Wie sich die konservativen Islamverbände wegducken

Die größte Gefahr geht nach Ansicht des Freiburger Islamwissenschaftlers Abdel-Hakim Ourghi nicht von polizeibekannten Salafisten aus, sondern von den konservativen muslimischen Dachverbänden. Sie seien noch „meilenweit“ von einem aufgeklärten Islam entfernt. Ourghi fordert drastische Maßnahmen

[http://www.cicero.de/salon/terror-wie-sich-die-konservativen-islamverbaende-wegducken

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  1. #1 von Noch ein Fragender am 21. Juli 2016 - 22:35

    ohne Zweifel bieten Koranpassagen Anknüpfungspunkte für die heutige Gewalt und die Unterdrückung der Frauen. Diese radikalen Koraninhalte dürfen nicht mehr verharmlost und in den Moscheen ignoriert werden. Es ist unsere essenzielle Aufgabe, sie als historisch-politische Äußerungen mit nur einer temporären Gültigkeit anzuerkennen. Sie sind sogar revisionsbedürftig.

    Das kommt doch dem Vorschlag von Mynarek ziemich nahe:

    Es wäre eine wunderbare Sache – als eine positive Folge aus den gemeinen Terroranschlägen von Paris – wenn die Vertreter der drei abrahamitischen Religionen übereinkämen, in wahrhaft globaler Ökumene alle menschenfeindlichen Texte aus ihren Heiligen Schriften zu entfernen und auf diese Weise einen ganz wesentlichen Beitrag zum Weltfrieden zu leisten.

    http://hpd.de/artikel/11040

  2. #2 von dirk am 21. Juli 2016 - 23:04

    Ich finde es ist notwendig die Aussagen des Autoren teilweise zu ergänzen damit sie die Realität beschreiben.

    Zitat Artikel

    „Politik sollte darauf bedacht sein, nicht die Stimmen der muslimischen Wähler wichtiger zu nehmen als den aufgeklärten und modernen Islam.“

    Moderner Islam verlinkt mit

    http://www.cicero.de/weltbuehne/plaedoyer-fuer-aufklaerung-den-islam-ohne-denkverbote-reflektieren

    Zitat daraus

    „Eine Renaissance des Islam, die sich zum Ziel setzt, die Religion in ihrer „ursprünglichen Form“ wieder zu beleben, durch die Rückkehr zum Koran und zur Tradition des Propheten, ignoriert die vielfältige Lebenswelt der Menschen. “
    Da hat er ja vollkommen recht, aber Grundlage des Islam sind doch nun mal der Koran als „Gottes“ unveränderliches für alle Zeiten feststehende Wort (so steht es ja im Koran) und die Überlieferungen von dem Leben und weiteren Aussprüchen des „Propheten“. Und da sehe ich keine nennenswerte tiefgründige Erneuerung bei den angesehen islamischen Schulen.

    Dieser Moderne Islam von dem er spricht in wie weit hat er den ein tatsächliches theologisches Standbein?

    Ich sehe diese Neuinterpretation bzw Neuschreibung von Koran und Sunna eben nicht bei streng religiösen Muslimen diese halten doch eher an die Jahrhunderte alten Vorgaben und erarbeiteten Gesetzen fest.

    Diejenigen welche sich nicht streng an Koran, Sunna und Scharia halten sind doch eher weniger überzeugte bzw umfassende Muslime von denen ich befürchte wenn sie stärker religiös werden sie sich schlicht und einfach stärker an Koran, Sunna und Scharia orientieren.

    Und auch der Zentralrat der Muslime ist doch rein faktisch dafür das sich die Muslime an die Scharia halten.

    Zitat des Artikels

    „Allah ist kein Tyrann, der sehnsüchtig auf die höllische Bestrafung seiner Menschen wartet. Gott ist gnädig und barmherzig (Koran 3:31; 5:34; 11:41 und 12:35). Die Juden und die Christen sind nicht diejenigen „die Deinem Zorn verfallen sind und irregehen“! (Koran 1: 6-7), denn keine Religion besitzt die absolute und exklusive Wahrheit. In Sure 2, Vers 120, werden sowohl Mohammed als auch die Muslime aufgefordert, Juden und Christen zu meiden. Jedoch gibt es überall gute und böse Menschen und sogar Atheisten sind berechtigte Ansprechpartner. Wir Muslime sind nicht „die beste Gemeinschaft, die Gott je gestiftet hat.“ (Koran 3:110).“

    Man möge doch mal die angegeben Suren sich anschauen um zu verstehen was den der Autor da gemeint haben könnte.

    Desweiteren halte ich als Atheist (bezüglich der abrahamitischen Religionen) die Formulierung Barmherzigkeit eines Gottes bezüglich Ungläubigen für komplett deplatziert. In vielen Fällen wäre eine gerechte Behandlung aufgrund der allgemeinen Menschenrechte von Gottesgläubigen gegenüber Ungläubigen eher angebracht.

  3. #3 von dirk am 21. Juli 2016 - 23:15

    @ #1 von Noch ein Fragender

    Ich glaube nicht das Herr Mynarek auf die Muslime viel Einfluss hat, und die katholische Kirche ist ja schon länger (Jahrhunderte laut wiki) dabei die Bibel umzuschreiben/neuzuinterpretieren(*) damit sie etwas weniger menschenverachtend wird.

    (*) Die Stelle das Ungläubige nach dem Tode auf Gottes wirken ewig gefoltert werden ist zumindest raus. Im Gegensatz zum Koran dort steht derartiges sogar bei den „10 Geboten“.

  4. #4 von m0ebius am 22. Juli 2016 - 13:32

    Die Idee, die Religionen zu zähmen, indem man die schlimmsten Textpassagen ihrer heiligen Bücher streicht ist zwar schön und gut, aber nichts anderes als die Aufforderung zu Schismen.

    Die alten Versionen werden immer weiterexistieren, und die „Konservativen“ deshalb auch. Es mag gelingen, sie zu marginalisieren, aber solange man sich nicht vom Prinzip der Offenbarung durch religiöse Texte löst (und was bleibt dann ncoh übrig?), wird das Argument „die ursprüngliche, unredigierte Version ist die authentische, maßgebliche“ immer Gewicht haben.

    Das gilt insbesondere im Islam, wo die Unantastbarkeit des Korans seit jeher eins der Hauptprinzipien der Religion ist (und dessen Quellen im Dunkeln liegen, anders als bei der Bibel, bei der ja bekannt ist, dass sie das Ergebnis eines Komitees ist).