Muslime lassen Staatskirchenrecht alt aussehen

Sich zu einer multireligiösen und zunehmend areligiösen Gesellschaft zu entwickeln, hält Staatsrechtler Hans Markus Heimann für eine Herausforderung. Verfassungsrechtlich sei Deutschland ihr aber durchaus gewachsen.

[http://www.deutschlandradiokultur.de/hans-markus-heimann-deutschland-als-multireligioeser-staat.1270.de.html?dram:article_id=362311

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  1. #1 von Unechter Pole am 7. August 2016 - 22:51

    Wo nämlich Grundrechte kollidierten und entsprechend ausgeglichen werden müssten, könnte die freiheitlich-demokratische Rechtsordnung Religion und Weltanschauung relativieren. So müsse die Praxis religiöser Beschneidung am Rechtsgut der körperlichen Unversehrtheit eines Kindes gemessen werden. Dagegen sehe er keines, das mit Bekleidungsvorschriften abgewogen werden sollte. Aus diesem Grund dürfte hierzulande ein „Burka-Verbot“ verfassungsrechtlich nicht bestehen.

    Wie wäre es damit?

    Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

    und damit

    Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin

    (Betonung von mir)
    Tatsächliche Durchsetzung. Nicht also die Wahrheit der religiösen Unterdrückung durch formale Gleichberechtigung verschleiern.

  2. #2 von Friedensgrenze am 7. August 2016 - 23:56

    „In Deutschland wird auf der Trennung von Staat und Religion bestanden.“ So geht das Interview los und beginnt mit einer unhinterfragten Lüge der Moderatorin.

    Nein in Deutschland bestehen entgegen dem Grundgesetz bislang zwei Staatskirchen die ganz innig mit dem Staat verbandelt sind. Finanziell, Organisatorisch und Personell

    Aufgrund der falschen Setzung der Gesprächspartner wird das nix mit den Lösungsansätzen.

  3. #3 von Willie am 8. August 2016 - 00:46

    So müsse die Praxis religiöser Beschneidung am Rechtsgut der körperlichen Unversehrtheit eines Kindes gemessen werden. Dagegen sehe er keines, das mit Bekleidungsvorschriften abgewogen werden sollte. Aus diesem Grund dürfte hierzulande ein „Burka-Verbot“ verfassungsrechtlich nicht bestehen.

    Wieso nur die Praxis und nicht das Handeln als solches?

  4. #4 von Skydaddy am 8. August 2016 - 06:41

    Das deutsche Staatskirchenrecht gilt zwar offiziell für alle Religionsgemeinschaften, wurde aber für die beiden ehem. Staatskirchen maßgeschneidert, mit eigenen Kirchenbehörden, Kirchenbeamten, Kirchengesetzen, Kirchensteuer.

    Deshalb passt es spätestens heute nicht mehr.

    Ironischerweise spiegelt sich im deutschen Staatskirchenrecht die Vorstellung von der Staatskirche noch deutlich wider, obwohl die Staatskirche ja als abgeschafft gilt.