Lewitscharoff: Sexuelle Revolution endete in Katzenjammer

Büchner-Preisträgerin Sybille Lewitscharoff: Übrig geblieben seien viele Menschen ohne feste Paarbeziehungen. «Besonders kompliziert hat es die Frauen erwischt»

weiterlesen

  1. #1 von Gerry am 30. April 2014 - 21:12

    „Ohne feste Paarbeziehung“ -> Leben gescheitert

    „Bevölkerungszahl stabil oder leicht sinkend“ -> demographisch gescheitert

    Bin mal gespannt was die Religiösen sich noch an Definitionen einfallen lassen um ihre eigene Sichtweise als einzig gültige zu deklarieren.

  2. #2 von Hinterfragerin am 30. April 2014 - 21:58

    Und früher? Da war man in „Paar“beziehungen, die diesen Namen oft nicht verdienten – und die nicht selten mit Liebe nichts zu tun hatten. Und konnte diesen nicht entrinnen. Insbesondere als Frau.

    Die sexuelle Revolution auf freie Liebe, Untreue u.a.m. zu reduzieren ist schlicht unfair – die sexuelle Revolution machte es den Menschen leichter, diejenigen Lebensmodelle auszusuchen, mit denen sie glücklich werden können (ob hetero- oder homosexuell, ob promiskuitiv oder in fester Bindung), und den Partner zu finden, mit dem sie glücklich werden können (und notfalls auch noch mal umzuentscheiden).

    Wird jeder glücklich? Nein, natürlich nicht.

    Aber sicher eher, als wenn man in jungen Jahren in eine unauflösbare Ehe gedrängt wird, keine Kontrolle über die eigene Reproduktion hat, und sich nebenbei als Frau auch noch dem Mann unterordnen darf…

  3. #3 von Wolfgang Brosche am 30. April 2014 - 22:29

    Habe ich heute auf „Cicero“ (siehe den Artikel über Birgit Kelle als „liberale Feministin“) mit jemandem herum schlagen müssen, der mir erklären wollte, daß nur eine „regulierte und gezügelte Sexualität“ Gesellschaften zu zivilisatorischen Leistungen bringen könne.
    Nach dem windigen Anthropolgen Joseph Unwin, so dieser Poster, würden Gesellschaften die Sexualität gleichsam „frei gäben“ nach spätestens 100 Jahren zum Untergang verdammt.
    Joseph Unwin wird von „Katholisches“ regelmänßig zitiert bei Themen wie Keuschheit etc. – und das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft, dieser evangelikale Schwulenumdrehverein, beruft sich auf ihn…
    Daß etzt Lewitscharoff noch eins drauflegt und in diese Kerbe schlägt, sollte uns langsam zu denken geben. Genau den gleichen Stuss aber in einer Manier wie sie in den „Weisen von Zion“ (die Juden betreffend) zu finden ist, läßt Gabriele Kuby noch und nöcher vom Stapel.
    Wir haben es nicht nur mit einem gesellschaftlich und politisch reaktionären Rollback zu tun (von Kauder bis AfD), sondern auch mit einem Rollback, der persönliche und sexuelleFreiheiten betrifft. Die Rechten und die Evangelikalen (Lewitscharoff) nebst den atholiken (Kelle, Kuby etc.) gerieren sich inzwischen nahezu tollwütig.
    Ich sehe wirklich die Grundfesten des gesellschaftlichen Comments in Gefahr – diese Leuten schämen sich nicht wieder nach dem Kuppelparagraphen oder der erneuten Pönalisierung von Homosexualität zu schreien…

  4. #4 von user unknown am 30. April 2014 - 22:32

    Ist eigentlich noch jemandem aufgefallen, dass die Rechtspopulistin Lewitscharoff jetzt einen Katzenkrimi herausgebracht hat, und der frühere Katzenkrimiautor Piricci ebenfalls rechtspopulistisch unterwegs ist?

    Bin ich als Katzenfreund und Katzenverblogger auch gefährdet? Kann ich mich impfen lassen? Können diese hündischen Existenzen nicht ein anderes, ein unsympathisches Haustier zum Inhalt ihrer Texte machen, zum Beispiel Hunde?

    Ich fürchte hier werden Katzen ohne Grund in Mißkredit gebracht.

  5. #5 von Randifan am 30. April 2014 - 22:38

    Selbst Frau Lewitscharoff geht nicht so weit um zu behaupten, früher sei alles besser gewesen.

  6. #6 von omnibus56 am 30. April 2014 - 23:18

    Warum hört noch jemand dieser Frau zu? „Hohl“ ist für jedes Rohr eine Beleidigung.

  7. #7 von oheinfussel am 30. April 2014 - 23:20

    Ja ja, das waren noch die guten alten Zeiten, die Zeiten, in der Heiraten über 30 und vielleicht auch noch ohne Kinder und in einer Beziehung geprägt von Liebe und Respekt, erfolgreich unterdrückt wurden konnten….

  8. #8 von Willie am 1. Mai 2014 - 03:58

    Irgendwie tut mir diese Frau auch leid. Den Vater als Kind durch Suizid verloren. Dann um die 36 lernt sie erst den 53jährigen, zweifachen Vater, Meckseper kennen und geht eine Künstlerbeziehung ein. (ob verheiratet weiß ich nicht) Ihr Lebenslauf vermittelt eine einzige Suche; zu eigenen Kindern kam es nicht.

    Wen verwundert da die Flucht in eine Märchenwelt?

  9. #9 von Skydaddy am 1. Mai 2014 - 07:20

    Wenn ich die ständigen Klagen aus der konservativ-religiösen Ecke richtig deute, ist die heutige Gesellschaft weit mehr vom Geist der 68er geprägt als vom Nachkriegsmief.

    Damit lässt sich die sexuelle Revolution aber kaum als „gescheitert“ bezeichnen – ihr müsste vielmehr ein Erfolg bescheinigt werden. Es ist offenbar kaum so, dass sich kaum jemand die Verhältnisse vor 1968 wieder zurückwünscht.

    Lewitscharoff (und andere ihres Schlages) messen die Ergebnisse der sexuellen Revolution an ihren eigenen, katholischen (bei Lewitscharoff konservativen) Kriterien. Die 68er wendeten sich aber gerade GEGEN diese veralteten Wertvorstellungen. Dass die veralteten Werte heute keine große Rolle mehr spielen, ist daher ebenfalls als Erfolg der 68er zu bezeichnen.

    Kurzum: Der Erfolg der sexuellen Revolution ist an ihren eigenen Zielen zu messen – und nicht daran, was Dummschwätzer wie Lewitscharoff und Konsorten davon halten.

    Sonst könnten wir ja auch umgekehrt den Katholizismus als Erfolgsmodell bezeichnen, weil immer weniger Menschen die katholischen Lehren tatsächlich glauben. Das mag für uns ein Erfolg sein – es heißt aber nicht, dass die Kirche erfolgreich ist.

  10. #10 von Gottmagus am 1. Mai 2014 - 09:36

    Sagt die Frau, der man nicht ohne gute Gründe eine große Angst und Abscheu bezüglich Sexualität vorwirft. Daß eine solche Frau auch noch als Frau ohne Nachwuchs und ohne Willen solchen in die Welt zu setzen sich über niedrige Fertilität ausläßt, ist wirklich lustig. Gleich beschweren sich Nazis, daß es Nazis gibt. Eine gewisse Eva H. hat sich ja auch darüber ausgelassen, daß Frauen lieber arbeiten als ihren neuen Nachwuchs zu pflegen, obgleich sie selbst die frühkindliche Erziehung und Betreuung anderen überlassen hat.

    Die moderne Suche des Individuums nach einem Partner ist neu, früher gab es Beziehungen maximal als Abwechslung vor der Ehe, einer Zwangsgemeinschaft mit dem Ziel kleine Christen zu produzieren. Daß ein Wandel eine gewisse Zeit braucht, in der er für gewisse grundsätzliche Probleme sorgt, wie Beziehungsprobleme oder eine eine niedrige Fertilität, ist völlig normal.

  11. #11 von Mreins am 1. Mai 2014 - 10:28

    „… Übrig geblieben seien viele Menschen ohne feste Paarbeziehungen. «Besonders kompliziert hat es die Frauen erwischt» …“

    Vor der sexuellen Revolution gab es nur Menschen in glücklichen Paarbeziehungen und vor Allem Frauen hatten es da viel besser.

    Vor Lewitscharoff waren Literaten noch keine „Halbwesen“.

  12. #12 von Wolfgang Brosche am 1. Mai 2014 - 11:35

    Lewitscharoff konstatiert etwas, das sie mit einer religiösen Moral beurteilt, mit Zwangsnormen, die sie als Ideal hinstellt. In ihrem „Früher-war-alles-besser-Land“ waren Leute verheiratet aus Konvention; der gesellschaftliche-religiöse Druck zu heiraten und zusammen zu bleiben war größer. Ob dabei wirklich Zweisamkeit entstand, die sie hier so schwärmerisch bejubelt, ist fraglich.

    Tatsächlich gibt es aber ein Phänomen, das leider wenig beachtet wird und das mit religiösen Normen überhaupt nicht gelöst werden kann. Das Bundesgesundheitsministerium, immer auf der Suche nach Ursachen für die geringe „Reproduktionsrate“ schätzt, daß zwischen 15 bis 18 Prozent der Bevölkerung davon betroffen sind: Menschen jeglichen Alters, die noch nie eine emotionale und/oder sexuelle Beziehung hatten – unwillentlich versteht sich..
    In den 90er Jahren entstanden vor allem im angelsächsischen Raum erst Selbsthilfegruppen – in Deutschland erst 2012/13 – die „Absolute Beginners“ – so nennt die Wissenschaft (Psychologie, Soziologie) das Phänomen.
    Es handelt sich um Menschen, die sich eine Beziehung wünschen, aber aus vielfältigen Gründen gelingt es ihnen nicht, den Wunsch zu realisieren. Man braucht sich nur mal in seiner Bekanntschaft umzuschauen und wird viele „alleinstehende“ auch jüngere Menschen entdecken.
    Ihr Leidensdruck ist groß, aber sie verbergen ihr Problem oft.
    Ich habe mich in letzter Zeit beruflich it diesem Thema beschäftigt und festgestellt, daß diese Menschen – sozusagen durch die Bank – schon sehr früh in ihre Selbstwertgefühl gelitten haben. Der Wunsch zu Beziehung und Partnerschaft korreliert nicht mit ihren Fähigkeiten an sich und andere wirklich zu glauben. Es sind nicht die „allzu hohen Erwartungen“ (mag im Einzelfall so sei) – und der altväterliche Spruch „Jeder Topf findet einen Deckel“ ist für diese Menschen nur Hohn.
    Ihre Schicksale belegen, daß es nicht die „sexuelle Revolution“ ist, ganz selten der gesellschaftliche Druck an Idealen und Normen (z.B. die Erwartungshaltung der Eltern), aus denen die Beziehungprobleme (recht eigentlich ist ja das Problem überhaupt eine Beziehung zu finden) erwachsen.
    Also wohlgemerkt, s geht hier nicht um Leute, die einmal schlechte Erfahrungen gemacht haben und deshalb vor Partnerscahften zurückschrecken – es geht um Leute, denen trotz vieler Versuche eine Partnerschaft, selbst eine sexuelle Beziehung nicht gelingt.
    Früher nannte man sie Alte Jungfer oder Hagestolz – Menschen, die eine tiefe innere Trauer in sich tragen – Ursache wie bei fast jedem menschlichen Verhalten: eine das Individuum mißachtende frühkindliche Erfahrung/Erfahrungen.
    Frau Lewitscharoff, die ja offenbar selbst zu dieser Gruppe gehört, hat bereits ihre Kindheits-Erfahrungen publik gemacht -aber wie so oft weigert sie sich, ihr eigenes Leben und ihr eigene Familie zu betrachten – es ist leichter der „sexuellen Revolution“ die Schuld zu geben – ihr evangelikales Weltverständnis lenkt sie geradezu dahin.

  13. #13 von Uwe Kalkbrenner am 1. Mai 2014 - 16:40

    Sich von den Fesseln der dekadenten kirchlichen Doppelmoral zu befreien, war ein weitreichende Errungenschaft der Menschen. Über Jahrhunderte mischte sich der Klerus in das Sexualverhalten der Menschen ein. „Jedes Kind ist Gottgewollt“ oder „Jede Abtreibung ist Mord“! Diese und ähnlich lautende Aussagen haben für Fundamentalisten vieler Glaubensrichtungen heute noch eine weitreichende Bedeutung. Bis in die heutige Zeit fehlt es weltweit nicht an missionarischen Versuchen, die Vormachtstellung der Religionen per Gesetz- auch mit Waffengewalt- wieder zu etablieren.
    Wenn ich jedoch Mitschnitte von Veranstaltungen Evangikaler Fanatiker sehe, ist die Entfernung zur Massenhysterie und Massenpsychose mittels eines neuen Führerkults nicht mehr weit.
    Ein imaginärer Führer zwar, aber an Gefahr für die Demokratie nicht zu unterschätzen.
    Die gesellschaftlichen Auswirkungen solcher geistlichen Irrwege sind einer Frau Lewitscharoff und anderer Sympathisanten aus der Politik wohl nicht (mehr) bekannt?

  14. #14 von stephancologne am 1. Mai 2014 - 17:06

    Die ist doch nur frustriert, weil sie bei der sexuellen Revolution nicht mitspielen durfte…