Verkaufsfreier Sonntag: Kultur und Kirchgang – oder doch lieber shoppen?

Mit einem Gesetz aus den 50er Jahren wird bis heute der Sonntag geschützt: An diesem Tag solle geruht und nicht gearbeitet werden, dafür setzen sich besonders die Kirchen und kirchennahe Institutionen ein. Doch wie zeitgemäß ist das Verbot?

[http://www.deutschlandradiokultur.de/verkaufsfreier-sonntag-kultur-und-kirchgang-oder-doch.1278.de.html?dram:article_id=362381

Advertisements
  1. #1 von omnibus56 am 7. August 2016 - 21:43

    Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie „hemdsärmelig“ in Betrieben ohne Betriebsrat mit dem Verbot der Sonntagsarbeit umgegangen wird. Wenn es nach der Firmenleitung ginge, würde 12+/7 gearbeitet, als ob es kein Arbeitsrecht gäbe. Wenn es das Verbot der Sonntagsarbeit nicht gäbe, würde nach meiner Erfahrung der Druck auf die Arbeitnehmer noch größer, zur Erfüllung völlig irrwitziger Terminvorgaben 7 Tage die Woche über Monate hinweg zu arbeiten.

    Nicht falsch verstehen: Ich bin sicher, es gibt eine Menge Betriebe ohne Betriebsrat, in denen der Chef nicht so mit seinen Mitarbeitern umgeht. Aber leider gibt es auch die oben geschilderten Chefs. Und bei denen hilft es, manchmal dezent auf die Realität des Arbeitsrechts hinweisen zu können, damit alles im Rahmen bleibt. Würde das Verbot der Sonntagsarbeit fallen, entfiele dieses Druckmittel.

  2. #2 von Willie am 8. August 2016 - 03:12

    Ein ganz normaler Sonntag in Deutschland. Bummeln in den Einkaufsstraßen und Fußgängerzonen beschränkt sich weitgehend aufs Schauen. Die Geschäfte müssen geschlossen bleiben, denn:

    Ich kenne das ein wenig anders, u.z. dass die am Sonntag nicht verkaufen, aber dennoch öffnen dürfen. Dabei kommt es aber wohl auf das Bundesland und die Kommune an.

    In diesem Verband haben sich christliche und kirchennahe Sozial- und Arbeitnehmerverbände, Gewerkschaften und Politiker zusammengeschlossen, um den Artikel 140 Grundgesetz zu verteidigen. Hannes Kreller von der Sonntagsallianz:

    Ich vermute mal stark, dass auch diese Allianz für Sonntagsarbeit in den „firmeneigenen“ Sozialbetrieben ist.

  3. #3 von awmrkl am 8. August 2016 - 03:48

    Sonntagsruhe? Echt?
    Ich kenne den Sonntagmorgen als permanentes Glockengeläute ab spätestens 7:00 bis mindestens 12:00. Besonders schlimm in der Auswirkung in den Sommermonaten, wenn gerne die Türen und Fenster offen stehen. Ich wäre ja gern für solche Regelungen (für alle), aber: Ist das Ruhe?

  4. #4 von user unknown am 8. August 2016 - 06:40

    Ich bin auch dafür weitgehend am Sonntag-frei-für-alle festzuhalten, wo möglich. Egal ob Familie oder Freundeskreis: Ein gemeinsames Wochenende erlaubt gemeinsame Unternehmungen. Über verschiedene Betriebe soetwas selbst zu synchronisieren dürfte i.d.R. scheitern.

    Es ist also völlig unreligiös motiviert, rein sozial.