Echter Glaube führt über Atheismus

Delia Zumbrunn zog es für Studium und Beruf aus Auenstein AG in den Kanton Bern. In Spiez arbeitet sie als Pfarrerin und findet ihre Arbeit in der schrumpfenden Landeskirche spannend.

(…)

In meiner Masterarbeit habe ich mich mit dem Philosophen Emmanuel Levinas auseinandergesetzt. Er hat im Zweiten Weltkrieg seine gesamte Familie verloren. Nach diesen Erlebnissen glaubte er auch nicht mehr an einen Gott, der auf der Welt zum Rechten schaut, Wunder tut und Gebete erhört und dann gezielt eingreift. Er sagte, dass ein Mensch nur zu einem echten Glauben finden kann, wenn er einmal Atheist war.

Das heisst, ich bin auf dem richtigen Weg?

(Lacht) Genau! Auf dem direkten Weg zu Gott quasi. Laut Levinas Schema startet man das Leben mit einem Kinderglauben und fällt dann in eine Phase des Atheismus, aus der sich ein differenzierter Glaube entwickeln kann.

Das heisst, du hattest auch mal eine Phase des Atheismus? Sonst hättest du ja noch einen Kinderglauben.

Die Phase hatte ich. Aber ich war immer interessiert an Glaubensthemen und gläubige Menschen haben mich fasziniert. Genau in dieser Zeit entschied ich mich dafür, Theologie zu studieren. Ich wollte mich mit meinen Glaubensfragen detailliert auseinandersetzen.

weiterlesen:

[http://www.bzbasel.ch/leben/leben/echter-glaube-fuehrt-ueber-atheismus-128687189

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  1. #1 von AMB am 25. Dezember 2014 - 14:54

    (Lacht) Genau! Auf dem direkten Weg zu Gott quasi. Laut Levinas Schema startet man das Leben mit einem Kinderglauben und fällt dann in eine Phase des Atheismus, aus der sich ein differenzierter Glaube entwickeln kann.

    AMB: (LACHT!) Nur Dumme, Kinder und Missionare glauben an einen gerechten und guten Gott. Man ignoriert einfach das Theodizee-Problem und schon glaubt man wieder Gott und hält sich für besonders schlau. (Schon lange nicht mehr so einen Unsinn gelesen!!)

  2. #2 von AMB am 25. Dezember 2014 - 14:56

    PS: Meine „Atheismus-Phase“ dauert jetzt schon fast 8 Jahre. 😉 Irgendwas mache ich falsch. 😆

  3. #3 von drawingwarrior am 25. Dezember 2014 - 15:18

    Na wenn sie meint…mein Atheismus wurde inspiriert durch die Beklopptheiten, die sich die Religionen einfallen lassen haben, um sich ihrem Hirnwurm näher zu fühlen.
    Bevor ich zulasse, das ein unreflektierter Glaube meinen Geist korrumpiert, weise ich den Glauben eher von mir.
    Das Argument mit dem Kinderglauben finde ich als solches schon problematisch, weil es diesen Glauben an sich nicht gibt.
    Es handelt sich hierbei um ein Urvertrauen in das was die Eltern und Autoritäten vorleben und kommunizieren.
    Ich kann auf dieser Basis das Christentum, den Islam, aber auch den Nationalsozialismus in einem Kinderkopf unterbringen.
    Diese Argumentation ist nicht schlüssig, wie jemand mit so einen Background einen Master machen kann ist mir unbegreiflich.

  4. #4 von Mreins am 25. Dezember 2014 - 15:27

    Das Leben beginnt ohne Glauben und fällt dann in eine Analphase, aus der sich nur undifferenzierende Menschen zu Christen entwickeln können.

  5. #5 von Wolfgang am 25. Dezember 2014 - 15:51

    Es gibt keinen echten Glauben, es gibt nur echtes Wissen!

  6. #6 von Deus Ex Machina am 25. Dezember 2014 - 16:10

    Jaja, „ist nur eine Phase“, n´est-pas?

    „Er sagte, dass ein Mensch nur zu einem echten Glauben finden kann, wenn er einmal Atheist war.“

    –> Aha, und weil ER das sagt, muss das also stimmen?

  7. #7 von Randifan am 25. Dezember 2014 - 16:56

    Wie immer wird Glaube mit Christentum gleichgestellt und nicht geleichberechtigt mit anderen Religionen.

  8. #8 von itna am 25. Dezember 2014 - 18:16

    Meine Phase dauert jetzt schon von Geburt bis heute.
    Bin ja mal gespannt, wann ich dann gläubig werde und ob ich das noch erlebe.

  9. #9 von Elvenpath am 25. Dezember 2014 - 18:20

    Auch hier ist wieder die religiöse Indoktrination aus der Kindheit am Werk.

  10. #10 von deradmiral am 25. Dezember 2014 - 18:52

    Mein Atheismus dauert erst 47 1/2 Jahre. Komme ich dann in den Kinderglauben oder werde ich danach gleich ein Selbstmordattentäter?

  11. #11 von Ezri am 25. Dezember 2014 - 18:52

    Meine Phase dauert nun schon seit ungefähr ne Ecke mehr als 40 Jahre an 😀

  12. #12 von Willie am 25. Dezember 2014 - 19:07

    Hier macht uns eine Schweizerin die Käßmann 😆 Sie zimmert sich ein eigenes Bild zusammen, weil sie anscheinend ohne ein Fantasiewesen nicht leben kann (oder will, da sie ja ganz gut mit dem Schwachfug verdient).

    Für die Ausbildung der EMK hätte ich nach Deutschland studieren gehen müssen. Das konnte ich mir mit 20 überhaupt nicht vorstellen. Zudem hat man in freikirchlichen Kreisen oft gehört, dass man an der Uni seinen Glauben verliert. Genau das hat mich gereizt.

    Die Uni stellt ihren Glauben auf die Probe, was sie besonders reizte, desshalb ging sie nicht nach Deutschland an die Uni tolle Aussage. Oder wollte sie damit nur ausdrücken, dass man an deutschen, theologischen Unis nicht auf die Probe gestellt wird, wohl aber an schweizer ….

    Nur schon die Aktualität und Brisanz, die in der Weihnachtsgeschichte stecken, faszinieren mich. Maria und Josef müssen mit ihrem Neugeborenen, Jesus, kurz nach der Geburt aus einem Stall, einer Notunterkunft, flüchten. …

    Jetzt verstehe ich, in dem dicken Märchenbuch stehen desshalb so gegensätzliche Geschichten, damit man sich je nach Situation eine aussuchen kann und damit dann rumschafelt. Wie hat man es in diesem überfüllten Kaff denn mit der Hygiene und besonders den menschlichen Hinterlassenschaften gehandhabt. In der Scheiße steckt doch auch sehr viel Aktualität und Brisanz ….. Davon redet nie einer.

  13. #13 von Noch ein Fragenden am 25. Dezember 2014 - 19:12

    Nach diesen Erlebnissen glaubte er auch nicht mehr an einen Gott, der auf der Welt zum Rechten schaut, Wunder tut und Gebete erhört und dann gezielt eingreift. Er sagte, dass ein Mensch nur zu einem echten Glauben finden kann, wenn er einmal Atheist war.

    Na, das ist doch schon ein gewaltiger Fortschritt.

    Damit ist doch 95 % des religiösen Schwachsinns, der täglich durchs Internet wabert, abgehakt. Kein höheres Wesen mehr, das vom Jenseits aus alles beobachtet, Gebete (auch keine Marathon-Gebete oder evangelikale Gebetsexperimente) erhört und in den Weltenlauf eingreift, Tsunamis als Strafen schickt, Religionsvertreter mit aberwitzigen Forderungen inspirirert und mit Versprechungen auf Wunderheilungen medizinischen Fortschritt blockiert.

    Willkommen in der vernünftigen Welt des Atheismus.

    Was übrig bleibt, ist ein nicht sehr unspezifischer Humanismus:

    Gott ist für mich vergleichbar mit Liebe. Man spürt sie und sie verändert einen positiv. Man könnte sagen, ich glaube an den Gott, der im Mensch Jesus fassbar geworden ist.

    Ob das mit dem „Menschen Jesus“, der, wenn er überhaupt gelebt hat, historisch kaum fassbar ist, begründet werden kann ist mehr als zweifelhaft. Immerhin rechnete der biblische Jesus als Apokalyptiker mit einem massiven Eingreifen Gottes in diese Welt.

  14. #14 von Wolfgang am 26. Dezember 2014 - 12:32

    Glauben heißt nicht wissen wollen, was wahr ist.