In US-Kirchen geht es häufig um Politik

Politik macht in den USA nicht vor der Kirchentür halt. In einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center sagten fast zwei Drittel (64 Prozent) der befragten Gottesdienstbesucher, sie hätten Pastoren ihrer Gemeinde auch zu politischen und gesellschaftlichen Themen sprechen hören.

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[http://www.evangelisch.de/inhalte/137200/08-08-2016/pew-research-center-meinungsumfrage-us-kirchen-geht-es-haeufig-um-politik

  1. #1 von Noch ein Fragender am 9. August 2016 - 12:42

    Wer hätte das gedacht! 🙂

  2. #2 von Hypathia am 9. August 2016 - 15:26

    Diese Typen sind dermaßen verdummbibelt, dass sie sich sogar ihre politische Meinung vorkauen lassen, um ja nicht denken zu müssen.

  3. #3 von Yeti am 9. August 2016 - 17:35

    @Hypathia:
    Bei uns in der Gegend, (Westerwald, katholisch) mussten die Bauern in den 70-ern noch beim örtlichen Pfaffen um Erlaubnis bitten, wenn sie Sonntags auf’s Feld wollten.

  4. #4 von Hypathia am 9. August 2016 - 18:16

    @ Yeti

    Unglaublich! Vor allem, dass sie es wirklich taten.

  5. #5 von Yeti am 9. August 2016 - 20:49

    @Hypathia: Wir bekamen auch bei Bedarf Schulfrei für die Kartoffelernte, das lag aber an den jeweiligen Eltern. Ich bin lieber zur Schule gegangen und diesen Wunsch haben mir meine Eltern von den Augen abgelesen.

    „Mussten“ war jetzt vielleicht strenggenommen falsch. Sie taten es eher aus folgendem Grund:

    Sie wollten sich halt vorab davon versichern, dass sie keine Sünde begehen, weil sie im Sonntag auf’s Feld mussten.
    Der (das?) Verdikt war dann üblicherweise „erst in den Gottesdienst und dann auf den Acker“. Dafür wurde dann hier die „Vorabendmesse“ am Samstag Abend eingeführt (wohl irgendwann ab dem späten 16. Jhdt).

    Meine erste Grundschulklasse 1973(!) war eine der ersten, in denen katholische und (ein paar wenige) evangelische Kinder zusammen in einer Klasse saßen. Mein Kindergarten war rein katholisch (Kloster, nein, es gab keine Misshandlungen oder sowas und außer Sankt-Martins-Basteleien und zu Weihnachten ein par Lieder üben mit den Nonnen, gab es auch keine Indoktrinierung, ich kann mich zumindest nicht daran erinnern und ich habe erst recht spät das Konzept der Hölle als Bestrafung (für was) erkannt und dann schnell wieder angefangen nachzudenken). Die Erzieherinnen waren aber ausgebildete Erzieherinnen und keine Nonnen mit denen wir nur gesungen und gebastelt haben. Obwohl die zwar alle katholisch sein mussten, waren die es im Rückblick auch damals schon nur „pro forma“.

    Vor den „evangelischen Kindern“ wurde gewarnt (bei mir von der Oma und einer Tante), weil die ja teilweise noch nichteinmal getauft waren (ist im Grundschulalter bei Evangelen unüblich, also sind sie dann auch nach ihrem eigenen Verständnis noch nicht evangelisch), der Tante ist auch mal rausgerutscht, dass unsere Famile von „de Judde aafstammt“. Die kamen auch alle von auswärts (Nachbardorf oder zwei Dörfer weiter!) und waren von daher sowieso fremd und neu. Und evangelisch bedeutete damals hier in der Gegend eher „Kirche? Pff, ge fort“. Aber verbunden hat die Religion da nix. Und die Feindschaft ging rein von den Katholiken aus. Den Evangelen war das komplett Latte.

    Letztendlich hatte das aber wenig Einfluss auf den täglichen Umgang miteinander. Den meisten war die „angeratene“ Distanz schietegal.

    Ich finde es irgendwie beruhigend, dass jetzt, nachdem unser Flüchtlings-Durchgangslager (fast nur Christen aus Afrika und die meisten aus Syrien, sehr wenige Kopftücher) wieder zugemacht wurde mangels Bedarf, jetzt wieder auch nur die gewohnten 20-30 Hanseln aus letztendlich einer Famile Sonntags morgens hin gehen. Als das „Lager“ hier wie geplant belegt war (ca. 250 Leute, wir haben 2600 Einwohner), waren beide Kirchen, die große alte katholische und die kleine (Marke Grillhütte mit Peter-Lustig-Bauwagen daneben), recht neue evangelische proppenvoll.
    Noch zehn Jahre und man braucht hier keinen Gottesdienst mehr abzuhalten.