Europa braucht „Synthese aus Religion, Vernunft und Gefühl“, sagt Marx

Für eine neue Synthese aus Religion, Vernunft und Gefühl angesichts eines europäischen „Epochenwandels“ hat sich der Erzbischof von München, Kardinal Reinhard Marx, bei einem Vortrag in Salzburg ausgesprochen.

(…)

„Wer das Evangelium hört, die Botschaft Jesu meditiert, der kann kein Fundamentalist werden“, so die Überzeugung des Kardinals. Daher dürfe der Glaube auch „niemals auf die intellektuelle Kraft der Theologie verzichten“, die die Glaubensquellen erschließt und erklärt.

(…)

Ein konkreter Beitrag der Kirche zu einer weiterzuentwickelnden „Zivilisation verantwortungsvoller Freiheit“ könne laut Marx etwa in einer mutigen Fortentwicklung der Pädagogik auch durch die Kirchen bestehen. Zwar pflege man kirchlicherseits ein breites System von kirchlichen Schulen, „aber mir ist nicht bekannt, dass wir uns bei der Entwicklung eines ganzheitlichen Bildungskonzepts bisher sehr hervorgetan haben“, so Marx.

[http://de.radiovaticana.va/news/2016/08/07/europa_braucht_synthese_aus_religion,_vernunft_kardinal_marx/1249883

Advertisements
  1. #1 von omnibus56 am 7. August 2016 - 22:10

    Die Synthese aus Religion und Vernunft ist in etwa das Gleiche wie die Synthese aus Wasser und Feuer: heißer Dampf.

    Religion ist der Verzicht auf den Einsatz der Vernunft zugunsten des kritiklosen Glaubens an angebliche Wahrheiten.

  2. #2 von Unechter Pole am 7. August 2016 - 22:25

    @omnibus56
    Schlechte Analogie. Heißer Dampf kann was bewegen, z.B. Turbinen zur Stromherstellung und wird auch zur Beheizung in den Fernwärmeleitungen eingesetzt.

    Ich würde eher sagen, die Synthese aus Religion und Vernunft ist wie Synthese aus Kot und Brot.

  3. #3 von Torchy am 7. August 2016 - 22:33

    Fundamentalist ist jemand, der sich dermaßen im Besitz der Wahrheit wähnt, dass er keinerlei Zweifel, Gegenargumente und Beweise zulässt. (Siehe Wikipedia und Duden)

    Also einer wie Kardinal Marx.

  4. #4 von omnibus56 am 7. August 2016 - 22:52

    @up
    Mit heißer Luft kann man einen Ballon fahren lassen. Dennoch nennt man leeres Geschwätz „heiße Luft“… 🙂

    In dem Sinne war mein Vergleich gemeint. Man macht sich Arbeit Religion und Vernunft zu synthetisieren, und das Ergebnis verpufft wirkungslos (erst unter Hinzunahme (D)einer Dampfmaschine wird der Dampf nutzbar). Nimmt man die Logik hinzu, kann aus dem Versuch einer Synthese von Religion und Vernunft z. B. Erkenntnis der Unsinnigkeit der Religion aus dem „Dampf“ gezogen werden… Also ist der Vergleich vielleicht doch nicht sooo schlecht. 😉

  5. #5 von Friedensgrenze am 8. August 2016 - 00:08

    Hier kocht der Chef :

    Religionsklößchen mit Vernunft und Gefühl.

    dazu wird gereicht: Ein Perlwein aus Glaubensquellen mit der intellektuellen Kraft der Theologie

    et voila als Dessert Kirchliche Pädagogik von Prügelnonnen

    Ich geh jetzt kotzen!

  6. #6 von Willie am 8. August 2016 - 00:39

    „Wer das Evangelium hört, die Botschaft Jesu meditiert, der kann kein Fundamentalist werden“, so die Überzeugung des Kardinals.

    Aber auch nur, wenn er diesen angeblichen Worten Jesu folgt und nicht zu den Heiden, sondern nur zu den verlorenen Kindern Israels geht. Das, was man heute gerne als das Christentum verkauft ist doch gerade einer „Medidation über Jesu Botschaft“ durch Uminterpretierungen bis hin zu bewußten Lügen entstanden.

    @up

    Schlechte Analogie. Heißer Dampf kann was bewegen, z.B. Turbinen zur Stromherstellung und wird auch zur Beheizung in den Fernwärmeleitungen eingesetzt.

    Naja, wenn man sich so ansieht wie da mancher Muslime in die Luft geht vor lauter heißem Dampf …. 😉

  7. #7 von Skydaddy am 8. August 2016 - 06:35

    „Wer das Evangelium hört, die Botschaft Jesu meditiert, der kann kein Fundamentalist werden“

    Wer Sprüche hört wie

    (Mt 5:29-30) Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt.

    (Mt 6:25-33) Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. … Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? … Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.

    (Lk 17:1-2) Es ist unvermeidlich, dass Verführungen kommen. Aber wehe dem, der sie verschuldet. 2Es wäre besser für ihn, man würde ihn mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen, als dass er einen von diesen Kleinen zum Bösen verführt.

    (Lk 14:26, kath. Einheitsübersetzung) Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.

    (Lk 14:26, ev. Lutherübersetzung von 1984) : Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein.

    und dann noch, wie Jesus theologisch Andersdenkende (die Pharisäer) als Nattern und Otterngezücht beschimpft, wer glaubt – wie die katholische Kirche! – dass Jesus Dämonen ausgetrieben hat (also muss es Dämonen geben),

    der kann allzu leicht Fundamentalist werden, und die RKK kann, wie oben schon gesagt wurde, allein schon aufgrund ihres Wahrheitsanspruchs als fundamentalistisch betrachtet werden.

    Darüber hinaus ist das Christentum deutlich durch Paulus geprägt. Paulus erscheint mir wie das Musterbeispiel eines Fundamentalisten: Er glaubt, einen direkten Draht zu Gott zu haben, widmet sein ganzes Leben der Verbreitung seiner Lehre und äußert sich aggressiv über konkurrierende Apostel.

    Wenn Marx nicht erkennt, wie man mit einer solchen Grundlage Fundamentalist werden kann, liegt das daran, dass er nicht religiös genug ist bzw. seinen religiösen Kram selbst nicht ernst nimmt. Und sicher auch daran, dass Fundamentalisten immer nur DIE ANDEREN sind – dass die RKK selbst fundamentalistisch ist und ihren Fundamentalistmus auch überall versucht, allen anderen aufzudrücken (Abtreibung, Verhütung, Sterbehilfe, Präimplantationsdiagnostik, Gleichstellung Homosexueller), das erkennt Marx nicht.

    Jesus würde ihn möglicherweise als blinden Blindenführer bezeichnen.

  8. #8 von user unknown am 8. August 2016 - 07:47

    Zum Glück genießt die Vernunft heute, selbst unter Predigern und Schriftgelehrten, einen so guten Ruf, dass man kaum noch jemanden hört, der sie wie Luther als Hure verunglimpft. Stattdessen will man heute vom ehemaligen Todfeind in Liebe umarmt werden und schleimt sich ran.

    Vielleicht ist das gemeint mit der Idee des aufgeklärten Christentums – dass man kontinuierlich nachlässt, die eigene Religion ernst zu nehmen. Hölle, Wunder, Wort Gottes, altes Testament – wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wurde.

    Das ist ja keine so schlechte Entwicklung, aber das Festhalten am Einfluss auf die Politik, zu einzelnen Fragen (assistierter Freitod, Beschneidungsdebatte), die Okkupation des sozialen Bereichs der Wirtschaft (Kindergärten, Schulen, Kranken- und Pflegehäuser), die Anspruchshaltung des Apparates – dafür müssen sie sich dann doch wieder als das ganz andere präsentieren.

  9. #9 von O. am 8. August 2016 - 16:19

    Kann man diesen christlichen Berufsschwätzern nicht endlich mal den Geldhahn zudrehen?!