Warum der IS in Frankreich so erfolgreich ist

Burka-Verbot? Keine religiösen Symbole im öffentlichen Raum? Zu viel Laizismus befördere Islamismus, sagt ein französischer Star-Soziologe. Sein Rezept: Das Land solle multikultureller werden.

[http://www.welt.de/politik/ausland/article157560940/Warum-der-IS-in-Frankreich-so-erfolgreich-ist.html

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  1. #1 von Unechter Pole am 11. August 2016 - 23:43

    Zu viele Türschlösser befördern Einbruchdiebstähle.

  2. #2 von Willie am 12. August 2016 - 02:20

    Farhad Khosrokhavar sagt selbst am Anfang:

    Das ist in dieser Form neu. Vorher waren einzelne solcher Fälle bekannt. Aber das hat eine gewisse Logik, denn die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) versucht, genau dieses Profil anzuziehen: junge, mental gestörte Männer.

    Welche Kultur fehlt denn in Frankreich, damit weniger mental gestärte dort geboren und erzogen werden.

    Khosrokhavar: Viele und selbst nicht praktizierende Muslime empfinden das als eine Demütigung. Auch wegen des arabisch-jüdischen Kontextes, weil die Kippa keine Probleme macht, der Schleier schon.

    Dem kann ich insofern zustimmmen, da es sich um religiöse Symbole handelt. Auf der anderen Seite hat F. ein Problem mit Anschlägen und die gehen nunmal nicht von Kippaträgern aus.

    Khosrokhavar: Aber in der Silvesternacht ging es doch nicht um Religion, sondern um sexuelle Entladungen und kulturelle Missverständnisse.

    Kulturelle Missverständnisse? Sorry, aber wo auf der Welt ist es Kultur Frauen so auf öffentlichen Plätzen anzugehen? Ja, wenn man Berichten glauben schenken kann, dann seit ein paar Jahren im arabischen Rau – also etwas Neues.

    Laizität heißt, einem Mädchen, das einen Schleier trägt, den Zugang zur staatlichen Schule zu verwehren. Sie darf in Frankreich nicht Polizistin werden, in Großbritannien wohl.

    Und einem Jungen der Kippa trägt. Dass sie nicht Polizistin werden darf möchte ich belegt haben. Es ist wohl eher gemeint, dass sie während der Ausübung ihres Staatsdiensten nicht als Scheherezade oder als Kartoffelsack auftreten darf.

    Khosrokhavar: Richtig. Aber es geht mir um einen gelassenen Umgang mit dem Religiösen. Was gar nicht funktioniert, ist ein Monokulturalismus, der das Religiöse verbannen will.

    Wo bitte besteht in der französischen Gesellschaft eine verbannte Religion? Haben die jetzt alle Kirchen, Moscheen, Synagogen … abgerissen und es gilt grundsätzliches Religionsverbot?

    Es muss einen Mittelweg zwischen einem ungezügelten Multikulturalismus und einer total restriktiven Laizität geben.

    Der Staat vertritt eine Kultur, eine kulturelle Richtlinie von Freiheit, Gleichheit, Gemeinsamkeit (als Volk) und Laizismus in staatlichen Bereichen. Das macht Sinn, da der Staat keine verschiedenen Kulturen und erst Recht keine verschiedene Religionen praktizieren kann, dass darf der freie Bürger. Die Schauspeieler in den westlichen Monarchien können das, da sie keinen politischen Einfluss ausüben und eben nur nach Bedarf schauspielern.

    Man muss den Schleier zulassen können und trotzdem die sexuelle Aggression unter Strafe stellen dürfen.

    Man muss ihn aber auch verbieten können, so wie man auch nackt sein verbieten kann – zumindest im staatlichen Wirkungsbereich.

    Der Sonderfall Frankreichs bedeutet auch, dass man entweder im System ist oder außen vor.

    Man frage mal bei dt. Harzern, oder in England oder in Spanien oder … nach. Nein, diese Abblockung ist nicht gut, aber sie ist in allen Gesellschaften vorhanden und damit kein Sonderfall in F..

    >

  3. #3 von Skydaddy am 12. August 2016 - 06:27

    Religiöse lassen sich NIE zufriedenstellen, je religiöser, desto mehr fordern sie für IHRE Religion.

    Deshalb halte ich es für völlig verfehlt, Religionen entgegenzukommen. Religionsfreiheit ja, aber keine Extrawürste.

    Religioten vom Schlage der IS-Kämpfer stören sich schon daran, dass Frauen sich in westlichen Ländern nicht verhüllen, dass Alkohol erlaubt ist usw. Man kann solchen Leuten im Rahmen der freiheitlich-demkratischen Grundordnung nicht soweit entgegenkommen, dass sie zufrieden sind.

  4. #4 von Elvenpath am 12. August 2016 - 10:29

    In Klartext: Gebt den Religiösen was sie wollen, ansonsten veranstalten sie Terror.
    Das ist aber eine Milchmädchenrechnung. Denn gibt man Religionen den kleinen Finger, reißen sie einem den Arm aus. Bald werden Symbole im öffentlichen Raum auch nicht mehr genug sein. Dann kommt die nächste Forderungsstufe. Wird die nicht bewilligt, gibt es wieder Gewalt.

  5. #5 von Hal am 12. August 2016 - 15:31

    Die Welt:
    Monsieur Khosrokhavar, können Sie uns erklären, wo psychische Krankheit aufhört und Terrorismus beginnt?

    Farhad Khosrokhavar: Die Grenzen verfließen, und die Profile vermischen sich. Das ist in dieser Form neu. Vorher waren einzelne solcher Fälle bekannt. Aber das hat eine gewisse Logik, denn die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) versucht, genau dieses Profil anzuziehen: junge, mental gestörte Männer.

    Sollte Religiosität als mentale Störung u/o soziale Behinderung von Fachleuten anerkannt werden, so würde diese Unterstellung nicht diskriminierend sein. Menschen mit mentalen Störungen sind nicht signifikant überdurchschnittlich, oder gar automatisch primitive und brutale Mörder!

    Wenn fanatische Religioten Verhalten aufweisen, welches auch bei mentalen Störungen und psychischen Krankheiten auftritt bedeutet es noch lange nicht sie wären krank, nein, dieses verhalten ist eine Anklage an die krankmachende Religion des Täters und keine Entschuldigung dieser. Es mag vermehrt psychisch Auffällige unter den Terroristen geben, z. B. Psychopathen, aber ohne verlässliche Daten ist es nur eine unbelegte Behauptung.

    Der IS ist minimalreligiös und was den Islam betrifft nicht sehr rigoros.

    Der IS ist extrem islamisch, begründet alles sehr langatmig islamisch und sehr bemüht nach dem Vorbild Mohammeds eine mittelalterliche Gesellschaft zu errichten. Der IS ist genauso minimalreligiös wie Saudistan.

    Die Welt:
    Waren die Geheimdienste darauf vorbereitet?

    Khosrokhavar: Nein, das ist ein riesiges Problem. In Europa hat man in den 60er- und 70er-Jahren die psychiatrischen Anstalten geschlossen.

    Was haben die Geheimdienste zu Zeiten des kalten Krieges mit den Schließungen von psychiatrischen Einrichtungen zu tun?
    Wenn wir schon bei Gefängnissen sind, warum sind Muslime in diesen, relativ zu ihren Bevölkerungsanteil, überrepräsentiert. Ist das auch wegen mentalen Störungen, oder könnte es daran liegen dass sie wegen ihren religiotischen Arroganz nicht die Regeln und Gesetzte des Landes respektieren. Warum sind muslimische Männer unterdurchschnittlich gebildet?

    Das sind stark beeinflussbare Menschen, die Wahnvorstellungen entwickeln. Im Gefängnis traf ich einen Mann, der war überzeugt, Mohamed Merah zu sein, der Attentäter von Toulouse.

    Ach, stark beeinflussbare Menschen, das ist ja interessant, könnte ein Zusammenhang zwischen religiöser Indoktrination, und mangelhaften kritischen denken bestehen? Seine Argumentationskette stellt aber einen Zusammenhang zwischen Religiosität und einen Fall von Persönlichkeitsstörung fest. Sehr unwissenschaftlich, Anekdoten sind keine Belege. Warum saß er eigentlich im Gefängnis?

    Wenn im Fernsehen von früh bis spät von Terroristen gesprochen wird, identifizieren sie sich ganz leicht mit ihnen. Es gibt also eine Art Schleife, weshalb die Ereignisse im Augenblick so schnell aufeinanderfolgen: Man imitiert sich gegenseitig, das ist mimetischer Terrorismus. Die Amerikaner nennen dieses Phänomen „copycat“.

    Muslime mit zahlreichen Vorstrafen sind unter den islamischen Terroristen keine Seltenheit, ihnen wird die Vergebung aller Sünden, Heldenstatus und 72 Jungfrauen im ewigen leben versprochen, wenn sie ihr fucked-up-Leben ohne Perspektive im Kampfe gegen Ungläubige „opfern“. Wie kann er nur diesen Motivationsfaktor übersehen?
    Ohne es zu wissen, kriminelle Muslime sind sehr wahrscheinlich markant überrepräsentiert.

    Khosrokhavar:
    Ja, weil es in solchen Fällen immer um Glorifizierung geht. Die Tat verhilft ihnen zu Ruhm. Das beste Beispiel dafür ist Andreas Lubitz, der Pilot der Germanwings, weil bei ihm keinerlei Ideologie im Spiel war. Es ist ganz wichtig, diese Fälle regelrecht herunterzuspielen und klar zu sagen: Das sind arme Typen und in keinem Fall richtige Terroristen.

    Lubitz war so weit ich weiß (schwer?) depressiv, Nacharmungstäter sind in diesen Fall eher unwahrscheinlich. Depression ist ganz richtig keine Ideologie.

    Wir müssen zeigen, dass wir sie nicht wertschätzen. Nennen wir sie nicht mehr Terroristen!

    Das ist das bisher dümmste, die meisten Menschen VERACHTEN Terroristen, manche fürchten sie, aber sie verschwinden nicht wenn sie nicht als Terroristen bezeichnet werden.
    Es ist zwar verständlich wenn Muslime nicht erkennen wollen dass andere Muslime wegen ihren Glauben primitive, brutale und grausame Taten begehen, aber Realitätsverweigerung löst keine Probleme, sie lässt sie nur im Schatten der Ignoranz wachsen.
    Sollten Muslime die unmenschliche Ideologie Mohammeds als primäre Ursache des Terrors erkennen, würden sie sich überhaupt trauen die Mohammed Fans zu kritisieren? Wahrscheinlich nicht, denn das ist lebensgefährlich.

    Khosrokhavar:
    Leider versteht Hollande nicht, dass die Verrückten, die jetzt zur Tat schreiten, einer anderen Logik gehorchen und vom IS instrumentalisiert werden.

    Meinte er nicht die verrückten Muslime? Und wieder ein Aufruf die Symptome einer kranken Ideologie zu ignorieren, und die daran Erkrankten als anderweitig verrückt zu erklären. Dem ist wohl das Brett vorm Kopf über die Augen gerutscht.

    Viele arabischstämmige Menschen haben das Gefühl, nicht geliebt zu werden, immer noch „kolonialisiert“ zu sein.

    Mit Liebe ist es ein wenig wie mit Respekt, es ist gegenseitig und man verdient es sich. Wer sich unliebsam benimmt, andere Menschen aus religiösen Gründen für minderwertig hält und sie es merken lässt, wird gerne als arrogantes Arschloch aufgefasst. Wenn man gleichzeitig ungebildet, vorbestraft, mit Machoattitüde, Fusselbart oder Ghettokluft und -dialekt, wie nicht so wenige arabischstämmige junge Männer auftritt, wird dazu noch als unreflektierter Armleuchter und tragische Witzfigur abgestempelt.
    Kurz gesagt, wer sich über die sozialen Spielregeln gehoben fühlt, ist schnell untendurch.

    Aber es gibt hier eine Laizität, die selbst zur Religion geworden, die heilig gesprochen worden ist.

    Laizität, Atheismus und Fußball ist Religion – alles ist Religion, wenn es Religioten in den Kram passt. Zu anderen Zeiten ist Religion etwas besonderes, etwas einzigartiges, die Grundlage von Moral und das Rückgrat der Gesellschaft. Religion ist demnach beliebig und wenn nicht nur gänzlich überflüssig, dann auch noch unterm Strich schädlich.

    Die Welt:
    Die Silvesternacht in Köln hat gezeigt, dass sexuell frustrierte Männer nach Deutschland gekommen sind, die unsere Gesellschaftsregeln nicht beherrschen. Hat sich das französische Modell da in Wahrheit nicht sehr gut bewährt?

    Khosrokhavar: Aber in der Silvesternacht ging es doch nicht um Religion, sondern um sexuelle Entladungen und kulturelle Missverständnisse. Laizität heißt, einem Mädchen, das einen Schleier trägt, den Zugang zur staatlichen Schule zu verwehren. Sie darf in Frankreich nicht Polizistin werden, in Großbritannien wohl.

    Islam -> sexueller Frust + religiöse Arroganz -> sexuelle Gewaltverbrechen.

    Im bisherigen Interview werden Muslime implizit als Opfer sowohl auch für normal zivilisiertes Verhalten und Eigenverantwortung unfähig erklärt. Opfer, weil sie nicht geliebt werden, sich diffamiert und kolonialisiert fühlen, ihnen nicht alles gestattet wird und sie wie andre Randgruppen der Gesellschaft wenig Erfolg haben.
    Problematiken wie Selbstsegregation, niedrigen Bildungsstand, unzeitgemäße Erziehung (Kultur) und der grundlegende Konflikt zwischen Islam und einer freien Gesellschaft spielen keine Rolle.

    Die Welt:
    Fast gebetsmühlenartig sagen wir jetzt, dass der Terror nichts mit dem Islam zu tun habe. Aber es sind Islamisten, die ihn begehen. Niemand hat sich bislang auf Buddha berufen …

    Khosrokhavar: Absolut. Es ist keine zufällige Verbindung. Der Dschihadismus fußt auf einer radikalen, sehr realen Form des Islam. Es gibt Muslime, die sagen: „Es sind keine Muslime, die das tun.“ Doch. Es sind Muslime. Sie meinen es ernst, so ernst, dass sie bis in den Tod gehen. Aber es handelt sich um eine extremistische Form des Islam, den wir in unseren westlichen Demokratien nicht akzeptieren dürfen.

    Die Welt: Was verändert der Terror politisch?

    Khosrokhavar: Die größte Gefahr ist der Sieg der Rechtspopulisten.

    Huch – woher kam denn das?

    Wenn die Politik nicht handelt, sondern beschwichtigt, sogar versucht zu vertuschen, spielen sie den Rechtspopulisten in die Hände. Solange die Idiotie des „political correctness“ mit Vorwürfen von Rassismus und Islamophobie die öffentliche Debatte beherrscht und sie polarisiert, werden politische Rattenfänger von der Verunsicherung der Bevölkerung profitieren.
    Die Täter der letzten Silvesternacht stammen aus einer Kultur mit harten Strafen, deren Straftaten zu ignorieren oder sie mit Samthandschuhen anzufassen kommt Akzeptanz solchen Verhaltens gleich.