Aufnahme von Gottesbezug in die Verfassung Schleswig-Holsteins gescheitert

Genau eine Stimme fehlte den Befürwortern des Gottesbezugs für die Mehrheit von 46 Abgeordneten im Kieler Landtag bei der Abstimmung über den Gottesbezug heute. Der Vorschlag mit der Formulierung „Die Verfassung schöpft aus dem kulturellen, religiösen und humanistischen Erbe Europas und aus den Werten, die sich aus dem Glauben an Gott oder aus anderen Quellen ergeben“ erhielt 45 Stimmen.
Dr. Patrick Breyer von der Piratenfraktion begrüßte das Abstimmungsergebnis:
„Schleswig-Holstein braucht jetzt einen Verfassungsfrieden. Wie in Hessen und Bayern sollte es keine Verfassungsänderungen mehr ohne zustimmenden Volksentscheid geben. Und wir brauchen endlich eine konsequente Trennung von Staat und Kirche auf allen Ebenen, um Diskriminierung zu beenden und Privilegien abzuschaffen.“

shz.de/regionales/schleswig-holstein/politik/gottesbezug-scheitert-erneut-im-landtag-an-einer-stimme-id14343146.html

  1. #1 von Gerry am 22. Juli 2016 - 13:02

    Wenigstens mal eine gute Nachricht zwischendurch.

  2. #2 von m0ebius am 22. Juli 2016 - 13:10

    Das war knapp. Ich freue mich zwar über das Ergebnis, aber dass der Vorschlag beinahe erfolgreich gewesen wäre, ist trotzdem blamabel für die Politik. Hier zeigt sich deutlich der negative Einfluss der Überrepräsentation der institutionalisierten Religion in der Politik. Es liegt an uns, das zu ändern.

  3. #3 von Skydaddy am 22. Juli 2016 - 13:14

    Gut so!

  4. #4 von Friedensgrenze am 22. Juli 2016 - 13:16

    Gegen Weltanschauungen wie diese hier haben wir gewonnen:

    „Gott ist ja für uns alles. Gott bedeutet alles. Gott regiert über alles. Und wenn da in der Verfassung drin stehen sollte über andere Quellen – was soll da für eine andere Quelle gemeint sein?“

    http://www.deutschlandfunk.de/schleswig-holstein-abstimmen-ueber-gott-in-der.1773.de.html?dram:article_id=360843

    Dieser Knacks in seiner Weltanschauung, der sich durch die Frage nach einer möglichen anderen Quelle manifestiert zeigt mir, daß selbst die Kompromissformel was gutes hatte und wie weit Gläubige von Freiheit entfernt sein können.

    Schön, daß Gott nicht reinkommt in die Verfassung.

  5. #5 von drawingwarrior am 22. Juli 2016 - 13:17

    Wahrlich ich sage Euch, eher geht ein Kamel, dass einen Elefanten gefressen hat, durch die Vagina einer gewissen Maria, als dass die Christen sich mit dieser Entscheidung widerspruchslos einverstanden erklären

  6. #6 von Mr. MIR am 22. Juli 2016 - 13:29

    Ein Nudelbezug hätte auch gereicht. Ramen.

  7. #7 von Charlie am 22. Juli 2016 - 17:01

    Das muss ein Zeichen Gottes sein. Halleluja!

  8. #8 von Elvenpath am 22. Juli 2016 - 17:26

    Leute, ich brauche euren Rat.

    Hier ist der Artikel der „Welt“ über die abgelehnte Verfassungsänderung
    [http://www.welt.de/politik/deutschland/article157198329/Gott-schafft-es-nicht-in-die-Landesverfassung.html

    „Die Welt“ hat folgenden Kommentar von mir gelöscht, und ich habe keine Ahnung warum:

    Immer wieder erstaunlich, dass der Nationalsozialismus als Grund für einen Gottesbezug her halten muss. Dabei waren die Nazis fast ausnahmslos Christen. Denn die (nichtjüdischen) Deutschen waren 1933 zu mehr als 95% Christen.
    Der Völkermord an den Juden ruhte auf dem urchristlichen Judenhass.
    Hitler schrieb, in „Mein Kampf“:
    „So glaube ich heute im Sinne des allmächtigen Schöpfers
    zu handeln: indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für
    das Werk des Herrn“

    In der SS, waren Atheisten ganz offiziell verboten.
    Es war Hitler, der den Gottesbezug in die Gelöbnisformel der Soldaten und Beamten einführte.Die deutschen Soldaten wurden von Militärpriestern gesegnet.
    Auf den Koppelschlössern der Wehrmachtssoldaten stand „Gott mit uns“.
    Hitler schloss auch das Reichskonkordat mit den Kirchen.
    In deutschen Wohnzimmern, von deutschen Kirchenkanzeln wurde für den Führer gebetet.

    Ich habe schon den Satz Der Völkermord an den Juden ruhte auf dem urchristlichen Judenhass. raus genommen. Trotzdem wurde wieder gelöscht.

  9. #9 von dezer.de am 22. Juli 2016 - 17:33

    @Elvenpath: Daran kann man gut die Gesinnung der Welt erkennen. Ein rechtskonservatives Springerblatt halt.

  10. #10 von m0ebius am 22. Juli 2016 - 18:30

    @Elvenpath: Ich finde Deinen Post in Ordnung. Man könnnte höchstens noch erwähnen, dass die Zustimmung der Kirche zu Hitler auch nicht universell war.

    Aber ob man damit freigeschaltet wird, weiß ich auch nicht. Wie dezer.de sagte: dass „konservatives Gedankengut“ was mit den Nazis zu tun gehabt haben könnte, passt einfach nicht ins Springersche Welt-Bild (Muaha, Doppelwortwitz).

  11. #11 von parksuender am 22. Juli 2016 - 18:33

    @Elevenpath:
    Lass vielleicht auch noch den letzten Abschnitt mit den deutschen Wohnzimmern weg. – Zu verallgemeinernd
    Aber sehr wahrscheinlich passt Dein Kommentar den Mods nicht. Oder überforderte Praktikanten wollen kein Risiko eingehen

  12. #12 von user unknown am 22. Juli 2016 - 20:54

    „Aufnahme von Gottesbezug in die Verfassung in Schleswig-Holstein vereitelt/abgewehrt“ würde ich sagen.

  13. #13 von Yeti am 23. Juli 2016 - 10:18

    @elvenpath: Die Moderatoren bei Welt Online sind IMHO Kasper oder überfordert.
    Und egal, wie schräg die Redaktion bei Springer ist, die Kommentatore sind schon ordentlich durchwachsen.

    Manchmal lässt sich ein Mod sogar dazu hinreißen, mitzudiskutieren und seine Meinung in die Kommentare einzustreuen. Das finde ich unangebracht.

    Deswegen steht neuerdings auf meiner Not-To-Do-Liste: bei Welt kommentieren.