird. Nein die Burka passt nicht ins 21. Jahrhundert, passt nicht zu unseren Werten und istein politisches Instrument, um Frauen zu diskriminieren und zu unterdrücken.

    K.Brückner

  2. #2 von Elvenpath am 16. August 2016 - 16:08

    @K.Brückner: So erreichen Sie gar nichts. Wenn die Burka verboten wird, verlieren die Frauen ihre letzte Bewegungsfreiheit, das letzte bisschen Freiheit und werden zu Hause eingesperrt. Die Männer lassen sie nicht in die Öffentlichkeit. Damit bestrafen Sie die Opfer.

    Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass ein spezielles Burka-Verbot verfassungswidrig ist. Es wäre nur im Rahmen eines allgemeinen Vermumummgsverbots zulässig.

  3. #3 von K.Brückner am 16. August 2016 - 16:41

    @ Elvenpath

    Über diesen Thema haben wir schon öfters diskutiert. Natürlich kann das passieren, was Sie schildern. Aber darum geht es doch gar nicht. Gebetsmühlenartig kann ich da nur immer wiederholen, Religionsfreiheit gilt nicht uneingeschränkt und bedingungslos. Wir müssen nicht jeden religiösen Wahnsinn akzeptieren, ganz im Gegenteil. Wir müssen unsere Freiheit wehrhaft verteidigen, dazu gehört auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Mit Ihrer Argumentation können Sie auch Vielweiberei, Ehrenmorde, Beschneidungen, Schächten, Kopftuch und ähnlichen religiösen Mumpitz rechtfertigen. Es kann durchaus sein, dass ein Burkaverbot im Augenblick vor dem Verfassungsgericht nicht bestehen würde. vor allem deswegen, weil das Verfassungsgericht in seiner Mehrheit noch immer von religiös orientierten, indoktrinierten Juristen dominiert wird. Eigentlich ein Skandal! Aber auf lange Sicht wird sich das ändern, zumindest nach meiner Meinung. Wer eine westliche Demokratie will, wer eine säkularen Rechtsstaat will und ich möchte das , der muss für seine Werte eintreten.Ein völlig irrsinniges religiöses Symbol wie die Burka zu verteidigen finde ich kontraproduktiv. Alle, die bei uns leben, leben wollen müssen beweisen, dass sie diese Werte akzeptieren wollen. Ansonsten müssen sie sich ihr Paradies irgendwo anders suchen. Noch gibt es Länder, vor allem im arabischen Raum, in denen sie ihren religiösen Wahn ausleben können. Ich auf jeden Fall möchte nicht, dass in unserer Gesellschaft Frauen in wandelnden Gefängnissen gehalten werden, selbst wenn die Frauen es angeblich auf eigenen Wunsch tun. Auch die Selbstmordattentäter handeln in eigenem Willen, unbegreiflich, unakzeptabel und eine Schande vor allem für die Religionen, in deren Namen, das angeblich geschieht. Wehret den Anfängen!

    K.Brückner

  4. #4 von Gerry am 16. August 2016 - 17:07

    @ K. Brückner

    Vor allem müssen wir uns erstmal überlegen, ob überhaupt jemand von so einem Gesetz betroffen wäre.

    Oder geht der Kontrollwahn schon so weit dass hierzulande wegen einer Handvoll Menschen die offensichtlich niemandem schaden Verbotsgesetze erlassen werden?

    Wo bleibt eigentlich die Menschenwürde derer, die das ausdrücklich wollen?

    Alle, die bei uns leben, leben wollen müssen beweisen, dass sie diese Werte akzeptieren wollen.

    Warum wird das eigentlich nie von Nazis gefordert? Deren Demonstrationsrecht gilt mehr als das Recht auf Entfaltung der Persönlichkeit?

  5. #5 von Elvenpath am 16. August 2016 - 18:21

    @K.Brückner Ich verteidige nicht die Burka. Ich verteidige die Freiheit das tragen zu dürfen, was man will. Das ist KEINE Religionsfreiheit. Würden sie sich vorschreiben lassen, was Sie tragen dürfen und was nicht?
    Sie können natürlich behaupten, die Frauen würden das nur aus Zwang tragen. Aber da unterschätzen Sie die Indoktrination in der Kindheit.
    Sie wollen die Burka verbieten, nehmen dabei in Kauf, dass die Opfer noch mehr leiden, in der vagen Hoffnung, dass es in Zukunft dadurch besser wird. Da sage ich: Das ist die falsche Methode. Verbote sind immer der schlechteste Weg. Aufklärung, Betreuung, bessere Integration verändern das Denken der Menschen viel mehr. Wird etwas verboten, regt sich gleich der innere Widerstand und man sagt sich: Jetzt erst Recht!
    Nein. Willkürliche Verbote sind der falsche Weg.

    Das Verfassungsgericht würde so eine Regelung wegen der Ungleichbehandlung kippen. So lange sich Menschen allgemein vermummen dürfen, werden sie keine spezielles Burkaverbot, als eine Lex Burka durchsetzen können. Und das vollkommen zurecht. das sage ich als unreligiöser Mensch.

  6. #6 von K.Brückner am 16. August 2016 - 18:39

    @ Gerry

    Wo bleibt die Menschenwürde der Frauen, die die Burka tragen müssen aber nicht wollen? In einer Gesellschaft muss es am Ende immer Mehrheitsregeln geben, die von allen beachtet werden müssen. Sie müssen begreifen, dass wir uns mitten in einem Religionskrieg befinden, auf der einen Seite religiöse Fundamentalisten aller Couleur, auf der anderen Seite die westliche Welt mit viel Freiheit und Individualismus, Sie mögen das für übertrieben halten. Man könnte es auch anders formulieren, wir befinden uns mitten im Kampf der Moderne gegen die Steinzeit und es steht gar nicht fest, wer sich durchsetzt. Es könnte auch sein, dass sich am Ende dieses Kampfes die Menschheit selbst vernichtet. Deshalb meine eindringliche Warnung „Wehret den Anfängen“! Wer zu uns kommt musst eben diese Mehrheitsregeln akzeptieren. Ansonsten muss er sich sein Paradies bsp. in Saudi Arabien suchen. Von größeren Flüchtlingsbewegungen in Richtung Saudi Arabien oder in andere arabische Länder ist mir nichts bekannt. Warum wohl? Tut mir leid, ich leide nicht unter Kontrollwahn, aber ich möchte nicht in einem Land leben, in dem auch nur eine Frau in eine Burka gezwungen werden kann. Ich kämpfe für einen säkularen Rechtsstaat, in dem Religion Privatsache ist und nicht gegen unsere Verfassung und gegen die Menschenrechte verstößt. Deshalb noch einmal ganz deutlich, niemand ist gezwungen zu uns zu kommen, aber wer kommt, für den gelten die Regeln der Mehrheit, man könnte auch sagen, für den gelten die Regeln der Leitkultur.

    K.Brückner

  7. #7 von Quax am 16. August 2016 - 19:01

    @K.Brückner
    Ich sehe nicht wie Elvenpath’s Argumentation „Ehrenmorde …“ rechtfertigt.
    Und Vielkerlerei und Vielweiberei ist in Deutschland nicht verboten.

    Ich versteh die ganze Diskussion eh nicht mehr. Nackt rumlaufen ist verboten, aber zuviel darf auch nicht getragen werden.
    Integralhelme für Motoradfahrer wurden auch nicht verboten, obwohl die Fahrer bis zur Einführung von Rücknummernschilderblitzern nicht zur Verantwortung gezogen werden konnten.
    Aber jemand in Burka ist auf einmal DIE GEFAHR, welche bekämpft werden muss.
    Und dann noch, ich wohn in Berlin, ich habe noch nie eine Burka hier gesehen. Vollverschleierung ja. Aber sehr wenige. Kopftuch ja. Aber wenige.
    @Gerry Danke für den Hinweis wer überhaupt betroffen wäre.

  8. #8 von K.Brückner am 16. August 2016 - 19:02

    @ Elvenpath

    Mit Ihrer Art der Argumentation habe ich große Probleme. Sie sind zwar gegen die Burka aber jeder kann das für sich entscheiden, Sie sind zwar gegen die Beschneidung aber auch das kann jeder für sich entscheiden. Sie könnten auch sagen, sie lehnen die Selbstmordattentate ab, aber jeder hat die Freiheit, sie zu veranstalten, wenn er sie aus religiösen Gründen für notwendig hält. So werden sie am Ende Ihre Freiheit verlieren, für die Sie vorgeben zu kämpfen. Freiheit gibt es auch in einer Demokratie nur relativ, sie gibt sie nicht total, absolut. Vor allem gibt es sie auch nicht umsonst. Das würde zum Chaos, zur Diktatur führen. Die westliche Demokratie ist trotz aller Schwächen ein Geschenk für uns, das wir verteidigen sollten. Sogenannte Gottesstaaten sind dagegen die Hölle. sie müssen mit allen Mitteln verhindert werden. Darum geht es am Ende bei der Burka, Sie ist nicht nur Unterdrückungs- und Diffamierungsmethode sondern in erster Linie ein politisches Instrument und Kampfmittel. Ziel am Ende ein Gottesstaat.

    K.Brückner