Faktor Religion

Der Psychologe Uslucan relativiert den Zusammenhang von Glauben und Gewalt. Die Religion werde überschätzt, argumentiert er.

(…)

Tatsächlich wirke „gelebte Religiosität sogar eher gewaltpräventiv, weil sie die Menschen stärker in eine Gemeinschaft einbindet“, sagt er. Seine Forschungen über junge Gewalttäter mit und ohne Migrationshintergrund haben ergeben, dass es einen Zusammenhang zwischen „früher Traumatisierung, Gewalterfahrungen in der Familie und eigener Gewaltneigung gibt“.

[http://www.tagesspiegel.de/politik/die-debatte-ueber-migration-in-deutschland-faktor-religion/13948422.html

Advertisements
  1. #1 von Willie am 1. August 2016 - 04:23

    In der hiesigen Debatte bedauert Uslucan, dass wieder viel über den Islam diskutiert wird. Er sagt: „Religion wird bei der Bewertung von Gewalttaten überschätzt.“ T

    Und wenn es nur 1% ausmacht, dann ist es immer noch 1% zuviel.

    Tatsächlich wirke „gelebte Religiosität sogar eher gewaltpräventiv, weil sie die Menschen stärker in eine Gemeinschaft einbindet“, sagt er.

    Es sei denn, es handelt sich um eine gewaltbereite, gewaltverherrlichende und gewaltbereite Gemeinde.

    Seine Forschungen über junge Gewalttäter mit und ohne Migrationshintergrund haben ergeben, dass es einen Zusammenhang zwischen „früher Traumatisierung, Gewalterfahrungen in der Familie und eigener Gewaltneigung gibt“.

    Und da gilt es anzusetzen. Da ein Teil dieser Gewalt auch aus religiösen Motiven erfolgt, kann doch noch mehr Religion nicht die Antwort sein. Alle drei abrahamitischen Religionen kennen das körperliche Strafen als Erziehungsmodell – unabhängig einer ethnischen Zusammengehörigkeit.

    Dabei ist ihm auch aufgefallen, dass bei jungen Frauen beispielsweise Diskriminierung, die von den jungen Männern oft als Motivation genannt wurde, nicht unmittelbar zu Gewalt führt.

    Liegt das vllt daran, dass Mädchen anders auf Gewalt reagieren, u.a. indem sie ihre Jungen auch zur Gewalt erziehen? Ich kenne dies aus Chile, alle Frauen beschweren sich über den gelebten Machismo, aber fast alle erziehen ihre Jungs dazu – ihre kleinen Könige (mi rey).

    Dabei machen vor allem junge Frauen, die das Kopftuch tragen, häufig die Erfahrung, dass sie deshalb schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben oder es sogar Kopftuchverbote gibt, wie beispielsweise für Lehrerinnen in Berlin.

    Warum wollen den Frauen in unseren „Breitengraden“ ein Kopftuch tragen – oft noch hier sozialisierte? Weil es ihre Ethie so verlangt oder doch eher weil es ihre Religion(svorsitzenden) so sehen möchte(n)?

    „Im Fall von terroristischen Gewalttaten scheinen die treibenden Kräfte vielmehr Erfahrungen von Ausgrenzung, die wahrgenommene Entwertung der islamischen Welt und ein autoritäres Rollenverständnis zu sein.“

    Aha, die wahrgenommene Entwertung der islamischen Welt bzw. diese so sehen hat nix mit der Religion zu tun.

    Je mehr Attentate im Namen des Islam verübt werden, desto stärker reagiert die Mehrheitsgesellschaft mit Ausgrenzung. Schließlich werden die Anschläge verübt, um die Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen.

    Dann war also der erste Anschlag im Westen keiner Ausgrenzung geschuldet und man bastelte sich diese Welt selbst?

  2. #2 von Elvenpath am 1. August 2016 - 09:21

    Religiöse Unterdrückung im Alltag, also die Verfolgung aller, die sich nicht zu der Religion bekennen wollen, oder ihren Regeln zuwider laufen, ist genau so Gewalt.
    Und so lange die Religion einigermaßen konsequent gelebt wird, ist diese Gewalt ist in jeder Religion allgegenwärtig. Wer nicht mitmacht, ist ein Außenseiter und wird bestenfalls isoliert und benachteiligt.

  3. #3 von paul0f am 1. August 2016 - 10:34

    Religionsweichspülerei.

    Der Mann hat die letzten Jahrtausende nicht in seine Berechnungen einfliessen lassen. Er geht wohl nur von dem aus, was er als moderater Muslim unter Religion versteht.^^

  4. #4 von Unechter Pole am 1. August 2016 - 16:25

    Die „Einbindung in die Gemeinschaft“ ist nichts anderes, als das Leben mit dem ewigen Angst vor dem Nachbar, Familienmitglied, Kollegen, Chef, Behörde und die Zwangsanpassung an die Lebens- und Denkweise von anderen.

    Wie war das mit der freien Entfaltung nochmal?

  5. #5 von Skydaddy am 1. August 2016 - 16:57

    Die Religion werde überschätzt, argumentiert er.

    Aha. Also, wenn es um Nächstenliebe, Menschenrechte usw. geht, soll ohne Religion alles zusammenbrechen – aber wenn es um Gewalt geht, wird der Einfluss von Religion überschätzt.

    Die Religioten – und insbesondere deren Lobbyisten – picken es sich immer gerade so raus, wie es ihnen am besten passt.