In eigener Sache: Update zum „Kirchensteuertipp“

Seit Jahren weisen wir auf den „Kirchensteuertipp“ von Wolfgang Tamm hin – er empfahl 2010, in eine konfessionslose Körperschaft öffentlichen Rechts einzutreten, um das besondere Kirchgeld in glaubensverschiedener Ehe (sog. „Heidensteuer“) zu vermeiden.

Leider ist es aber wohl so, dass dies nur in seltenen Fällen (möglicherweise Bayern) tatsächlich von der Zahlung des besonderen Kirchgelds befreit. Außerdem wurden zum Jahr 2015 die Kirchensteuergesetze mehrerer Bundesländer dahingehend „vereinheitlicht“, dass es nun in den meisten Ländern nicht mehr ausreicht, Mitglied einer steuerberechtigten Körperschaft zu sein, sondern dass es sich um eine Körperschaft handeln muss, die auch tatsächlich Kirchensteuern erhebt. Damit läuft der „Kirchensteuertipp“ in den allermeisten Bundesländern ins Leere.

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Von der „Heidensteuer“ Betroffene haben auf der Website kirchgeld-klage.info ausführliche Informationen (vor allem Urteile) zum besonderen Kirchgeld in glaubensverschiedener Ehe zusammengetragen und kommentiert. Dort finden sich auch Anmerkungen zum Tamm-Artikel.

Bitte an die Leser: Gebt die Information bitte auch an Bekannte weiter, die in „glaubensverschiedener“ Ehe – oder auch: eingetragener Lebenspartnerschaft – leben. Es kann nämlich sein, dass sich die Situation ab 2015 zu deren Ungunsten geändert hat, so dass jetzt „Heidensteuer“ auch für Partner fällig wird, wo dies früher nicht der Fall war. (Z.B. gleichgeschlechtliche Partnerschaften.)

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  1. #1 von Smiling_Joe am 24. Juli 2016 - 14:32

    Nochmal an richtiger Stelle:

    Das klingt doch schon wieder nach einem Gesetzesupdate ganz nach dem Willen von Kirchenlobbyisten…
    Bestünde denn nicht die Möglichkeit, dass entsprechende Ausweichorganisationen eine obligatorische Steuer von 1€ erheben?

  2. #2 von Unechter Pole am 24. Juli 2016 - 16:14

    In Hessen war die Gesetzeslage schon von 2010 so, dass dies nichts gebracht hätte bzw. die Sache nur verschlimmert hätte. Anders als in Bayern gilt in Hessen das „Hälftigkeitsprinzip“, d.h. die bei konfessionsverschiedener Ehe teilen sich die Kirchen unter sich die Kirchensteuer des Paares zu je 50 % und nicht abhängig vom Anteil der jeweiligen Eheleute. Hätte die hessische Finanzverwaltung die Ehe mit einem Kirchen- und einem HVD-Angehörigen tatsächlich als konfessionsverschieden und nicht glaubensverschieden anerkannt, hätte es nur dazu geführt, dass die Kirche 1/2 von 9 % = 4,5 % auf die Gesamtsteuer der Eheleute kassieren würde, was normallerweise höher ausfällt, als das besondere Kirchgeld.

  3. #3 von Barkai am 25. Juli 2016 - 22:35

    es darf doch nicht wahr sein, dass die RKK sowie einige EKD-Gliedskirchem, die gegen LGBT-rechte sind,sich just am Vermögen eingie offiziell verpartnerschafteten Paare bedienen und das nur, weil die Paare verpartenschaftet sind, was die Kirchen ja eigentlich blöd finden.