Scharfe Kritik an Pfändung wegen Kirchenbeitrag

Gegen das Eintreiben von Kirchenbeiträgen durch Pfändungen regt sich Kritik. Für Pfarrgemeinderats-Mitglied Christoph Alton aus Feldkirch-Gisingen ist es „menschenverachtend“. Bei der Diözese Feldkirch heißt es, man tue das nicht gern, aber etwa 300 Pfändungen pro Jahr kämen vor.

[http://vorarlberg.orf.at/news/stories/2789174/

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  1. #1 von deradmiral am 4. August 2016 - 22:23

    Jedes Elektrizitätswerk hat mehr Mitleid mit seinen Kunden.

  2. #2 von manglaubtesnicht am 4. August 2016 - 22:25

    Ah, das sind die mit der absoluten Moral, nicht wahr?

  3. #3 von Willie am 5. August 2016 - 05:31

    In etwa 300 Fällen pro Jahr schalte man aber das Gericht ein.

    Man kann nur hoffen, dass diese Beklagten dann daraus auch Konsequenzen ziehen und aus der Kirche offiziell austreten.

  4. #4 von Skydaddy am 5. August 2016 - 06:26

    Gott als Faustpfand reicht offenbar nicht …

  5. #5 von Skydaddy am 5. August 2016 - 06:28

    Aus meiner Sicht wäre es konsequent, wenn säumige Kirchenbeitragszahler aus dem Verein ausgeschlossen würden. So würde wohl jede andere Organisation vorgehen.

  6. #6 von Siegrun am 5. August 2016 - 08:03

    Das muss die christliche Nächstenliebe und Barmherzigkeit sein.

  7. #7 von Nimus am 5. August 2016 - 12:19

    „Aus meiner Sicht wäre es konsequent, wenn säumige Kirchenbeitragszahler aus dem Verein ausgeschlossen würden.“

    Genau das macht die ach so barmherzige deutsche Kirche ja auch – mehr oder weniger gegen den Willen Roms:
    http://www.sueddeutsche.de/politik/neuregelung-in-der-katholischen-kirche-exkommunikation-light-1.1474291

    „Glaubt nur, wer zahlt?“ schreibt die SZ zu recht.

    Mich wundert’s, dass die Verknüpfung von Zahlung des Mammons und Sakramentenempfang keinerlei Aufschrei verursacht. Schliesslich sind die Konsequenzen der Nicht-Zahlung für den Gläubigen weit schlimmer als im Falle des ach so verschrienen und von Luther zu recht bekämpften Ablasshandels. Aber in diesem Fall protestieren ja auch die Protestanten nicht – „Das Geld werde gebraucht, die Kirche könne viel Gutes damit tun“ wie die Diözese Feldkirch sagt. Sicher, ist ja gut, dass die ganzen kirchlichen Sesselpupser, Funktionäre und Apparatschiks ihre bequemen Pöstchen behalten können, dafür braucht man nun mal viel Geld.

  8. #8 von m0ebius am 5. August 2016 - 15:58

    @Nimus: Ich denke, dass die mangelnde Kritik daher kommt, dass sehr wenige Leute die Folgen eines Ausschlusses aus der Kirche „für das Seelenheil“ ernst nehmen.

    Und von denen, die es tun, werden viele die Kirche als so wichtig ansehen, dass sie die rigorose Eintreibung von Forderungen als gerechtfertigt ansehen.

  9. #9 von Skydaddy am 6. August 2016 - 06:41

    @Nimus

    Technisch ist es bei der RKK in Deutschland umgekehrt: Man erklärt seinen Austritt aus dem Verein, und DANN muss keine Kirchensteuer mehr gezahlt werden. Dass man dann auch seien Rechte als Vereinsmitglied verliert, ist im Prinzip logisch, nur beim Glauben und speziell beim Christentum ergeben sich Reibungspunkte.

  10. #10 von Gerry am 6. August 2016 - 09:04

    Mich wundert’s, dass die Verknüpfung von Zahlung des Mammons und Sakramentenempfang keinerlei Aufschrei verursacht.

    Jahrhundertelange Gewöhnung.
    Es wird als völlig normal angesehen, dass man einerseits Kirchensteuer zahlt, andererseits für jede tatsächliche Dienstleistung (wie z.B. Taufe, Hochzeit, …) nochmal extra nen Obulus abdrücken muss.

    Die Kirchgänger sind es ja auch gewohnt, in jedem Gottesdienst – über sozialen Druck – nochmal ne Spende für irgendwas abzudrücken.
    Bei meinen Eltern hat sich das im Laufe jedes Jahres auf den Betrag eines sehr hübschen Abendessens zu zweit summiert; das Abendessen hätten die sich mangels Geld für sich selbst nie gegönnt.

    Man sollte den sozialen Druck und die Konditionierung im Umfeld der Kirchen nie unterschätzen.