Bei Würzburg: Mann attackiert Zugreisende mit Axt – vier Schwerverletzte

In der Nähe von Würzburg hat ein Mann in einem Regionalzug Reisende mit einer Axt und einem Messer angegriffen. Vier Menschen wurden schwer verletzt. Die Polizei erschoss den 17 Jahre alten Täter.

(…)

Nach Angaben eines Sprechers des Innenministeriums sagte ein Augenzeuge, der Angreifer habe „Allahu akbar“ gerufen, „Gott ist der Größte“.

weiterlesen:

[http://www.spiegel.de/panorama/justiz/bei-wuerzburg-mann-attackiert-reisende-im-zug-mehrere-schwerverletzte-a-1103596.html

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  1. #1 von Hinterfragerin am 20. Juli 2016 - 21:30

    @ frater moses

    Allein aufgrund seines Alters sehe ich ihn durchaus auch als Opfer (egal, welchen Hintergrund seine Tat nun ganz genau hatte, ob er traumatisiert war oder indoktriniert), auch wenn ich den armen Menschen, denen man den Kopf mit der Axt gespalten hat, dann doch noch etwas mehr „Opferstatus“ zusprechen möchte.

    „Was sollen die Anführungszeichen bedeuten – ist es für Dich keine Flucht, alles hinter sich zu lassen, um das nackte Leben zu retten?“

    Da aktuell unklar ist, ob der junge Mann überhaupt aus Afghanistan kam, ob er eventuell bereits mit Anschlagsabsichten kam oder geschickt wurde und welchen Hintergrund sein (anscheinend unter falschen Angaben) gestellter Asylantrag hatte, ist keineswegs klar, dass er „alles hinter sich“ gelassen hat, „um das nackte Leben zu retten“.

    „… und alles, was er bis dahin erlebt hat, löst sich in der Aussicht auf Pflegefamilie und Lehrstelle in Wohlgefallen auf. Wie naiv muss man sein, sowas zu glauben?“

    Offensichtlich nicht, nein. Wenn er traumatisiert war (was wir nicht wissen), indoktriniert wurde (was wir auch nicht wissen) o.ä.m. steht auch nicht zu erwarten, dass sich alles „in Wohlgefallen auflöst“. Nur: Falls er tatsächlich floh, „um das nackte Leben zu retten“, dann dürfte es doch durchaus helfen, Zukunftsperspektiven zu haben und in Sicherheit zu leben, oder? Auch um für die Familie (deren Status wir ja auch nicht kennen…) „genug Kohle zusammenzutragen“…

    „und will dann die Schuldigen an seiner Misere zur Rechenschaft ziehen. An die kommt er aber nicht ran, also nimmt er halt jemanden, an der er rankommt.“

    Zum einen: Woher willst Du wissen, wer an „seiner Misere“ die Schuld trug, wenn wir doch die Misere selbst nicht einmal kennen, noch nicht mal, ob sie wirklich existierte, wissen wir genau?

    Übrigens: Bei aller Kritik an Drohnen und Aktionen internationaler Truppen in Afghanistan und anderswo, die ich durchaus teile: An der „Misere“ vieler Leute dort sind auch, ich möchte sogar sagen in viel höherem Maße lokale Warlords, Islamisten, weiterbestehende „Feudalsysteme“ (staatliche Schwäche) u.ä. Schuld. Leute, die junge Mädchen in den Kopf schießen, weil sie in die Schule gehen wollen, z.B. Failed States.

    Und wenn „der Westen“ an seiner Misere Schuld war, warum dann genau dorthin fliehen, zum Feind? Warum dort ein besseres Leben erwarten? Es gibt ja auch islamische Bruderstaaten…

    „Ich würde das nicht auf die Religion schieben, selbst wenn der im Zug angeblich eine selbstgemalte ISIS-Fahne geschwenkt und „Allah ist groß“ gebrüllt hat. Die Menschen sprechen halt mit dem Vokabular, das sie haben. Was habt ihr denn gedacht, womit ein Flüchtling aus Afghanistan wedeln würde? Mit dem Kommunistischen Manifest?“

    Ja, man bezieht sich auf die Ideologie, die einen geprägt hat. Warum dies eben diese Ideologie exkulpieren soll, erschließt sich mir nicht ganz.

    „Wenn man bedenkt, was die Menschen in Afghanistan so für Erlebnisse mit westlichen Bomben,
    Soldaten und Drohnen gemacht haben, ist es eigentlich ziemlich erstaunlich, dass da nur so wenige von amoklaufen.“

    Natürlich werden die Menschen dort nur durch böse westliche Imperialisten traumatisiert, keinesfalls durch mordende, bombende, Schulen bedrohende Islamisten, die Gewalt lokaler Warlords u.a.m. Bzw. natürlich ist all diese Gewalt auch nur eine Reaktion auf Fehler des Westens, nicht wahr? Ich vermute auch die Morde an Christen oder atheistischen Bloggern oder unkeuschen Frauen lassen sich irgendwie dem Westen zur Last legen. Alles ganz nachvollziehbar… die Bomben in Freizeitparks, die Morde in Schulen…

    Nun, die Propaganda des IS und der Taliban findet auch im Westen anscheinend einige Gläubige.

    Ich glaube auch, dass der junge Mann aus „Rachegefühlen“ handelte. Nur: Dass er dies in dieser Form tat, dass lag einerseits wohl daran, dass er ein starkes Ingroup/Outgroupdenken verinnerlicht haben muss, und andererseits wohl daran, dass er verinnerlicht haben muss, dass Gewalt gottgewollt ist und ihn ins Paradies bringt. Beide Vorstellungen dürften religiöse Hintergründe gehabt haben. War er einsam oder traumatisiert? Kam er ursprünglich, um sich hier ein besseres Leben aufzubauen? Wurde er indoktriniert? Wir wissen es (noch) nicht.

    Zum IS-Kämpfer hat er sich übrigens selbst „hochstilisiert“…

  2. #2 von spritkopf am 20. Juli 2016 - 22:43

    @Barkai

    Was ist denn der Spiegel (dessen Qualitaet rapide abgenommen hat seit der Junior der Chef ist und den ich deshalb nicht mehr lese)?

    Meinst du mit dem Junior Jakob Augstein? Der ist zwar Mitgesellschafter beim Spiegel und darf auch kommentieren, ist aber nicht Chef. Und ja, ich finde sein heuchlerisches Gewäsch auch mehr als unerträglich und lese das nur noch, wenn ich mich mal wieder richtig aufregen will.

  3. #3 von Barkai am 22. Juli 2016 - 11:39

    @Spritkopf
    ja, Jakob Augstein war gemeint. dafür, dass der Mitgesellschafter ist, scheint er aber eine Menge (unguten) Einfluss auf die Qualität des Spiegel genommen zu haben.