Den Islam reformieren? Nein, einfach in Ruhe lassen!

Europa – denn dieser Begriff hat unter wohlerzogenen Deutschen des urbanen Bildungsbürgertums das Wort „Deutschland“ weitgehend ersetzt – ist demnach immer noch im Grunde der Nabel der Welt.

(…)

So herrscht unter den politischen und medialen Meinungsführern die Überzeugung vor, dass unter anderem auch der Islam als, infolge der Einwanderungsbewegungen der letzten Jahrzehnte mittlerweile, in unserem Land stark vertretene Religion die gleichen Prozesse durchlaufen müsse wie das Christentum in westlichen Ländern, nämlich eine „Reformation“ und eine „Aufklärung“.

[http://www.huffingtonpost.de/remzi-aru/islam-reform-anpassung_b_11311786.html

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  1. #1 von teatime am 4. August 2016 - 06:33

    Bullshit Bingo Text. Hab nur bis James Ötzdemeier gelesen.

  2. #2 von Skydaddy am 4. August 2016 - 09:32

    Das Christentum ist nicht aufgeklärt.

    Allenfalls wirkt es im Vergleich mit dem Islam so.

  3. #3 von Siegrun am 4. August 2016 - 09:43

    Einfach in Ruhe lassen? – OK, wenn sie mich mit ihren Vorstellungen auch in Ruhe lassen.
    Heißt in der Praxis: keine Extrawürscht wie Badezeiten für Muslimas, keine Beschneidung (und somit Verstoß gegen das Recht auf Unversehrtheit des eigenen Körpers (erschwerend von Schutzbefohlenen)), keine Kinderehen, weil illegal.
    Ich will auch nicht mehr von Männern aus dem islamischen Kulturkreis auf der Straße mies angeredet werden, weil sie das Frauenbild nicht hinkriegen.
    Ich will auch keinen Muezzin schreien hören (Kirchenglocken sind auch so ein Thema, aber hier geht es ja um den Islam), und ich will nicht von irgend jemanden schräge angeredet werden, daß ich irgendetwas Ramadanmäßiges zu respektieren hätte in der Öffentlichkeit.
    Ich bin nicht Mitglied eures Vereines, daher interessiert mich das nicht.
    Dafür könnt ihr in eurer Moschee auf private Art und Weise eure Religion ausüben, dabei werde ich euch gewiss nicht stören.
    (Wie jeder andere religiöse Verein auch, die interesseeren mich genau so wenig, es sei denn sie wollen mir Vorschriften machen, wann ich traurig zu sein hätte oder wann ich an einem Schachturnier teilnehmen darf oder nicht…)

  4. #4 von deradmiral am 4. August 2016 - 12:39

    Dass das Christentum durch die Reformation humaner geworden ist, ist eine dreiste Lüge. Der christliche Eifer hat sich entgegen aufkeimender Wissenschaften radikalisiert. Hexenverfolgung, Ketzerverbrennung, religiöse Kriege wurden wieder populärer. Und Vernunft wurde fundamentalistisch abgelehnt. Bilderstürmer verwüsteten Kirchen, was die Christen in dem Ausmaße nur an antiken Heiligtümern vorgenommen hatten.

    Man sollte die Reformation eher mit der Talibanisierung Afghanistans vergleichen: wie dort instrumentalisierten Warlords (hier Fürsten genannt) das entstehende Spannungsfeld für eigene Zwecke.

  5. #5 von Hal am 4. August 2016 - 13:28

    Der Islam kann nur in Ruhe gelassen werden, wenn der Rechtsstaat diesen sehr deutliche Grenzen setzt und nicht den einen faulen Kompromiss nach anderen eingeht, also einseitige Eingeständnisse die via der Salamitaktik die Grundlage der Menschenrechte verlassen.
    Wer kein ausländischen Einfluss auf die Islamverbände zulassen will, sollte den fast 1000 Jahre alten Investiturstreit mit dem Vatikan wiederbeleben und das Hitler-Konkordat frist- und ersatzlos aufkündigen. Die Kirchen sind schon jetzt Krebsgeschwüre in Staatsorganen und Beamtenapparat, wo nur säkulare Chemotherapie Heilung verspricht, es wäre glatter Wahnsinn weitere Geschwüre zuzulassen.

  6. #6 von Monika am 5. August 2016 - 10:08

    deradmiral, wo du recht hast, hast du recht. Die Reformatoren hatten nicht vor, eine gemäßigte Version des Christentums zu schaffen.

    Was aber laut Max Weber ohne die Reformation nicht möglich gewesen wäre, ist die industrielle Revolution. Das die „christlichen“ Länder materiell erfolgreicher sind, als die muslimischen, Länder, von Ölmilliarden mal abgesehen, verdanken sie keiner Weltverschwörung gegen die Muslime, sondern immer noch den Ausläufern der protestantischen Arbeitsethik. und das ist etwas, was Islamisten nicht hinkriegen.