Kein Gott schreibt eine Burka vor

Wenn man sich wie in einem Werbespot für die AfD vorkommt – dann aber doch das ästhetisch-kulturell Fremde in Berlin wahrnimmt.

(…)

Dass ich gegen Burkas in einem freien, mehrheitlich aufgeklärten Land bin, ist klar. Kein Gott schreibt eine Burka vor, kein Mann hat das Recht, sie Frauen zu oktroyieren (und man/frau erzähle uns nichts von der angeblich völlig selbstbestimmten Freiwilligkeit der Burkaträgerinnen).

weiterlesen:

[http://www.tagesspiegel.de/politik/umgang-mit-dem-islam-kein-gott-schreibt-eine-burka-vor/13979200.html

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  1. #1 von drawingwarrior am 8. August 2016 - 14:36

    Und selbst wenn ein Gott das fordern würde, wäre es meine mitmenschliche Pflicht die von dieser Regelung betroffenen zu fragen, ob sie mit dieser Regelungen leben können.
    Falls nicht, nehme ich den dummen Zorn dieses despotischen Gottes gelassen in Kauf.

    Wir alle wissen, wer die Regeln in jeder bekannten Religion schreibt.
    Kleiner Tipp, es hat einen Penis und ist ganz stolz, dass er einen hat.

  2. #2 von Hinterfragerin am 8. August 2016 - 20:31

    An sich finde ich den Kommentar nicht schlecht, als Anregung zum Nachdenken.

    Aber woher nehmen diese Leute immer die Sicherheit, dass Gott (witzigerweise selbst wenn sie nicht an ihn glauben..) eigentlich genau die Haltung vertreten müsste, die sie selbst vertreten? Und erkennen nicht, dass dies leider kaum ein Argument gegen jene sein kann, die genauso denken, aber andere Werte ver-göttlichen?

    Insofern bin ich voll bei drawingwarrior: Selbst wenn ein Gott das fordern würde, wäre es herabwürdigend.

    Nein, ich bin nicht für ein Verbot.

    Und ja, mir ist klar, dass die meisten diese Kleidungsstücke nicht aus freien Stücken tragen – jene Menschen nämlich, die in Ländern leben, in denen ihnen entweder staatlicherseits oder von ihren Mitmenschen keine Entscheidungsfreiheit zugebilligt wird. Würden manche dort sie freiwillig tragen? Ja, sicher. Viele andere würden es nicht tun.

    Hier in Deutschland und überhaupt im Westen scheint mir die Analyse einer Muslima treffend, mit der ich einmal darüber sprach (und die selbst ein Kopftuch trägt): Es handele sich bei der Vollverschleierung von Frauen hier (!), wie bei der Verschleierung von Kleinkindern, v.a. um ein Abgrenzungssignal und dabei gehe es um eine (religiös-)politische Position. Interessanterweise könnte es also vielleicht sogar so sein, dass relativ gesehen mehr Frauen im Westen freiwillig eine Vollverschleierung tragen, als dies beim „Mehrheits“-Kopftuch der Fall ist – bei dem der soziale Druck eher eine Rolle spielen dürfte. In manchem islamisch geprägten Land ist ein schlichtes Kopftuch dagegen Zeichen großer Liberalität und schon sehr gewagt.

  3. #3 von Hal am 8. August 2016 - 23:18

    @Hinterfragerin

    Ein kleines Gedankenexperiment: ersetze Kopftuch mit Nudelsieb. Würdest Du einen Richter mit Nudelsieb ernst nehmen können?

  4. #4 von Skydaddy am 9. August 2016 - 05:39

    Ich kenne die Position der Verfasserin nicht, aber mir ist nicht klar, wie man (allgemein) einerseits für ein Burkaverbot, andererseits für die Straffreiheit der Beschneidung bei Säuglingen und Minderjährigen sein kann:

    Das Tragen der Burka könnte man von einem auf den anderen Tag aufgeben – die Beschneidung ist für immer.

    Und während das Tragen der Burka zumindest theoretisch freiwillig erfolgen kann, ist das bei der Beschneidung von Säuglingen und Kindern nicht der Fall.

    Zudem erfüllt das Tragen der Burka an sich keinen Straftatbestand.

  5. #5 von paul0f am 9. August 2016 - 09:28

    Ehrlich gesagt – ein Mensch der ohne ein Stück Stoff auf dem Kopf und vor dem Gesicht meint, er sein gefärdet, den geilen Blicken der anderen ausgesetzt, nur ein halber Mensch, keine anständige Frau, nicht von Gott beschützt etc. pp. – der (bzw. die) hat in meinen Augen ein psychisches Problem und sollte sich in ärztliche Behandlung begeben.

    Oder anders gesagt: hätte irgendeine überirdische Entität gewollt, dass Frauen mit Stoff auf und um den Kopf in der Welt herumlaufen, dann hätte er es (Kopftuch/Niqab etc.) zu einem Körperteil machen sollen – hat er nicht, also kann es nicht so wichtig sein.