MITTELALTERFORSCHUNG: „Heinrich Himmler sah sich als Nachfahre einer Hexe“

Der Historiker Günther Dippold spricht über die populärsten Mythen rund um die Hexenverfolgung in Mittelalter. Viele Irrtümer gehen auf einen Befehl von Heinrich Himmler zurück, Bibliotheken und Archive zu durchforsten. Der SS-Chef war offenbar besessen vom Thema Hexen

[http://www.cicero.de/salon/finsteres-mittelalter-die-amtskirche-lehnte-hexenverfolgung-ab

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  1. #1 von Willie am 8. August 2016 - 01:03

    Geschichte wird eben immer von den Gewinnern geschrieben, wobei sich ein einmal festgesetztes Bild schlecht revidieren läßt. Das überwiegende Nero-Bild soll ja von Hollywood stammen. An der Verfolgung, nicht nur Frauen (Männer gab es auch darunten und sogar jede Menge Katzen), aus religiös verblödetem Denken ändert es aber nichts.

    Übrigens sah Himmler, irre wie er war, hinter der Hexenverfolgung auch die jüdische Weltverschwörung.

    Ob er „irre“ war ist nicht belegt, auch wenn er irren Vorstellungen anhing – machen Kleriker ja auch.

    Luther war zwar ein Befürworter der Hexenprozesse. Allerdings in einer Zeit, in der das ein Randphänomen war. Die Reichstadt Nürnberg, damals das lutherische Kommunikationszentrum in Süddeutschland, bezeichnet die ganze Vorstellung von Hexen schon in den 1530er Jahren als „ein lauter Wahn“.

    Womit Luther des Wahn überführt ist?

  2. #2 von Gerry am 8. August 2016 - 09:09

    Ausweislich seiner Publikationsliste hat sich der Professor nur mit Hexenverfolgung in Bamberg beschäftigt. Davon auf alle Hexenprozesse zu schließen halte ich für sehr gewagt.

    Und nachdem die Spanische Inquisition vom Papst genehmigt und an Hexenprozessen beteiligt war, kann man wohl kaum von einer ablehnenden Haltung der Amtskirche sprechen.

    Aus dem Interview:

    Die spanische Inquisition bekämpfte die Hexenprozesse und hat sie schließlich ganz verboten.

    Wikipedia:

    Prozesse wegen Hexerei fanden sowohl vor Gerichten der Spanische Inquisition als auch vor weltlichen Gerichten statt. 1498 kam es zu ersten Verurteilungen durch das Inquisitionstribunal in Saragossa. […] Im Jahr 1610 fand vor dem Inquisitionstribunal von Logroño ein Hexenprozess gegen 53 Angeklagte statt. Von den verurteilten Hexen wurden sechs wirklich und fünf In effigie verbrannt. Einer der drei Inquisitoren, Alonso de Salazar y Frías, hatte sich gegen die Verurteilungen ausgesprochen. Die Urteile wurden trotzdem von der Suprema bestätigt.

    Offensichtlich scheint der Herr Professor Fakten zu kennen, die in der übrigen Forschung noch unbekannt sind….