Gewaltforscher: Religion kann Menschenfeindlichkeit befördern

Auf einen Zusammenhang von Religiosität und Menschenfeindlichkeit hat der Bielefelder Gewaltforscher Andreas Zick hingewiesen. Dieser Zusammenhang werde nicht nur darin sichtbar, dass bei „Pegida“-Demonstrationen stets ein Kreuz vorangetragen wird und die skandierte Verteidigung eines christlichen Abendlandes mit der Abwertung Anderer einhergehe, sondern er zeige sich auch statistisch: So habe eine Erhebung des von Zick geleiteten „Instituts für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung“ (IKG) an der Universität Bielefeld gezeigt, dass Menschenfeindlichkeit unter jenen religiösen Menschen am größten sei, die ihre eigene Religion als „die einzig wahre Religion“ verstehen. Zu dieser Gruppe zähle sich etwa ein Viertel der sich als religiös bezeichnenden Menschen in Deutschland.

Konkret zeigten die Daten in dieser auf den Wahrheitsbegriff fokussierenden Gruppe eine überdurchschnittliche Neigung zu Homophobie, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Islam- und Fremdenfeindlichkeit, so Zick im Rahmen eines Vortrags am Samstag bei den „Salzburger Hochschulwochen“.

[http://www.kathpress.at/goto/meldung/1406394/gewaltforscher-religion-kann-menschenfeindlichkeit-befoerdern

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  1. #1 von dezer.de am 6. August 2016 - 21:30

    Wer hätte das gedacht?! Ich bin platt.

  2. #2 von dirk am 6. August 2016 - 21:34

    Der Typ Scherzt

    Zitat Artikel

    „So habe eine Erhebung des von Zick geleiteten „Instituts für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung“ (IKG) an der Universität Bielefeld gezeigt, dass Menschenfeindlichkeit unter jenen religiösen Menschen am größten sei, die ihre eigene Religion als „die einzig wahre Religion“ verstehen….

    Konkret zeigten die Daten in dieser auf den Wahrheitsbegriff fokussierenden Gruppe eine überdurchschnittliche Neigung zu Homophobie, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Islam- und Fremdenfeindlichkeit, so Zick im Rahmen eines Vortrags am Samstag bei den „Salzburger Hochschulwochen“.“

    Warum sollten ausgerechnet korantreue Muslime Islamfeindlich sein?

  3. #3 von Veria am 6. August 2016 - 22:41

    @dirk: Die Sunniten gegen die Schiiten und umgekehrt.

  4. #4 von dirk am 6. August 2016 - 23:18

    @ #3 von Veria

    Nein das ist nicht islamfeindlich das ist die Behauptung mancher Sunniten (insbesondere Wahhabiten) das die Schiiten keine Muslime sein.

    http://www.huffingtonpost.de/alastair-crooke/sie-werden-isis-nicht-verstehen-wenn-sie-die-geschichte-saudi-arabien-nicht-kennen_b_5765976.html

    Der Fall des Hasses von Schiiten gegen Sunniten ist in erster Linie von US und wahhabitisch hörigen Medien aufgeplustert (siehe dazu den Vorschlag in dem Kabel des Chiefs der Mission der US Botschaft in Damaskus aus dem Jahre 2006).

  5. #5 von omnibus56 am 7. August 2016 - 00:32

    Und jetzt alle: „Nein!? Doch! Ooh!“

  6. #6 von dirk am 7. August 2016 - 01:23

    An alle die #4 von dirk negativ bewerten!

    Laufen hier wirklich 3 Leute durchs Forum welche die US Propaganda glauben?

    Sicher sind die Schiiten in Sachen Menschenrechte genauso drauf wie die Sunniten man sieht es ja an den Schwulen welche an den Baukränen hängen und das es vollkommen legal ist Babys mit Greisen im Iran zu verheiraten.

    Aber wann haben denn die Schiiten einen Angriffskrieg gegen ein sunnitischen Land geführt?

    Bei den Wahhabiten ist das Massakrieren von Schiiten (und angeblich anderen nicht linientreuen Muslimen) jedoch die Grundlage deren Geschichte (siehe den Link den ich in der vorherigen Post brachte).

    Die Wahhabiten bilden auch heute eine Stütze des internationalen islamischen Terrors.

    Übrigens seit 1979 hat sich die Wahhabitsche Diktatur in Saudi Arabien verpflichtet die Finanzierung des Exportes ihrer Islamauffassung in die ganze Welt zu übernehmen.

    http://www.berliner-zeitung.de/die-grosse-moschee-in-mekka-1979-die-geburtsstunde-des-islamischen-terrors-23276180

    „Und so handeln sie dem König einen folgenreichen Deal ab: Man werde eine Fatwa unterzeichnen, die dem Regime die Möglichkeit einer gewaltsamen Lösung des Geiseldramas ermöglicht. Im Gegenzug verpflichten sich die saudischen Herrscher, die begonnene gesellschaftliche Liberalisierung zurückzudrängen. Schließlich soll das Königshaus auch einen Großteil der aus dem Ölhandel erzielten Milliarden für die Verbreitung des wahhabitischen Islam in der ganzen Welt einsetzen.“

    Siehe auch den Artikel

    „WAS DIE MASSENMEDIEN ZUM CHARLIE-HEBDO-TERRORANSCHLAG VERSCHWEIGEN: WAHHABISMUS, TAKFIRISMUS UND SAUDI ARABIEN“

    Auf der Seite von noch ein Parteibuch.

  7. #7 von Charlie am 7. August 2016 - 05:16

    @dirk

    Definiere mir „US-Propaganda“ (gerne auch mit Kontext zu Ukraine etc).

  8. #8 von Deus Ex Machina am 7. August 2016 - 08:28

    „dass Menschenfeindlichkeit unter jenen religiösen Menschen am größten sei, die ihre eigene Religion als „die einzig wahre Religion“ verstehen. “

    –> Also jeder, der seine Religion auch nur halbwegs ernst nimmt und nicht komplett zum Wischiwaschi-ismus konvertiert ist.

  9. #9 von scipiommxii am 7. August 2016 - 10:24

    Es gibt nicht nur Massenmedien, Wikipedia und – ähem dirk ! – dubiose Internetquellen, sondern auch – ich sag jetzt das schlimme Wort – einschlägige BÜCHER (!) zum Thema, welche die Ausführungen des dirk dann doch recht simpel und undifferenziert erscheinen lassen.

    Auch das nur US-Propaganda? Mir reicht es langsam!

    Eine Info-Brise – zum Anschnüffeln: Sind Nouri al-Maliki und Haider Al-Abadi Sunniten? Welches Verhältnis haben sie zu den USA?

    Hier läuft einer durchs Forum, der …. ach lassen wir es!

  10. #10 von Rene am 7. August 2016 - 11:51

    Wie meinte Bedford-Strohm? „Religion kann die Demokratie positiv beeinflussen“.

  11. #11 von paul0f am 7. August 2016 - 13:19

    Gewaltforscher: Religion kann Menschenfeindlichkeit befördern<

    Die Geschichte der Menschheit ist voll von Opfern religiotischer Fantasiekonstrukte, somit ist das auch nichts Neues.

    Ein wirklicher Fortschritt wäre es (m.E.), wenn dieser inhärent gewalttätige Bodensatz in religiotischen Fantasiekonstrukten zur Ächtung und zum Verbot des selbigen führen würde.

    Aber davon ist diese Welt noch weit entfernt.

  12. #12 von dirk am 7. August 2016 - 14:43

    #9 von scipiommxii
    Zitat
    „Sind Nouri al-Maliki und Haider Al-Abadi Sunniten?“

    Obama sagte ja in einem Interview selbst das er absichtlich nicht ausreichend gegen den IS vorgegangen ist um Nouri al-Maliki aus dem Amt zu treiben. Und soll Nouri al-Maliki als Beispiel angeführt werden das er aus religiösen Gründen Sunniten ausgeraubt und ermordet hat?

    Was hat den Haider Al-Abadi gemacht, immerhin ist er doch Ministerpräsident des Iraks von US Gnaden.

    Oder meinst du schlicht und einfach es stimme nicht das die US Propaganda Verbrechen von Schiiten an Sunniten aufplustert, weil sogar die USA einige Schiiten stützt?

    Was sollen den die USA anderes machen als ein schiitisches Oberhaupt im Irak zu tolerieren wenn die Schiiten im Irak die Mehrheit haben, die Wahlen entsprechend ausfielen und sich die USA als Heilsbringer der Demokratie verkaufen?

    Die USA haben jedoch versucht die Schiiten im Irak vom Kampf gegen den IS abzuhalten und ihnen Gräueltaten unterstellt die soweit ich es nachgeschaut habe von wahhabitisch gesteuerten Medien erhoben wurden und dann weltweit verbreitet wurden. Die Gräuelvideos des IS und der US Verbündeten, die Unterstützer von al Nusra und al Zinki sind jedoch als Werbevideo gedreht und werden auch im Kontext sunnitischer Werbung verteilt.

    Und der Iran ist doch seit dem die amerikanischen Herrschaften und deren Statthalter aus den Land flogen von den USA zur Achse des Bösen deklariert worden.

  13. #13 von Hal am 7. August 2016 - 17:54

    Die Berichterstattung zu Syrien und Ukraine spiegeln die Interessen der NATO-Staaten wieder, aber ich will mich auf die Unterlassungen und der einseitigen Berichterstattung des Syrien Krieges begrenzen, obwohl Machtpolitische Zusammenhänge bestehen. Mein Bild davon ist natürlich unvollständig und es enthält sicherlich so einige Fehler.

    Hier einige Fakten, samt meine Kommentare dazu:

    PNAC oder „Project for the New American Century“, scheint zumindest seit Bush Junior, einen entscheidenden Einfluss auf US Außenpolitik, besonders mit militärischen Mitteln, gehabt zu haben.

    Das PNAC vertrat unter anderem folgende Thesen:

    US-amerikanische Führerschaft ist sowohl gut für die Vereinigten Staaten von Amerika als auch für die ganze Welt.
    Eine solche Führerschaft erfordert militärische Stärke, diplomatische Energie und Hingabe an moralische Prinzipien.
    Eine multipolare Welt hat den Frieden nicht gesichert, sondern stets zu Kriegen geführt.
    Die Regierung der Vereinigten Staaten soll Kapital schlagen aus ihrer technologischen und wirtschaftlichen Überlegenheit, um durch Einsatz aller Mittel – einschließlich militärischer – unangefochtene Überlegenheit zu erreichen.
    [https://de.wikipedia.org/wiki/Project_for_the_New_American_Century

    Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg auf Irak ist in diesen Licht zu sehen, der sogenannte und scheinbar völlig ineffektive, ja kontraproduktive „War on Terror“ ist nur ein Vorwand. (Sonnst wäre Saudistan dran gewesen;)
    Es wurden keine Massenvernichtungswaffen gefunden, die Infrastruktur des Iraks wurde verwüstet, sektiererische Konflikte brachen aus und geschätzt wurden über 1 Million Iraker getötet. Kurz gesagt ein gigantisches Fiasko und das war ja nur der Angriffskrieg und die nachfolgende Besatzung.
    Nicht einmal die spätere Zielsetzung, eine Musterdemokratie im mittleren Osten zu errichten, konnte erreicht werden. Es folgt eine scheinbar absolut inkompetente Handhabung des Wiederaufbaus, es verschwinden hunderte Milliarden $ in zwielichtigen Projekten im Dunstkreis des US Militär-Industrieellen-Komplexes (z. B. Halliburton), die Gelder stammen aus dem Verkauf des irakischen Öls oder sind US Steuergelder.
    Sämtliche Mitglieder der irakischen Polizei und des Militärs wurden ins nichts entlassen, teilweise eingesperrt und bildeten somit eine gut ausgebildete Grundlage für Widerstandsgruppen oder auch Terrororganisationen, je nach Blickwinkel.
    Die Pläne der Amerikaner gehen nicht auf, die Schiiten dominieren den Irak politisch, und sie stehen dem Iran nahe. Die Sunniten stehen außen vor und sind damit sehr unzufrieden. Die Kurden im Norden sind mehr oder weniger autonom. Der Irak ist gespalten und Machtpolitisch auf der verkehrten Seite.
    Der US „War on Terror“ hat eine ideelle Basis für sunnitische Terrororganisationen geschaffen.

    Auch Syrien stand (steht immer noch!) auf der Abschussliste der imperialistischen PNAC-Neocons.

    Premeditated Wars

    The report then continues to advocate an increase in military spending to enable this “military capability” as well as asserting one year before 9/11 that all this would be unlikely to manifest unless there was a “new Pearl Harbour” event (p.63). In addition, the document lists a number of regimes that the group viewed as “deeply hostile to America”. “North Korea, Iraq, Iran, Libya and Syria” (p.63 & p.64) are all pinpointed as enemies of the U.S. well before the illegal war in Iraq in 2003, as well as the illegal 2011 war in Libya and the ongoing proxy war in Syria.

    PNAC wurde zwar 2006 stillgelegt. 2009 wurde dessen Nachfolgeorganisation gegründet.

    The Foreign Policy Initiative (FPI) is an American think tank. According to its website, the FPI is committed to robust support for democratic allies,[1] human rights,[2] a strong American military equipped to meet the challenges of the 21st century, and strengthening America’s global economic competitiveness. The organization was founded in 2009 and is led by Executive Christopher J. Griffin.[3] FPI is a non-profit, tax-exempt organization under Section 501(c)(3) of the U.S. Internal Revenue Code. The Foreign Policy Initiative publishes numerous bulletins, fact sheets, and analysis on a variety of foreign policy related issues.[4]

    FPI’s Board of Directors consists of former Undersecretary of Defense for Policy Eric S. Edelman, Dan Senor, Editor of The Weekly Standard William Kristol and Brookings Institution Senior Fellow Robert Kagan. The latter two were project directors of the neoconservative Project for the New American Century.
    [http://www.globalresearch.ca/the-neoconservative-hit-list-iraq-libya-and-now-syria-a-plan-for-global-us-military-supremacy/5407538

    Irak, Libyen und Syrien, welch ein Zufall aber auch. Das Säbelrasseln gegenüber Iran, primär von Seiten der US-Regierung, kann wohl kaum jemanden entgangen sein.

    Libyen wurde plattgemacht, und ist zur Zeit ein „failed State“, komplett mit dazugehörigen US-Luftangriffen. Aus den umfangreichen Waffenkammern Ghadaffis flossen Waffen nach Syrien und das nicht nur mit dem Wissen der amerikanischen Geheimdienste. Einige der vielen libyschen Kalaschnikows sind auch in Frankreich angekommen, diese können jetzt ungehindert irgendwo anders in Europa auftauchen.

    Wie viele Menschen sind wegen dieser Politik aus ihren Ländern geflüchtet?

    Wann ist Nordkorea dran?

    Naja – es ist verdammt komplex, denn auch der US-geleitete Wirtschaftskrieg gegen den BRICS-Nationen muss berücksichtigt werden, was mir hier nicht möglich ist.

    Zurück zu Syrien. Der arabische Frühling bricht aus, es gibt Demonstration in Damaskus. Assad kommt einigen der Forderungen der Demonstranten nach. Assad ist ein Diktator der Syrien von seinen Vater „geerbt“ hat. Dennoch war Syrien das wohl freieste und am besten funktionierende arabische Land und das zu trotz seiner multiethnischen und -religiösen Bevölkerung.

    In den westlichen Medien wird von der Free Syrian Army (FSA) berichtet, die von westlicher Seite unterstützt wird. Die direkte Unterstützung der Kopfabschneider seitens der Golfstaaten wird kaum oder nicht erwähnt. Die gelieferten Rüstungsgüter und finanzielle Unterstützung geraten fast augenblicklich in den Händen von Islamisten, wie kann den das sein? Die CIA betreibt Ausbildungslager in Jordanien und irakische ex-Offiziere tauchen in Syrien auf. Sunniten aus dem Irak erobern amerikanische Waffen des Irakischen Heeres und diese werden auch in Syrien eingesetzt.

    Und so weiter, und so fort … es eine fast unendliche Geschichte von imperialen Ambitionen und horrende Menschenrechtsverletzungen, Machtpolitik und Wirtschaftskrieg – es ist zum kotzen.

    Es würde mich sehr auf kompetente Kritik meines Geschreibsels freuen, ich möchte gerne meine Missverständnisse und Fehleinschätzungen berichtigen.

  14. #14 von scipiommxii am 8. August 2016 - 12:10

    @ dirk

    Bullshit-Gallop

    In Stichpunkten.

    Ich führe die Schiiten an, weil die USA mit Ihnen kooperieren – und eben nicht nur mit Sunniten. Erste Dirk-Hypothese zerbröselt.

    Die USA hielten al-Maliki im Amt – und zwar entgegen der neuen irakischen Verfassung – weil man ihn als Stabilisator betrachtete. Das Demokartiegefasel geht hier insofern fehl. Unter al-Maliki und Al-Abadi kam es zu massiven Gewaltakten schiitischer Kräfte gegen Sunniten, die von den USA toleriert wurden (Grund u.a.: siehe Stabilisatorthese) – Weitere Dirk-Hypothese bricht zusammen.

    Die Schia-Gewaltakte sind nicht aufgebauscht, sondern real. (Muss man das wirklich diskutieren? Nein, weil glasklar!) – War das eine ernstgemeinte Hypothese? Wenn ja, dann hätte man sie lieber für sich behalten.

    ZUr Wahrheit gehörtübrigens auch: ISIS wird nicht nur nicht von Saudi-Arabien gestützt, sondern will auch das dortige Regime beseitigen. – Und die nächste Hypothese – Wahhabismus, nur der Wahhabismus – schwindet.

    Der Iran befindet sich nach gegenwärtiger US-Politik nicht mehr auf der Achse des Bösen (siehe Atom-Deal). – Uuups, wieder ein Hypotheschen zerpufft.

    Ganz wichtig: Weder Sunniten noch Schiiten sind ein monolithischer Block. Eine zentrale Dirk-Hypothese, die vermutlich diese ganzen verqueren Gedankengänge erst ausgelöst hat …… zerbröselt.

    und und und

    Dirk, Du musst dringend Deine Gedanken ordnen. …. Deine Hypothesen sind alle so löchrig wie das schlechte Imitat eines Schweizer Käses. Anders ausgedrückt: Sie stellen den schimmligen Bodensatz der Islamkritik dar – das ist die von Gunnar Schedel kritisierte Islamkritik 1 zu 1 umgesetzt.

    Wo hast Du Deine Infos „nachgeschaut“? Erbitte Belege – möglichst von Quellen, die nicht gleichsam irgendwelchen Pyramidenschwachsinn verbreiten oder zu russischen Medienkoglomeraten führen.

    Und: Warum schweigst Du zu Charlies Rußland-Frage? Weil Deine geliebte AFD Putin meilenweit im Arsch steckt?

  15. #15 von Hal am 8. August 2016 - 22:20

    @scipio

    Hast Du keine Einwände zu #13?

    Der chemische Kampfstoff Sarin ist in Syrien mehrmals verwendet worden, und die Berichterstattung in den Mainstream Medien folgt meiner Kenntnis nach immer wieder diesen Muster:

    Es wird über einen Angriff berichtet und gleichzeitig oder kurz danach wird dieser Assads Seite zugeschrieben. Dann kommen Zweifel auf und es wird auf eine unabhängige Untersuchung verwiesen, danach geschieht nichts.

    Wenn Assads Heer, Hisbollah oder andere Verbündete nachweislich dafür verantwortlich gewesen wären, hätten wir nicht in den Mainstream Medien davon erfahren?

    Whose sarin?
    Seymour M. Hersh

    Barack Obama did not tell the whole story this autumn when he tried to make the case that Bashar al-Assad was responsible for the chemical weapons attack near Damascus on 21 August. In some instances, he omitted important intelligence, and in others he presented assumptions as facts. Most significant, he failed to acknowledge something known to the US intelligence community: that the Syrian army is not the only party in the country’s civil war with access to sarin, the nerve agent that a UN study concluded – without assessing responsibility – had been used in the rocket attack. In the months before the attack, the American intelligence agencies produced a series of highly classified reports, culminating in a formal Operations Order – a planning document that precedes a ground invasion – citing evidence that the al-Nusra Front, a jihadi group affiliated with al-Qaida, had mastered the mechanics of creating sarin and was capable of manufacturing it in quantity. When the attack occurred al-Nusra should have been a suspect, but the administration cherry-picked intelligence to justify a strike against Assad.

    Wer den ganzen Artikel lesen möchte: http://www.lrb.co.uk/v35/n24/seymour-m-hersh/whose-sarin

  16. #16 von Hal am 8. August 2016 - 22:58

    Eine wichtige Ergänzung:

    Es wird über einen Angriff berichtet und gleichzeitig oder kurz danach wird dieser Assads Seite zugeschrieben. Hohe Regierungsmitglieder und Militärs, gerne amerikanische, britische und/oder französische, lehnen sich sehr weit aus dem Fenster und behaupten sie es gäbe sichere Beweise für Assads Verantwortung. Dann kommen Zweifel auf und es wird auf eine unabhängige Untersuchung verwiesen, danach geschieht nichts.

    Die Islamisten oder die moderaten Kopfabschneider ähm Rebellen werden nicht dafür verantwortlich gemacht und schon gar nicht von den Medien dafür verteufelt.
    Zu moderaten Rebellen oder der Free Syrian Army; für einen halbwegs vernünftigen, vielleicht sogar säkularen Syrer gibt es keine Alternative zu Assad. Mir bekannt sind die Kurden die einzige Widerstandsgruppe die Unterstützung würdig wäre. Nur ist der Problembär Erdowahn nicht einig, die Rolle des NATO-Partners Türkei als Brandstifter in diesen Konflikt ist übrigens eine lange Geschichte.

  17. #17 von schiffmo am 9. August 2016 - 10:24

    @dirk: Mich wundert immer wieder, dass das vermeintliche oder tatsächliche Aufdecken von Propaganda dazu führt, der Gegenseite automatisch zu glauben und sie nicht an den gleichen Maßstäben zu messen, wie sie plötzlich für die „Propaganda“ der „den … hörigen“ Medien gelten.

    Wenn ich vermute, dass irgendein Medium tedentiös in irgend eine Richtung berichte, muss ich automatisch alles einem reality check unterziehen: Die Berichte des Mediums, die Berichte derjenigen, die das „Gegenteil“ berichten, den Auslöser der Vermutung. Der Impuls „Das sind alles amerikanistische Wahrheitsunterdrücker“ ist falsch, der Impuls, „Was kann man überhaupt glauben?“ ist richtig.

    Und „glauben“ soll heißen: annehmen, für wahr halten im Gegensatz zu „für heilig/unumstößlich halten“.

  18. #18 von scipiommxii am 9. August 2016 - 13:05

    @ Hal

    Doch …. aber: Du gehst mir mit Deinen Beiträgen nicht auf den Senkel und meine Zeit ist beschränkt!

    Insofern habe ich nicht antworten wollen. (Ich habe mir überlegt, ob ich darauf hinweisen soll, dass es neben einer interessengeleiteten NATO Kommunikationspolitik es u.a. auch russische Propaganda gibt und wie Du russischen Großmachtthinker wie Dugin einordnest …. habe mir das aber verkniffen, weil ich mich hier nicht im Kleinklein verzetteln will und mir dieses Geplänkel rein gar nichts bringt, weil ich keinen künstlichen Disput a la Fabian – der hoffentlich irgendwann sein Schedel Video versteht und es der Realität in diesem Blog anpasst – aufbauschen will)

    Ganz grundsätzlich: In der Abwägung der Propagandamaschinen USA – Rußland – China (um nur mal die einflussreichsten Player zu benennen) – gehe ich mit den USA, weil sie meinen Interessen und Zukunftshoffnungen am Nächsten stehen und ich weit und breit keinen alternativen Machtfaktor (und mithin kleineres Übel) sehen kann.
    Und: Nicht alles ist PROPAGANDA (wie eben die Kooperation der USA auch mit Schiiten, die Massaker durch schiitische Kräfte und und und zeigen …. und hier platzte mir der Kragen)

    Nun zu einer Ergänzung und Verstärkung meines Eingangstatements: Ich habe explizit darauf hingewiesen, dass ich es nicht bei den Mainstream-Medien belasse und diesen per se „glaube“, sondern sie – sofern meine Zeit / mein Interesse es zulässt – lediglich einen Einstieg darstellen, der mich dann an die Unibibliothek und oft zur Fernleihe führt. In der Regel wird man dort nach einiger Arbeit auch fündig (manchmal freilich erst nach zwei bis drei Jahren, wenn die defizitäre Medienarbeit von investigativen Journalisten und Wissenschaftlern in Buchform aufgearbeitet wurde).

    Jedenfalls betätige ich mich – anders als Dirk – nicht als Lautsprecher von halbseidenen Informationen, die ich fast täglich in dieses Forum kippe (und mit AfD-Lobpreisungen und Links zu Junk-Websites aufpeppe).

    Dein #14 / #15 und mehr wird auch bei Reese Ehrlich`s Inside Syria (Prometheus Books, 2014 / Vorwort: Noam Chomsky) in aller Breite diskutiert (S.101-121: auch das Hersh-Zitat findet sich dort wieder). Doch alles bleibt hier vage, unklar, spekulativ – und etwa 1/3 des Buches gibt kurze historische Hintergrundinfos, die sich in allen Büchern des – ich nenne es mal – Chomsky-Kosmos wiederfinden. Das macht sie (und diese Infos) nicht wertlos, bringt mir persönlich zum Verständnis des konkreten Problems (Syrien / Irak) aber zu wenig.

    Eye Opener waren für mich – u.a. – die Bücher von Michael Weiss (ISIS: Inside the Army of Terror, Reagan Arts, 215) und ISIS: A History (Princeton University Press, 2016) von Fawaz A. Gerges

  19. #19 von Hal am 9. August 2016 - 15:12

    @scipio

    Wohlbegründete Kritik veranlasst mich nicht konträr zu reagieren, im Gegenteil, ich nehme sie als eine positive Herausforderung war. Wenn ich damit übereinstimme, kein Problem, wenn nicht, werde ich begründet dagegen argumentieren.

    Selbstverständlich hast Du mit der russischen Berichterstattung recht, sie verfolgt auch bestimmte Ziele. Die Unterscheidung zwischen Mainstream Medien = Lügenpresse, Ruptly(RT) = Wahrheit, kann blöder nicht sein.

    Und: Nicht alles ist PROPAGANDA (wie eben die Kooperation der USA auch mit Schiiten, die Massaker durch schiitische Kräfte und und und zeigen …. und hier platzte mir der Kragen)

    Ja, das kann ich gut verstehen.
    Die amerikanische Kooperation mit irakischen Schiiten ist eine Sache, und ihre angriffe auf Syrische Alawiten ~Assad (auch Schiiten) eine andere. Dass heute ein besseres außenpolitisches Klima in den Beziehungen zwischen den USA und Iran herrscht ist wahrscheinlich nicht in erster Linie der amerikanischen Außenpolitik zu verdanken. Denn mit Wirtschaftskrieg (Embargo) und Drohungen macht man sich selten Freunde. Das etwas angespannte Verhältnis zum schiitisch dominierten Irak (und das gute zu den Kurden) ist eher realpolitischer Pragmatismus, als anderes. Es entspricht jedenfalls nicht den amerikanischen Wunschvorstellungen.

    – gehe ich mit den USA, weil sie meinen Interessen und Zukunftshoffnungen am Nächsten stehen und ich weit und breit keinen alternativen Machtfaktor (und mithin kleineres Übel) sehen kann.

    Auf kurzer Sicht und allein aus eigenen, westlichen Interessen bin ich geneigt Dir zuzustimmen. Langfristig gesehen vermute ich jedoch sehr negative Folgen, eine unipolare Welt, also Pax Amerikana ist nicht realistisch und bringt nur unendliche Konflikte mit den übriggebliebenen BRICS-Nation (Brasilien ist gefallen). Russland und China werden nicht klein bei geben. Bei diesen politischen Klima sehe kaum Möglichkeiten der wohl größte Herausforderung unserer Zeit wirksam entgegenzutreten, dem Klimawandel. Die Leugnung des anthropogenen Klimawandels scheint nicht nur amerikanischer Volkssport zu sein, auch Corporate Amerika und somit die Regierung stehen einer globalen Lösung aktiv im Weg.
    Zudem ist der Status Quo und die anvisierte totale amerikanische Dominanz mit einen netto Wertetransfer, auch aus Europa, verbunden. Grün bedrucktes Papier wird gegen tatsächliche Werte, Ressourcen und Waren, eintauscht. CETA, TTIP, TPP und andere Knebelverträge gefährden Umwelt, Lebensmittelsicherheit, Arbeitnehmerrechte und sind alleine zum Vorteil für sehr große Unternehmen. Der völlig unregulierte und verantwortungslose Finanzsektor verursacht weiterhin Blasen und Krisen und vergrößert die soziale Ungerechtigkeit. Keine rosige Zukunft für die 99%.

    Konflikte zwischen China und Russland und den Amerikanern kann im Extrem zum Einsatz von Kernwaffen führen. Das muss doch wirklich nicht sein!