Was lässt sich vernünftigerweise über Gott sagen?

Die „rationale Theologie“, also das Nachdenken über Gott mit vernünftigen, philosophischen Mitteln, hat eine lange Tradition im Abendland, ist aber in den letzten Jahrhunderten etwas aus der Mode gekommen.

weiterlesen:

[http://www.deutschlandradiokultur.de/sein-und-streit-ganze-sendung-was-laesst-sich.2162.de.html?dram:article_id=363052

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  1. #1 von Yeti am 14. August 2016 - 15:05

    Welchen?

  2. #2 von Noch ein Fragender am 14. August 2016 - 15:19

    hat eine lange Tradition im Abendland, ist aber in den letzten Jahrhunderten etwas aus der Mode gekommen.

    Warum wohl?

  3. #3 von drawingwarrior am 14. August 2016 - 18:44

    Vernünftigerweise lässt sich über Götter nur sagen, dass ihre Existenz eher unwahrscheinlich ist.
    Wenn Götter für die Erschaffung des Universums und das in ihm enthalte Leben unverzichtbare sind, dann sollte sich auch ein Nachweis für diese Schöpfer finden lassen.

  4. #4 von F. M. am 14. August 2016 - 20:12

    Vernünftigerweise sollten wir mit der Gotteshypothese endgültig fertig sein.

  5. #5 von kereng am 14. August 2016 - 20:34

    Ich habe mir nur etwa zehn Minuten angehört, und da war kein Argument für Gott, aber ein Schwall von dämlichen Plattitüden. Schade. Ich würde wirklich gerne die besten Argumente für Gott mal hören, oder wenigstens eine Definition, was Gott überhaupt sein soll.

  6. #6 von parksuender am 14. August 2016 - 21:23

    Wobei man sagen muss, dass Herr Tetens weit von dem Gottesglauben eines Christen entfernt ist.
    Ihm passt der Naturalismus als alleiniges Erklärungsmodell nicht – Diese Meinung kann man durchaus vertreten.
    Letztendlich macht er aber viele Annahmen, die mehr aus seinem Wunschdenken heraus nachvollziehbar sind als dass er sie logisch erklären könnte

    Hier im Video beschreibt er seinen Glauben als Panentheismus:

  7. #7 von Friedensgrenze am 14. August 2016 - 22:38

    „Es gibt nichts was nicht in den Gedanken Gottes wäre.“ Der Typ verkauft die Menschen grad wieder an den Klerus. Hoffentlich lohnt sichs für ihn. Er ist mir unangenehm.

    Es gibt so viele Weltanschauungen und die mit einem oder mehreren Göttern sind wirklich nur einzelne Segmente dessen was sich Menschen alles vorstellen können.

  8. #8 von Unechter Pole am 14. August 2016 - 23:54

    Was lässt sich vernünftigerweise über Gott sagen?

    Er kann die Insektenwelt toll besingen!

  9. #9 von Patrick am 15. August 2016 - 00:11

    kereng: „Ich würde wirklich gerne die besten Argumente für Gott mal hören, oder wenigstens eine Definition, was Gott überhaupt sein soll.“

    Die folgenden Videos enthalten kurze und allgemeinverständliche Präsentationen von vier Argumenten für die Existenz Gottes:

    [https://www.youtube.com/watch?v=jUMUqwD_CJs
    („Kosmologischer Kalām-Gottesbeweis“)

    [https://www.youtube.com/watch?v=FPCzEP0oD7I
    (Gott als beste Erklärung weshalb überhaupt etwas existiert und nicht gar nichts)

    [https://www.youtube.com/watch?v=UpIiIaC4kRA
    („Argument für die Existenz Gottes aus der Feinabstimmung des Universums“)

    [https://www.youtube.com/watch?v=OxiAikEk2vU
    („Moralischer Gottesbeweis“)

    Länger, aber ebenfalls allgemeinverständlich ist die folgende Präsentation des auf Aristoteles zurückgehenden „Arguments für die Existenz Gottes aus der Bewegung“:

    [https://www.youtube.com/watch?v=BAIHs5TJRqQ

  10. #10 von parksuender am 15. August 2016 - 00:14

    Tach Patrick, wie geht’s?
    Hast Du nichts besseres zu tun als uns wieder mit Video-Beweisen zuzuballern?

  11. #11 von dirk am 15. August 2016 - 00:49

    #9 von Patrick

    Zitat

    „Die folgenden Videos enthalten kurze und allgemeinverständliche Präsentationen von vier Argumenten für die Existenz Gottes:“

    1.)
    Erste Video.

    Alles was existiert hat eine Ursache wird dort behauptet, gerade das spricht gegen Gott, ich nehme den Urknall als gegeben hin und die Gottgläubigen?

    Gott hat den Urknall gemacht — aha– aber wer hat Gott gemacht? Und wer hat den gemacht der Gott gemacht hat? Und wer hat den gemacht der den gemacht hat der Gott gemacht hat. Ja diese Frage kann man genau unendlich mal stellen wenn man kein Denkverbot im Hirn hat und anstatt unendlich viele unbeantwortete Fragen zu haben ist nach Ockhams Rasiermesser doch weitaus besser die Version zu nehmen in der es nur eine unbeantwortete Frage gibt.

    2.)
    Das zweite Video stimmt inhaltlich mit dem ersten überein (wenn da nur ein Grund angegeben ist ich hab da in das Video nur Sekunden reingeschaut).

    3.)
    Das dritte Video da hat schon einer erkannt das die Lebensumstände auf der Erde vermutlich nicht nochmal in der Nähe zu finden sind. Genau das spricht ja gegen das Christliche Gottes Gebot zum Raubbau an den Resourcen ohne Nachhaltigkeit.

    „Genesis 1,28 EU: „Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen.“

    Also besagt im Grunde auch dieses Video es kann keinen christlichen Gott geben (zumindest nicht wenn er seine Schäfchen nicht belügt und ihnen schlechtes wünscht).

    4.)
    Das vierte Video behauptet ohne Gott würde es keine objektiven moralischen Werte geben. Und auch ein Atheist könnte moralisch handeln weil es Gott gibt. Ein typischer Zirkelschluss.

    5.)
    Hab ich mir nicht angetan eine Stunde englisch wo schon aus dem Kontext ersichtlich ist das da nix sinnvolles bei rauskommen kann.

  12. #12 von Torchy am 15. August 2016 - 06:28

    Der Naturalismus behauptet, es gibt nur das, was sich mit den Mitteln der Erfahrungswissenschaften erfassen, beschreiben und erklären [lässt].

    Das klingt so arrogant. Ich halte das für einen Strohmann. Ich halte den Naturalismus für eine Position in der man a) nur das wissen kann, was sich mit den Mitteln der Wissenschaften erfassen lässt und b) die Welt prinzipiell erklären kann, weil es keinen Sinn macht, anzunehmen, dass es etwas gibt, was nicht aus einer Gesetzmäßigkeit heraus passiert.

    Und warum nennt Herr Tetens sein Gedankenkonstrukt eigentlich Gott? Wenn ich den Urknall Gott nenne, habe ich nicht Gott bewiesen, sondern Sprachverwirrung betrieben!

  13. #13 von Skydaddy am 15. August 2016 - 07:41

    Es ist nicht Patricks Schuld, dass es keine guten Argumente für Gott gibt.

    In Theologie und Apologetik wird die „Güte“ eines Arguments nicht danach beurteilt, ob es vernünftig ist, sondern danach, wie gut es „funktioniert“ – das heißt, wie viele Leute es für überzeugend halten.

    Dementsprechend hat Patrick hier die gängigen Argumente aufgeführt, und solche Argumente sind gängig, weil sie eben bei vielen Menschen „funktionieren“, d.h. die Leute GLAUBEN, diese Argumente seien überzeugend. Sie sind es ja auch tatsächlich in dem Sinne, dass dadurch Menschen überzeugt werden.

    Freilich lassen sich gerade „religiös musikalische“ Menschen oft schon durch das „Argument mit der Autorität“ überzeugen, was vernünftigen Menschen (wie den meisten hier) vor Augen führt, dass effektive (apologetische) Überzeugungskraft etwas ganz anderes ist als logische Überzeugungskraft.

  14. #14 von Noch ein Fragender am 15. August 2016 - 09:45

    @ #6 parksuender

    Es gibt nichts was nicht in den Gedanken Gottes wäre.

    Vielen Dank für den link.

    Habe ich den Panentheismus richtig verstanden, wonach die Welt ein Gedanke Gottes ist, wir also wie in einer virtual reality eines sinnenden Gottes durch die Gegend laufen?

    Dann wäre der AMB auch ein Gedanke Gottes, wenn er gerade an seiner eigenen Existenz (verr)zweifelt?

  15. #15 von Noch ein Fragender am 15. August 2016 - 10:41

    Zum Deutschlandradiointerview:

    Immerhin gibt er zu, dass er mit seiner „rationalen“ Theologie das Theodizeeproblem nicht lösen kann.

    Wieso es dennoch „rational“ sein soll darauf zu hoffen, dass nach einem Jüngstes Gericht die Erlösung alles wieder gut macht und dann endlich die „beste aller Welten“ da ist, erschließt sich mir nicht.

    Die rationale (und keienswegs voreilige) Lösung des Theodizeeproblems ist doch wohl, dass es diesen, den Menschen wohlgesonnenen, allmächtigen Gott nicht gibt.

  16. #16 von Elvenpath am 15. August 2016 - 11:11

    „das Nachdenken über Gott mit vernünftigen, philosophischen Mitteln“

    Ja, das hätten die wohl gerne. Aber die Philosophie ist nicht geeignet, um fest zu stellen, ob es eine übernatürliche Macht gibt, die alles beherrscht, ständig die Gedanken aller Menschen liest, Wunder vollbringt, die außerhalb der Physik stehen und Jungfrauen schwängert.
    Religiöse argumentieren gerne theologisch/philosophisch, denn auf diesem Gebiet braucht man keine Beweise und kann die Realität auch mal ignorieren. Es ist nichts weiter als Blablabla. Und das haben Theologen perfekt drauf.

  17. #17 von Patrick am 15. August 2016 - 17:15

    dirk: „Alles was existiert hat eine Ursache wird dort behauptet, gerade das spricht gegen Gott, ich nehme den Urknall als gegeben hin und die Gottgläubigen?“

    Nicht „alles was existiert“, sondern „alles was zu existieren begonnen hat“ hat gemäss diesem Argument eine Ursache.

    dirk: „Gott hat den Urknall gemacht — aha– aber wer hat Gott gemacht? Und wer hat den gemacht der den gemacht hat der Gott gemacht hat. Ja diese Frage kann man genau unendlich mal stellen wenn man kein Denkverbot im Hirn hat und anstatt unendlich viele unbeantwortete Fragen zu haben ist nach Ockhams Rasiermesser doch weitaus besser die Version zu nehmen in der es nur eine unbeantwortete Frage gibt.“

    Gott hat nicht irgendeinmal zu existieren begonnen, sondern existiert seit Ewigkeit. Da gemäss diesem Argument nur das was zu existieren begonnen hat eine Ursache seiner Existenz benötigt, trifft dies auf Gott nicht zu.

  18. #18 von Patrick am 15. August 2016 - 17:26

    Noch ein Fragender: „Die rationale (und keienswegs voreilige) Lösung des Theodizeeproblems ist doch wohl, dass es diesen, den Menschen wohlgesonnenen, allmächtigen Gott nicht gibt.“

    Viel Leid ist das Ergebnis des freien Willens des Menschen. Wenn man den freien Willen des Menschen als etwas Positives betrachtet, muss man auch das Vorhandensein von sich daraus ergebendem Leid in Kauf nehmen.

    Nun kann eingewendet werden, dass der Mensch zwar einen freien Willen haben könnte, aber Gott den Menschen daran hindern könnte, seine bösen Absichten in die Tat umzusetzen. Um auf diese Weise Böses zu verhindern müsste Gott jedoch nicht nur Tatsünden, sondern auch Unterlassungssünden (siehe Matthäus 25,41-45, Lukas 12,47, Jakobus 4,17) verhindern. Dies würde aber bedeuten, dass Gott bewirken müsste, dass Menschen automatisch das Gute tun. Aber wenn Gott dies tun würde, würde Er den freien Willen des Menschen eindeutig verletzen.

    Ein biblischer Text, welcher möglicherweise erklärt, weshalb Gott nicht eingreift, um moralische Übel zu verhindern könnte in Matthäus 13,27-19 vorliegen. Dieser Text suggeriert offenbar, dass wenn böse Menschen auf übernatürliche Weise von der Erde entfernt würden, ein solches Vorgehen auch die übrigen Menschen in Mitleidenschaft ziehen würde. Dies könnte dadurch erklärt werden, dass alle Menschen in geringerem oder grösserem Ausmass böse sind und dass Gott als unparteiischer Richter nicht nur einige böse Menschen bestrafen könnte und die anderen nicht. Ein anderer Schluss, den man aus diesem Text ziehen kann ist dass je grösser Gottes heilende Kraft aufgrund Seiner Liebe ist, desto grösser ist auch Gottes zerstörerische Kraft aufgrund Seiner vollkommenen Gerechtigkeit. Um nicht mehr Leid zu verursachen als nötig kann Gott nur in dem Masse eingreifen, dass die heilende Auswirkung eines solchen Eingriffs nicht durch dessen zerstörerische Auswirkung aufgehoben wird. Als eine biblische Illustration dieses Prinzips könnte möglicherweise die Beschreibung der Gemeinde in Jerusalem in der Apostelgeschichte dienen. Dort war Gottes einerseits heilende Kraft so stark, dass sie einen gelähmten Bettler heilte (Apostelgeschichte 3,1-10), auf der anderen Seite verursachte Gottes zerstörerische Kraft den Tod von zwei Personen, die sich eines Betrugs schuldig gemacht hatten (Apostelgeschichte 5,1-11).

    Wenn ein Sünder auf übernatürliche Weise Gottes Hilfe erfahren würde, würde er diese Hilfe wohl als Bestätigung seines sündhaften Lebenswandels deuten und folglich ermutigt werden, mit diesem seinem Lebenswandel fortzufahren. Aber ein vollkommen gerechter Gott würde sicher nie etwas tun, was Menschen dazu ermutigen würde zu sündigen. Dementsprechend kann jemand wohl Gottes übernatürliches Eingreifen zu seinen Gunsten nur dann erwarten, wenn er ein gottgefälliges Leben führt (siehe Jesaja 59,1).

    Aus dem Umstand, dass Gott nicht eingreift, um Leid zu verhindern kann man nicht den Schluss ziehen, dass man sich ebenso verhalten kann oder sollte. Im Gegensatz zu einem göttlichen Eingreifen würde ein Sünder ein ihm zugute kommendes Eingreifen von Seiten von Menschen nicht als eine Bestätigung seines sündhaften Lebenswandels deuten. Folglich gibt es für einen Christen keinen Grund in einem solchen Fall nicht zu helfen. Gemäss Matthäus 5,16, 1. Petrus 2,11-12 und 3,1-2 mag es sogar so sein, dass die guten Werke eines Christen einen Sünder für Gottes Erlösungswirken empfänglich machen, was wiederum dazu führt, dass dieser Mensch nicht im Jenseits für seine Sünden bestraft wird und er folglich von Leid im Jenseits bewahrt wird.

    Aus Lukas 16,25 kann man den Schluss ziehen, dass es im Jenseits eine Entschädigung für Leid in diesem Leben gibt. Dies könnte sich so auswirken, dass man entweder ein grösseres Mass an Belohnungen im Himmel (siehe Lukas 19,11-27, 1. Korinther 3,1-15) oder ein geringeres Mass an Bestrafung in der Hölle zu erwarten hat. Was die letztgenannte Annahme betrifft, so setzt diese voraus, dass es im Jenseits verschiedene Grade von Bestrafung gibt, und gemäss der Bibel gibt es tatsächlich solche Grade von Bestrafung, welche davon abhängig sind, wie man lebt (Matthäus 16,27, 2. Korinther 5,10) und wieviel man von Gott weiss (Matthäus 11,20-24, Lukas 12,47-48, Johannes 15,22-25, 2. Petrus 2,20-21).

    Was den Tod von Kleinkindern betrifft, so kann man argumentieren, dass wenn jemand stirbt, bevor er in der Lage ist Gut und Böse zu unterscheiden (siehe 1. Mose 2,16-17, 5. Mose 1,39 und Jesaja 7,16), dieser Mensch keine Bestrafung im Jenseits zu gewärtigen hat, da er ja gar nicht in der Lage ist zu sündigen. Dies könnte der Grund sein, dass Gott den Tod eines solchen Menschen nicht verhindert.

    Des Weiteren gibt es sicher Fälle von Menschen, die sich wegen leidvoller Erfahrungen Gott zugewandt haben und dies nicht getan hätten, wenn sie solche Erfahrungen nicht gemacht hätten. Eine biblische Veranschaulichung eines solchen Falls könnte das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15,11-32) sein.

    Es kann der Einwand erhoben werden, dass Gott uns Menschen doch als vollkommene, im Himmel lebende Wesen hätte erschaffen können und wir nicht zuerst hier auf der Erde leben und leiden müssen. Eine Antwort auf diesen Einwand könnte in 2. Petrus 2,4 gefunden werden. Aus dem dort beschriebenen Schicksal sündigender Engel kann man den Schluss ziehen, dass wenn jemand fähig ist, ohne Sünde zu leben, sich aber dennoch dafür entscheidet zu sündigen dessen Schicksal besiegelt. Folglich ist der Umstand, dass wir unvollkommene, auf dieser Erde lebende Wesen sind möglicherweise der Preis dafür, dass wir sündigen und dennoch immer wieder unsere Sünden bereuen können. Folglich mag es gut für uns sein, dass Gott uns nicht als vollkommene, im Himmel lebende Wesen erschaffen hat.

    Was schliesslich das Leid der Tiere betrifft, so könnte es sein, dass diese in der in Jesaja 65,17-25, 2. Petrus 3,13 und Offenbarung 21,1 beschriebenen „neuen Erde“ für ihre Leidens entschädigt werden.

  19. #19 von dezer.de am 15. August 2016 - 18:17

    @Patrick:

    „Gott hat nicht irgendeinmal zu existieren begonnen, sondern existiert seit Ewigkeit. Da gemäss diesem Argument nur das was zu existieren begonnen hat eine Ursache seiner Existenz benötigt, trifft dies auf Gott nicht zu.“

    Ernsthaft? Und du erkennst darin keinen Zirkelschluss? Offensichtlicher gehts ja wohl kaum.

    „Wenn man den freien Willen des Menschen als etwas Positives betrachtet, muss man auch das Vorhandensein von sich daraus ergebendem Leid in Kauf nehmen.“

    Ja. Aber: Erdbeben, Meteoriten, Krankheiten, Unfälle, Tsunamis, Dürren, Eiszeiten…. Wie erklärst du die?

  20. #20 von Hal am 15. August 2016 - 19:36

    @Skydaddy

    Bist Du nicht viel generös?

    Dementsprechend hat Patrick hier die gängigen Argumente aufgeführt, und solche Argumente sind gängig, weil sie eben bei vielen Menschen „funktionieren“, d.h. die Leute GLAUBEN, diese Argumente seien überzeugend. Sie sind es ja auch tatsächlich in dem Sinne, dass dadurch Menschen überzeugt werden.

    Die Apologetik der Theologen greift eigentlich nur bei schon Gläubigen, oder Menschen die seit Kindheit die Gotteshypothese nicht hinterfragt haben. Nur die wenigsten die sich mittels kritischen und selbstständigen Denken vom Glauben entfernt haben, lassen sich mit solch dümmlichen Argumenten nicht wieder einfangen. Kurz gesagt; Apologetik ist für Schafe da und für Apologeten selbstverständlich. Was Patrick hier veranstaltet ist logischerweise für ihn selbst, entweder ein grundlegend fehlgeleiteter Versuch seinen missionärrischen Gebot nachzukommen oder um seinen eigenen Glauben zu festigen – und das macht man am besten mit dumpfer Wiederholung.

    Freilich lassen sich gerade „religiös musikalische“ Menschen oft schon durch das „Argument mit der Autorität“ überzeugen, was vernünftigen Menschen (wie den meisten hier) vor Augen führt, dass effektive (apologetische) Überzeugungskraft etwas ganz anderes ist als logische Überzeugungskraft.

    Apologetik ist pseudo-intellektuelle Masturbation, etwas was Theologen machen um akademisch zu wirken – Blendwerk und Nebelkerzen.
    Egal wie schlecht und unehrlich Apologetik ist, die alltägliche Rhetorik ist noch schlimmer und appelliert primär an Emotionen, Gerede von Sünde (künstlich schlechtes Gewissen), Ingroup-Outgroup-Hetze, Christenverfolgungspropaganda und natürlich die bescheidene moralische Überheblichkeit und Nächstenliebe wie es nur Christen vorleben können.

    Wenn Patrick bisher nicht gemerkt hat dass seine Apologetik nicht funktioniert und das sie schon seit vorchristlichen Zeiten nicht funktioniert hat, so wird er es auch diesmal nicht merken. Er denkt in den kleinen engen Zirkeln seiner Argumente, und ist immun gegen Kritik und Gegenargumenten.

    Ein repetitiver evangelikaler Troll der am liebsten nicht gefüttert werden sollte. 😀

  21. #21 von awmrkl am 16. August 2016 - 03:08

    @Patrick

    „Viel Leid ist das Ergebnis des freien Willens des Menschen …“

    Ach ja? Erdbeben, Meteoriten, Krankheiten aller Art, Unfälle, Überschwemmungen, Tsunamis, Dürren, Eiszeiten … – alles „Ergebnis des freien Willens des Menschen“? – Du merkst gar nicht mehr, wie menschenverachtend Du versuchst zu „argumentieren“ (deshalb in Anführungszeichen, da das, was Du hier (wiederholt) vorführst, pure Verteidigung Deines Hirnwurms ist, der Dich nicht loslassen will, und Du ihn nicht loslassen willst).

    Und Deine scheiß Zitate aus einem Märchenbuch kannst (und solltest, wenns nach mir geht) Du Dir bitte dorthin stecken, wo „nie die Sonne hineinscheint“! Das sind weniger als Null-Argumente! Das sind Negativ-Argumente, Du machst damit alles nur noch schlimmer! Denn damit zeigst Du, daß Du Dich von jahrtausende-alten Büchern komplett beherrschen und fernsteuern läßt. Damit vermittelst Du den unmittelbaren Eindruck eines restlos autoritär gesteuerten Menschen, von Autoritäten, die schon seit 2000+ Jahren tot sind, aus einer Zeit, die seit 2000+ Jahren nicht mehr ist.
    Schäm Dich!

  22. #22 von Noch ein Fragender am 16. August 2016 - 11:47

    @ #18 von Patrick

    Während du noch Rechtfertigungen suchst, weshalb Gott keine bessere Welt hat schaffen können, hat dieser bereits eingesehen, dass das mit der ersten Schöpfung nichts war und plant die Erschaffung eines neuen Himmels und einer neuen Erde. 🙂

  23. #23 von Patrick am 17. August 2016 - 23:06

    Hier ist eine weitere kurze und allgemeinverständliche Präsentation eines Arguments für die Existenz Gottes, nämlich des „ontologischen Gottesbeweises“:

    http://www.reasonablefaith.org/ontological

  24. #24 von Unechter Pole am 17. August 2016 - 23:50

    Meine Klassenkammeraden hatten vor über 25 Jahren den stärksten aller Gottesbeweise geliefert:

    Gott existiert, weil der Schulpriester gesagt hat, dass es so in der „Bibel“ steht. Das was dort steht ist wahr, weil es der vorgenannte Gott selber geschrieben hat.

    Die Argumentationskette ist stimmig. Was wünscht man noch mehr?

  25. #25 von Praktikantin Patricia am 18. August 2016 - 01:05

    Was Craigs Version des „kosmologischen Gottesbeweises“ betrifft, so sehe ich mich nicht in der Lage, dieses Argument, welches Craig im genannten Buch „Die Existenz Gottes und der Ursprung des Universums“ auf über 100 Seiten präsentiert hier kurz in ein paar Sätzen zusammenzufassen. Insbesondere was die naturwissenschaftlichen Aspekte des Arguments betrifft, fehlt mir hierzu auch das nötige Fachwissen. Wer sich in Craigs Argument vertiefen will, findet im folgenden Link eine ausführliche Darstellung desselben:

    [http://www.leaderu.com/truth/3truth11.html

    Das folgende Video enthält eine kurze Darstellung der naturwissenschaftlichen Aspekte von Craigs Argument:

    Was die von Aristoteles und Thomas von Aquin formulierte Version des „kosmologischen Gottesbeweises“ betrifft, so habe ich einmal versucht, diese in eigenen Worten zu formulieren und zwar wie folgt:

    In unserer Welt sehen wir Veränderungen unterschiedlichster Art. Aber was genau ist eigentlich eine Veränderung? Der griechische Philosoph Aristoteles (384-322 v. Chr.) sah Veränderung dadurch charakterisiert, dass ein einem Objekt innewohnendes Potential verwirklicht wird. Diese Charakterisierung kann am Beispiel von Wasser veranschaulicht werden. Wasser kann sich beispielsweise verändern, indem es bei 0° C gefriert oder bei 100° C verdampft. Diese Veränderungen können sich jedoch nur deswegen ereignen, weil Wasser das Potential hat, bei 0° C zu gefrieren sowie das Potential, bei 100° C zu kochen. Das Vorhandensein solcher Potentiale allein reicht jedoch noch nicht aus, um diese Veränderung zu bewirken. Hierzu bedarf es jeweils einer äusseren Ursache, welche das entsprechende Potential verwirklicht. Wasser beispielsweise kocht nur dann, wenn es eine Wärmequelle gibt, welche es auf mindestens 100° C erhitzt.

    Eine weitere von der Temperatur abhängige Veränderung von Wasser besteht darin, dass zu Eis gefrorenes Wasser bei 0° C schmilzt. Das Schmelzen eines Stücks Eis kann konkret dadurch geschehen, dass es der Wärme der Sonne ausgesetzt wird. Die Wärme der Sonne wiederum gibt es nur, weil im Inneren der Sonne Wasserstoffatome zu Heliumatomen umgewandelt werden und bei diesem Prozess Energie freigesetzt wird. Damit aber das Potential zur Umwandlung von Wasserstoff- zu Heliumatomen verwirklicht wird, bedarf es wiederum einer äusseren Ursache. Diese Ursache wiederum kann ihr Potential zur Umwandlung von Wasserstoff- zu Heliumatomen nur verwirklichen, wenn es wiederum eine äussere Ursache gibt, welche dies ermöglicht. Diese Kette von zur Verwirklichung von Potentialen benötigten Ursachen kann jedoch nicht unendlich viele Glieder haben; in unserem Beispiel enden die naturwissenschaftlich beschreibbaren Vorgänge auf der Ebene der Elementarteilchen.

    Aber kann die Kette auf der Ebene der Elementarteilchen abbrechen? Bedürfen nicht auch die betreffenden Veränderungen einer äusseren Ursache? Wenn man Aristoteles folgt, muss die Frage bejaht werden. Eine solche Ursache kann jedoch nicht etwas sein, was der materiellen Welt angehört, sondern sie muss geistiger Art sein. Nun muss jedoch diese Ursache geistiger Art nicht unbedingt Gott sein; es kann sich auch um irgendein Geistwesen handeln. Aber auch dieses Geistwesen könnte die betreffende Wirkung nur bewerkstelligen, wenn es ein Potential hierfür besitzt. Damit aber dieses Potential verwirklicht wird, bedarf es wiederum einer äusseren Ursache. Die Zahl der Ursachen, welche Potentiale verwirklichen können kann jedoch nicht unendlich sein, sondern es muss eine erste Ursache ohne unverwirklichte Potentiale geben, und diese erste Ursache schliesslich ist Gott.

    Es könnte sich nun die Frage stellen, ob es nur eine einzige solche erste Ursache mit keinen unverwirklichten Potentialen geben muss oder ob es nicht deren mehrere geben kann. Nun, es kann deswegen nicht zwei oder mehrere solcher Ursachen geben, weil diese, damit sie voneinander unterscheidbar sind, jeweils Merkmale aufweisen müssen, die den jeweils anderen Ursachen fehlen. Wenn dies aber der Fall ist, dann kann es nicht sein, dass irgendeine dieser Ursachen keine unverwirklichten Potentiale hat, denn damit dieser Fall vorliegen würde, dürfte bei der betreffenden Ursache kein Merkmal fehlen. Damit ist gezeigt, dass es nur einen Gott geben kann.

    Eine ausführlichere Präsentation dieses Arguments bietet der folgende Vortrag Feser, wobei dieser auch noch auf philosophische Argumente für verschiedene Eigenschaften Gottes eingeht:

    [http://vimeo.com/60979789

  26. #26 von Praktikantin Patricia am 18. August 2016 - 01:40

    Unechter Pole: „Meine Klassenkammeraden hatten vor über 25 Jahren den stärksten aller Gottesbeweise geliefert: Gott existiert, weil der Schulpriester gesagt hat, dass es so in der „Bibel“ steht. Das was dort steht ist wahr, weil es der vorgenannte Gott selber geschrieben hat.“

    Es gibt auch unabhängige Argumente speziell für die Wahrheit der Bibel. Dazu gehört etwa der Nachweis, dass die neutestamentlichen Evangelien auf Augenzeugenberichten beruhen, was in zwei dieser Schriften auch explizit auch behauptet wird (Lukas 1,1-4, Johannes 21,24). Im Folgenden wird gezeigt, wie man die Evangelien auf Hinweise hin untersuchen kann, die zeigen, dass sie auf Augenzeugenberichten beruhen.

    Im Johannesevangelium ist zu lesen, dass Jesus seinen Jünger Philippus angesichts einer grossen Menge von Zuhörern fragt, wo man Brot kaufen solle, um diese zu ernähren (Johannes 6,5). In der Folge wird das Wunder der Speisung der Fünftausend beschrieben. Nun mag man sich fragen, weshalb Jesus diese Frage ausgerechnet Philippus stellt, der in den Evangelien eine eher untergeordnete Rolle spielt. Ein erster Schritt hin zu einer Antwort stellt der im Lukasevangelium überlieferte Bericht über dieses Ereignis dar (Lukas 9,10-17). Dort lesen wir, dass es bei der Stadt Betsaida stattfand. Als weiterer Hinweis auf Betsaida als Ort dieses Ereignisses kann Matthäus 11,21 gelesen werden. Die dort erwähnten Wunder in Betsaida werden im Matthäusevangelium nirgends sonst erwähnt, der Bericht aus dem Lukasevangelium mag einen jedoch an die Speisung der Fünftausend als eines dieser Wunder denken lassen. Wiederum im Johannesevangelium lesen wir, dass Philippus aus Betsaida stammte (Johannes 12,21). Somit kann der Schluss gezogen werden, dass Jesus Philippus die oben erwähnte Frage deshalb stellte, weil Philippus als jemand, der aus Betsaida stammte mit den dortigen Gegebenheiten vertraut war.

    Das Besondere bei diesem Ergebnis der Untersuchung biblischer Texte ist der Umstand, dass deren Verfasser die daraus gewonnene Information ihren Lesern gar nicht mitzuteilen beabsichtigten. Dies ist nun insofern interessant, als dieser Umstand darauf hinweist, dass die entsprechenden Texte auf Augenzeugenberichten beruhen, da es nur schwer vorstellbar ist, dass solche versteckten Hinweise auf Ereignisse oder Sachverhalte von zwei oder mehreren Autoren unabhängig voneinander bewusst konstruiert werden können.

    Erstmals vorgenommen wurde eine solche Art von Untersuchung biblischer Texte vom anglikanischen Theologen William Paley (1743-1805). In seinem Buch „Horae Paulinae“ (London 1790) beschränkte er sich dabei auf diejenigen biblischen Texte, die einen Bezug zum Apostel Paulus haben. Paley benutzte für das entsprechende Phänomen den Ausdruck „undesigned coincidences“, was in diesem Zusammenhang mit „unbeabsichtigte Hinweise auf Augenzeugenschaft“ übersetzt werden kann.

    John James Blunt (1794-1855), ein anderer anglikanischer Theologe, wandte Paleys Vorgehen bei der Untersuchung biblischer Texte in seinem Buch „Undesigned coincidences in the writings of the Old and New Testaments“ (London 1847) auf die ganze Bibel sowie auf die Schriften des antiken jüdischen Historikers Josephus an. Sein Buch erlebte – wie übrigens auch dasjenige Paleys – mehrere Auflagen.

    Die erwähnten Werke wurden auch in den USA veröffentlicht. Dort hielt der Jurist Edmund H. Bennett (1824-1898) Vorträge, in denen er im Sinne Paleys und Blunts Untersuchungen von Texten aus den Evangelien demonstrierte. Diese Vorträge wurden nach Bennetts Tod von seiner Frau Sally unter dem Titel „The Four Gospels from a Lawyer’s Standpoint“ (Boston und New York 1899) veröffentlicht.

    Eine gute Einführung in das Thema sowie anschauliche Beispiele für „undesigned coincidences“ in den Evangelien bietet der folgende Vortrag des Philosophen Timothy McGrew:

    Was „undesigned coincidences“ sind, wird ab 0:07:31 erklärt.

    Der Einwand, dass es zwischen den Evangelien Widersprüche gäbe und diese deswegen nicht auf Augenzeugenberichten beruhen ist irrelevant. Selbst wenn dies zutrifft, so kann es auch in anderen Zusammenhängen vorkommen, dass sich Zeugen in gewissen Dingen widersprechen, was aber nicht die Glaubwürdigkeit der Zeugnisse infragestellen muss, insbesondere wenn sich die Widersprüche auf Nebensächliches beziehen.