Gibt es einen Gott? | Harald Lesch

Es ist die Frage aller Fragen: Gibt es ein höheres Wesen, das alles erschaffen hat und das steuert, was auf der Welt passiert? Harald Lesch mit einer Antwort aus wissenschaftlichen Sicht.

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  1. #1 von Unechter Pole am 9. Juni 2016 - 00:15

    Nein, zwei.

  2. #2 von Noch ein Fragender am 9. Juni 2016 - 00:48

    Papst Franz als moralische Autorität?

    Dazu steckt der doch viel zu tief in den Sackgassen der katholischen Moral, angefangen vom Pillenverbot, Ehescheidungsverbot, Onanieverbot, Diskriminierung von Frauen und LGBT, Blockierung vernünftiger Regelungen bei Schwangerschaftskonflikten, bei der PID, bei der Sterbehilfe.

    Lesch soll lieber bei seinen naturwissenschaftlichen Vorträgen bleiben.

    Und was für ein bullshit (Behauptung ohne Berücksichtigung der Wahrheitsfrage): Wenn es keinen Gott gäbe, müsse man ihn erfinden.

    Was soll denn ein (beliebig) erfundener Gott?

  3. #3 von MaNo am 9. Juni 2016 - 00:50

    „Es ist die Frage aller Fragen: Gibt es ein höheres Wesen, das alles erschaffen hat und das steuert, was auf der Welt passiert? Harald Lesch mit einer Antwort aus wissenschaftlichen Sicht.“

    Diese Frage ist falsch gestellt. Man muss fragen, woher Herr Harald Lesch weiß, dass es dieses höhere Wesen gibt, das alles erschaffen hat und das steuert, was auf der Welt passiert.

    Wenn Herr Harald Lesch meine Frage „aus seiner wissenschaftlichen Sicht“ zufriedenstellend beantwortet hat, werde ich ihm folgen. Sonst …

  4. #4 von Torchy am 9. Juni 2016 - 00:53

    Aus wissenschaftlichen(sic!) Sicht? Nein, spätestens ab seiner Bewunderungsbekundigung für Franziskus wird er dermaßen unwissenschaftlich, dass man ihn an etwas erinnern möchte, was er selbst mal in einem Gespräch mit dem Herrn Vossenkuhl gefordert hat: Dass Wissenschaftler (er meinte Richard Dawkins) Glauben und Wissenschaft trennen und diese Trennung kenntlich machen sollten.

    Zudem erscheinen mir seine sozial- und neurowissenschaftlichen Aussagen äußerst laienhaft.

  5. #5 von Willie am 9. Juni 2016 - 06:01

    … und der Theologie als der Wissenschaft der religiösen Erfahrungen. Die geht natürlich davon aus, dass es Gott gibt, wie sonst soll man religiöse Erfahrungen machen? (um 1:40)

    Religiöse Erfahrungen könnte man genau so gut in den Sozialwissenschaften, der Psychologie oder der Neuromedizin untersuchen, dafür braucht es keiner Theologie. Dass was Lesch mMn hätte sagen sollen ist: Theologie als die Wissenschaft, die immer wieder neue Erklärungen sucht – und findet -. um religiöse Erfahrungen mit dem eigenen Glaubensbild, also einer Religionsgruppe wie Juden, Christen, Muslimen usw., und der Welt in Einklang zu bringen. Neben der Theologie gibt es ja auch noch die Religionswissenschaften, die sich ebenfalls mit religiösen Erfahrungen beschäftigen, dies aber übergreifend und aus kultureller (kirchengeschichtlicher), lokaler (geografischer) und künstlerischer (Tempel, Ritualgegenstände, Bilder usw.) Sichtweise tun.

    Der Satz mit der beinhaltenden Frage ist für mich Blödsinn (selbst wenn es zwei Sätze wären). Auf die Physik bezogen sagt er doch: … die Physik als der Wissenschaft der physikalischen Erfahrungen. Die geht natürlich davon aus, dass es physikalische Effekte gibt, wie sonst soll man physikalsichs Erfahrungen machen? Meine Antwort darauf: Indem man aus dem Fenster, von einer Erhöhung (Baum, Fels …) springt oder einen Apfel in die Luft wirft – und dies in allen unterschiedlichen Regionen, die man selbst erreichen kann, wiederholt. Ja, es gibt auch weiterreichende physikalische Wissenschaft, die hat sich aber aus den Grundfragen zu physikalischen Erfahrungen (Rekenntnis von Effekten) ergeben. (Genau das fehlt komplett in der Theologie, man kommt nicht von der Stelle und dreht sich nur im Kreis)

  6. #6 von Friedensgrenze am 9. Juni 2016 - 08:03

    Für mich ist es sehr frustrierend was er da von Gott erzählt. Seine Begeisterungsfähigkeit für die Astronomie hat mich mitgerissen. Ich fing wieder an Bücher zu lesen und habe versucht mich neu zu orientieren. Mit seiner Aufbewahrung von Franziskus in der Ecke hinter der Tür macht er sich klein und entwertet seine eigene Person. Lesch, lese den AMB und lass Du Dich mitreissen von Forschungen rund um religiöse Zusammenhänge und Unglaublichkeiten.

  7. #7 von Siegrun am 9. Juni 2016 - 08:56

    @ Friedensgrenze:
    du hast auf den Punkt gebracht, was ich denke. Ich dachte immer der muss Atheist sein…aber leider ist er ziemlich katholisch.

    „Wenn es Gott nicht gibt, dann muss man ihn erfinden…“ Ja, das hat die Menschheit immer getan und tut es noch…trotz Fortschritt und Wissenschaft und Aufklärung. Traurig.

  8. #8 von Deus Ex Machina am 9. Juni 2016 - 09:04

    „… und der Theologie als der Wissenschaft der religiösen Erfahrungen. Die geht natürlich davon aus, dass es Gott gibt, wie sonst soll man religiöse Erfahrungen machen? (um 1:40) “

    –> Drogen! Wohl noch nie einen Joint geraucht oder an einer Kröte geleckt?

  9. #9 von Hypathia am 9. Juni 2016 - 10:10

    Theologie ist nur insofern eine Wissenschaft, als dass sie die Wissenschaft ist, ein absurdes Märchen so zu interpretieren, auszulegen und umzudeuten, dass man es leichtgläubigen, obrigkeitshörigen und denkfaulen Menschen als die alleinseligmachende Wahrheit verkaufen kann.

  10. #10 von omnibus56 am 9. Juni 2016 - 19:45

    Lieber Prof. Lesch

    lesen Sie mal im „Der entzauberte Regenbogen“ die Passage über die innere Simulation der Welt durch unser Gehirn und die zwangsläufigen Implikationen für „Offenbarungen“, und dann versuchen Sie den Text zu verstehen und gehen in sich. Dann werden Sie sehen, »wie [man] sonst … religiöse Erfahrungen machen [kann]« – auch ohne irgendwelche Götter.

    Und bitte unterlassen Sie es, Ihre wissenschaftliche Reputation als ‚argumentum ad verecundiam‘ zu missbrauchen, wenn es Ihnen ganz offensichtlich eigentlich um Missionierung geht! Was Sie vortragen, ist fern ab von (natur)wissenschaftlicher Sicht…

  11. #11 von Charlie am 9. Juni 2016 - 19:54

    @omnibus56

    dito!

  12. #12 von Elvenpath am 9. Juni 2016 - 20:58

    Schade, es begann mit dem Hinweis auf die griechischen Götter eigentlich ziemlich gut. Leider sprach Lesch danach nur noch von einem Gott, dem christlichen Gott. Aber wenn man sich fragt, ob es „Gott“ gibt, muss man sich auch fragen, warum es ausgerechnet der christliche Gott sein soll. Warum gibt es nicht Thor, Odin, Osiris, Zeus oder Manitou?

    Je weiter Lesch redet, desto schlechter wird es. Bei der Frage nach dem ersten „Beweger“ erwähnt er das entscheidende Gegenargument nicht: Warum sollte ausgerechnet das komplexeste Gebilde („Gott“) nicht geschaffen worden sein, alle weniger komplexen Gebilde dagegen geschaffen? Entweder es kann sich was von selbst entwickeln, oder nicht. Wenn nicht, wer hat dann „Gott“ geschaffen? Und wenn sich etwas von selbst entwickeln kann, wozu dann den Umweg über einen (oder mehrer) Götter?

    Ganz schlimm wird es dann am Ende, als Lesch den Papst hoch jubelt, und was man von Christen doch alles lernen könne. Ein Faustschlag ins Gesicht der unzähligen Opfer des christlichen Glauben. Von Christen kann man besonders gut lernen, wie man Menschen diskriminiert. Auch heute noch predigt der Papst, den Lesch so gut findet, dass Menschen, die nicht an den Gott glauben, „das Böse“ sind: Sorry, aber auf so eine perverse Ideologie kann ich gut verzichten!

    Und bezüglich der Beweisbarkeit: Mann kann nicht beweisen, dass es keinen Gott (oder Götter) gibt. Aber man kann sehr wohl beweisen, dass viele religiöse Mythen falsch sind. Zum Beispiel gab es nachweislich keine weltumspannende Sintflut. Und wenn schon theoretisch mögliche Dinge unwahr sind in der Bibel, warum sollte ausgerechnet, die absurdeste Annahme darin richtig sein? Man man kann nicht beweisen, dass es keine Götter gibt. Aber man kann beweisen, dass es den Gott der Bibel/Koran etc. nicht gibt.

  13. #13 von Homer2 am 10. Juni 2016 - 09:54

    „Aber man kann beweisen, dass es den Gott der Bibel/Koran etc. nicht gibt.“

    Ok, dann beweis mal! Bin gespannt! Bis dahin: danke für die Aussage: „Man man kann nicht beweisen, dass es keine Götter gibt“. Nicht jeder Atheist hat die Grösse, das zu sagen.

  14. #14 von schiffmo am 10. Juni 2016 - 13:17

    @Homer2: Du kannst auch nicht beweisen, dass es keinen grünen Arkelanfall gibt. Trotzdem möchte ich nicht so weit gehen, dass es den mit den in Douglas Adams Per Anhalter durch die Galaxis beschriebenen Eigenschaften geben muss.
    Warum sind Religiöse so dreist und gehen bei ihrer literarischen Figur („Gott“) so weit?
    Zum Beweis der Nichtexistenz Gottes: Wenn man nur die Eigenschaften, die im nicäischen Glaubensbekenntnis der meisten Christen enthalten sind, findet man schon viele Eigenschaften, die alleine unmöglich sind. Ich denke, das reicht für eine Widerlegung des „Gottes der Bibel“. Beim Tanach und beim Koran dürfte das nicht viel anders laufen.
    Es ist mir aber deutlich zu blöd, denn die absurde These ist die der Gläubigen, dass dieser „Gott“ (wer oder wieviele auch immer) existiert und irgendwelche Eigenschaften hat. Ich hab noch nichtmal eine vernünftige Begründung gesehen, warum sowas existieren soll, immer nur die Behauptung. Die Religiösen sind in der Beweispflicht.

  15. #15 von awmrkl am 10. Juni 2016 - 23:00

    @Siegrun am 9. Juni 2016 – 08:56

    „Ich dachte immer der muss Atheist sein…aber leider ist er ziemlich katholisch.“

    Nee, da liegst Du flasch. Ein Zitat von ihm:
    „Ich bin protestantisch von Scheitel bis zur Sohle“
    Allerdings ist ihm, großzügig betrachtet, zugute zu halten, daß er wohl wie viele „Wohlfühl-/Kuschelchristen“ einfach bislang nicht aus seiner Kindheits-Gehirnwäsche rausgefunden hat (oder es wollte).
    Pure Bequemlichkeit.

  16. #16 von awmrkl am 10. Juni 2016 - 23:30

    @Homer2

    „Bis dahin: danke für die Aussage: „Man man kann nicht beweisen, dass es keine Götter gibt“. Nicht jeder Atheist hat die Grösse, das zu sagen.“

    Da liegst Du komplett falsch, fast jeder Atheist wird Dir sowas bestätigen!
    Nur gibt es in dieser Hinsicht ZWEI komplett getrennte Ebenen:

    ad 1.) Wissen (Gnosis):
    Was kann ich wissen? Niemand kann wissen, ob es sowas wie „Gott/Götter“ gibt oder nicht (Erkenntnistheorie!) – die Folge ist, es MUSS eigentlich jeder Mensch auf dieser Welt „A-Gnostiker“ (nicht-Wissender) sein, egal ob „gläubig“ oder nicht.

    ad 2.) Glaube(n):
    Was glaube ich | was soll, kann ich glauben | woran richte ich mein Leben aus?

    ad 2.a) Der „Gläubige“ lebt in seiner Überzeugung so, als ob es sowas wie „Gott/Götter“ gäbe, und richtet sich im Leben in vielerlei Hinsicht danach aus.

    ad 2.b) Der Atheist lebt so, als ob es NICHT sowas wie „Gott/Götter“ gäbe (und häufig auch alles „Außersinnliches“, „Übernatürliches“, …), oder es ist ihm schlichtweg egal (meist fälschlicherweise als Agnostiker bezeichnet), was ihn allerdings in seiner praktischen Lebensführung in nichts von einem Atheisten unterscheidet.
    Beide(!) glauben(!) nicht daran, daß es für das praktische Leben etwas so wichtiges gäbe wie „Gott/Götter“, die beachtenswert seien. Sie leben schlichtweg ohne sowas.

    Ich bitte um Antwort!

  17. #17 von awmrkl am 10. Juni 2016 - 23:41

    @me #16

    Ergänzung:
    Der heutige Atheist, egal als wie „militant“ bzw „aggressiv“ (natürlich von Gläubigen) er bezeichnet werden mag, (be)zeichnet sich i.d.R. durch einen Begriff aus: Er nennt sich „agnostischer Atheist“. Tut übrigens auch Richard Dawkins.
    Begründung s.o.

  18. #18 von freidenker1 am 20. Juni 2016 - 18:55

    „Wenn eine Gans sich einen Gott erdichtet, dann muß er schnattern.“
    Michel de Montaigne

    Schöne Grüsse aus der http://www.freidenker-galerie.de