Die Frage der Woche, Folge 65: Atheist zu 95 % bekehrt?

Was ist daran so schlimm, wenn Atheisten zu 95 % christlich denken?

(…)

Ich finde das im Gegenteil sogar gut! Warum? Weil es demonstriert, wie sehr unsere Gesellschaft nach wie vor vom Christentum beeinflusst ist. Wenn jemand, der explizit nicht an Gott glaubt und auch keine irgendwie diffuse Gottesvorstellung hat, mit dem evangelisch-christlichen Inhalt mitgehen kann, dann ist das erstmal positiv!  Alles, was dann noch fehlt, ist der tatsächliche Glaube.

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[https://www.evangelisch.de/blogs/die-frage-der-woche/137141/06-08-2016

  1. #1 von evildrummer666 am 7. August 2016 - 16:30

    Natürlich ist unsere Gesellschaft davon beeinflusst. Hat sich hier ja auch ausgebreitet. Aber wie soll ein Atheist christlich denken? Blödsinn! Christlich ist nicht gleich Nächstenliebe!

  2. #2 von dirk am 7. August 2016 - 16:55

    Die Wahrheit ist doch umgekehrt die Christen haben sich von ihren Kreuzzügen, Ungläubigen Verfolgungen und Versklavungen sowie Hexenverbrennungen aufgrund einer rationaleren aufklärerischen Denkweise in Europa und Nordamerika abgewandt.

    Die Christlichen Werte wie sie die längste Zeit in der Geschichte (seit dem es das Christentum gibt) galten (und teilweise noch gelten) bestanden (bzw bestehen) doch aus Unterdrückung und Leuteverarschung.

  3. #3 von Elvenpath am 7. August 2016 - 17:34

    Es waren die Christen, die sich modernen Moralvorstellungen angepasst haben. Da wurden dann die entsprechenden Stellen in der Bibel betont und andere ignoriert. Rosinenpickerei. Bis zur Aufklärung waren „christliche Werte“ teils ziemlich unmenschlich. Und auch heute noch kämpfen viele Christen gegen die Menschenrechte.

  4. #4 von Deus Ex Machina am 7. August 2016 - 17:53

    Ist es nicht süß, wenn sich Christen einbilden, dass ihre charmanteren Charakterzüge (die umso vermehrter auftreten, je weichgespülter der Christ ist) auf andere abfärben?
    Ja, Demokratie: immer schon Kernthese der Christen, Menschenrechte genauso! Gleichberechtigung für Frauen, Homos = ja, wer denkt da nicht gleich an Predigten von Christus? Und Juden – immer schon die geschätzten und hoch geachteten…. was für ein Bullshit!

    “ wenn ein Atheist meine Argumente zu 95 Prozent toll findet :-)“
    „Alles, was dann noch fehlt, ist der tatsächliche Glaube.“

    –> Interessant! Lässt es doch den Schluss zu, dass der Glaube an sich, nur 5% des „christl. Denkens“ ausmacht. Ich hätte echt gedacht, dass Jesus etwas mehr Raum im Herzen eines Gläubigen hätte.

    „Das ist keine kleine Sache, wenn jemand sich Christ nennt.“

    –> Doch, es ist ein 5%-Sache!

    “ denn ein reines Handlungschristentum ist im Prinzip nur angewandter Humanismus.“

    –> Humansimus plus X gleich Handlungschristentum? Da streich ich doch lieber gleich X und bleibe beim Humanismus.

    „Aber wer sich Atheist nennt und nicht an Gott glaubt, ist mir allemal lieber, wenn er (oder sie) in seiner Moral dem Christentum nahekommt.“

    –> Oh, nicht mal im Entferntesten kommen wir eurer „Moral“ nahe. Ihr ignoriert nur all die hässlichen Auswüchse eurer Religion und kommt dann einem nüchtern-rationalen Handeln entgegen, das aber auch immer noch allzu oft gestört wird vom Restglauben.

    Ich wiederhole: Was ein Bullshit!

  5. #5 von Hal am 7. August 2016 - 18:35

    Christen haben sich nur manche/viele der innewohnenden (evolutionär entwickelten) sozialen Eigenschaften des Tiers Mensch zu eigen gemacht.
    Besondere christliche Werte oder christliche Moral sind z. B. Sklaven- und Opfermentalität, die Verteuflung gesunder menschlicher Triebe mit dem Kunstbegriff der Sünde, soziale Kontrolle innerhalb hierarchischer und autoritärer Strukturen, Verfolgung von Nichtchristen, aber auch „verkehrte“ Christen und Andersdenkenden und Indoktrinierung/Verblödung von Kindern. Eigentlich sind es übergeordnet religiotische Werte und Moral, das Christentum in sich selbst ist nicht einzigartig – es ist nur ein monotheistischer Todeskult u/o Menschenopferkult, anfänglich eine jüdische Splittersekte, die wiederum tausendfach zersplitterte.
    Es ist jedenfalls schön das Christen in D zu 95% unchristlich sind und sich dem Menschenrechten verpflichtet fühlen. 😀

  6. #6 von Noch ein Fragender am 7. August 2016 - 18:48

    Wird da nicht wieder die Legende von der christlichen Moral strapaziert?

    Das Christentum ist moralisch orientierungslos. Mit der Bibel wurde in der Geschichte alles Mögliche ethisch begründet. Es sei nur daran erinnert, dass die Sklavereibefürworter genauso wie die Sklavereigegner sich auf die Bibel beriefen.

    http://www.tectum-verlag.de/die-legende-von-der-christlichen-moral.html

  7. #7 von Vimar am 7. August 2016 - 22:13

    Der Konflikt zwischen Humanisten und Christen, den manche Humanistenverbände gerne ausrufen, muss keiner sein.

    Den Unterschied sieht man aber, wenn man die Amtskirchen und die Humanistenverbände miteinander vergleicht. Während die Humanisten Freiheit, Verstandesgebrauch und Selbstbestimmung wollen, sorgen die Kirchen u.a. mit ihren konservativen, rückschrittlichen Lobbyisten dafür, dass möglichst wenig davon umgesetzt wird. Der Einfluss auf Politik und Medien wird ausgenutzt, wo es nur geht (hat man ja beim Totschweigen des 11. Gebotes auf dem Katholikentag in Leipzig wieder gesehen). Da ist es auch kein Wunder, dass sich seit 2010 kein Bischof mehr in eine Talkshow mit Michael Schmidt-Salomon setzen will.

  8. #8 von Gerry am 8. August 2016 - 09:15

    Da ist es auch kein Wunder, dass sich seit 2010 kein Bischof mehr in eine Talkshow mit Michael Schmidt-Salomon setzen will.

    Neee, die haben vermutlich gemerkt dass bei dem ihre Talking Points nicht funktionieren weil er für jeden einzelnen der Punkte schon eine umfangreiche Replik parat hat. Das sind die von den Stichwortgebern mit denen sie sonst zusammen sitzen nicht gewohnt.