Wir sind kein Vieh!

Anlässlich der aktuellen Ereignisse in der Türkei führte IBKA-Beirätin Arzu Toker ein Interview mit Zehra Pala, der Vorsitzenden des in der Türkei ansässigen Vereines Ateizm Derneği, der dem IBKA korporativ angeschlossen ist.

(…)

Wir fanden uns damals über das Internet, weil damals wegen einigen Paragraphen des türkischen Rechts Persönlichkeiten wie der berühmte Pianist Fazil SAY, und der türkische Autor, Linguist und Hotelier Sevan Nişanyan verklagt wurden. Daraus entstand die Idee, die Atheisten müssen eine Organisation haben, die sie konkret juristisch unterstützt, die sie auffängt. Gut, dass wir den Verein gegründet haben, denn in der Türkei haben wir inzwischen einen Level erreicht in der sogar die Aussage „Ich bin ein Atheist“ als Beleidigung des Glaubens aufgefasst wird.

Wir Atheisten sind nun laut: „Wir sind da! Kein Atheist wird sich jemals wieder vor Gericht oder auf der Straße alleine fühlen!“

[http://www.ibka.org/2016-interview-zehra-pala

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  1. #1 von Simone am 4. August 2016 - 21:48

    Ich ziehe meinen Hut vor Ihnen, Frau Pala. So viel Mut findet sich nicht oft.

  2. #2 von deradmiral am 4. August 2016 - 22:22

    Im Vergleich zur Türkei haben wir Atheisten in Deutschland Luxus-Probleme.

  3. #3 von O. am 4. August 2016 - 22:50

    @deradmiral: NOCH!

  4. #4 von Willie am 5. August 2016 - 05:27

    Im Vergleich zur Türkei haben wir Atheisten in Deutschland Luxus-Probleme.

    Wobei durch dieses „Luxus“ oft ein „beklagt euch nicht (so viel)“ mitschwingt (dies ist nur eine Anmerkung und keine Unterstellung). Unsere deutschen Debatten drehen sich (noch) um eine Zurückdrängung der Religionen aus dem öffentlichen/staatlichen Raum, sei es Kopftuch, Religionsunterricht, Kreuz im Amt … Wenn ich so weiterdenke, dann warte ich nur auf den Tag wo man diese Säkularisationsforderungen als Beleidigung des Glaubens und Einschränkung der Religionsfreiheit anklagen wird.

  5. #5 von dirk am 5. August 2016 - 09:29

    Einer Erklärung zum Vieh

    Sure 8:55
    „Gewiß, die schlimmsten Tiere bei Allah sind die, die ungläubig sind und (auch) weiterhin nicht glauben,“

    Gemäß Scholl-Latour gibt es auch viele Muslime die derartiges glauben.

    http://www.welt.de/print-wams/article615283/Glaubenssache.html

    „In „Friedman“ (ARD) sagt Nahost-Experte Peter Scholl-Latour (Auszüge): “ Wir wären eher in der Lage, mit dem Islam, der ja nun mal unser Nachbar ist, zu diskutieren, wenn wir selber noch religiöse Überzeugungen hätten, nämlich dann könnten wir auf dem gleichen Niveau sprechen. Aber ein Mensch, der auf die Religion verzichtet hat, der ein Atheist ist, ist für einen Moslem ein Tier.“

    Vor einiger zeit war ja mal ein hoher islamischer Dozent aus Ägypten zu einer Fragestunde im Bundestag, ich habe leider keine Frage gehört wie er es mit der Sure 8:55 und ob er meint das viele Muslime sich an dieser Sure orientieren.

  6. #6 von Gerry am 5. August 2016 - 09:40

    @ deradmiral

    Wir Deutsche halten uns ja auch für gebildet, zivilisiert und kultiviert…..Da darf man schon erwarten, wegen abweichender Meinung nicht sofort geköpft zu werden ohne das gleich als Luxus wahrzunehmen.

    Ist wie mit der Armut. Wenn man in der Schweiz mit 500 € im Monat in ner Stadt klarkommen soll ist das was völlig anderes als „im afrikanischen Busch“ mit dem gleichen Betrag.

    Ansonsten kann ich mich da nur Simone anschließen. Die Frau Derneği ist Anwärterin auf den „Balls of Steel Award“

  7. #7 von Hal am 5. August 2016 - 13:25

    @Willie

    … Wenn ich so weiterdenke, dann warte ich nur auf den Tag wo man diese Säkularisationsforderungen als Beleidigung des Glaubens und Einschränkung der Religionsfreiheit anklagen wird.

    Dieser Unfug steht schon jenseits des Atlantiks auf der Tagesordnung, wo Religioten das Recht weiterhin andere diskriminieren zu dürfen gesetzlich festlegen wollen. Wo Religionsfreiheit nur für Christen gelten soll. Wo Gleichstellung als übelste Christenverfolgung gilt.
    Wie Kreationismus schwappt dieser Unfug auch über den großen Teich, hoffentlich mit genauso geringen Erfolg.