Zulehner: Friede in Europa braucht „solide Religionspolitik“

Religionsforscher bei Seggauer Gespräch zu Staat und Kirche über weltanschauliche „Verbuntung“: „Wenn Menschen nicht mehr an Gott glauben, glauben sie allem“ – Kapellari: „Religion beseelt Zivilgesellschaft“ mit Grundwerten menschlichen Lebens

(…)

Die „konfessionellen Säuberungen“ im Zuge der Reformation und später die Religions- und Kirchenvernichtungspolitik der atheistischen totalitären Systeme hätten zu einem religiösen Kahlschlag in Ländern wie Tschechien, Ostdeutschland und Estland geführt, deren Gottlosigkeit weltweit einzigartig sei: „Viele dort haben schon vergessen, dass sie Gott vergessen haben.“ Bemerkenswert für den Theologen: Vorwiegend in protestantisch geprägten Ländern sei die „Aufnötigung des Atheismus“ gelungen, katholische wie Polen oder Kroatien bzw. orthodoxe wie Rumänien seien dagegen viel resistenter geblieben.

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  1. #1 von Gerry am 25. April 2014 - 13:47

    Vor allem durch Bemühungen im Bereich der Bildung solle in der Bevölkerung „Pluralitätstoleranz“ gefördert und jeglichem Fanatismus vorgebeugt werden

    Dieselbe „Pluralitätstoleranz“ die kürzlich die durchgeknallten Religioten an den Tag gelegt haben als es um Änderungen im Bildungsplan von BaWü ging?

    Wann lügt ein Politiker?
    Wenn er den Mund aufmacht.

    Wann redet ein Theologe Schwachsinn?
    Wenn er den Mund aufmacht.

  2. #2 von rkinck am 25. April 2014 - 14:24

    „“Religion beseelt Zivilgesellschaft” mit Grundwerten menschlichen Lebens“
    Seit Religion in Europa einen starken Rückgang erlebt, leben wir auch in einem einzigen Höllenloch. Ganz anders war es natürlich in der guten alten Zeit, als wir alle Christen waren und in Frieden unseren Wohlstand genießen konnten.

  3. #3 von deradmiral am 25. April 2014 - 15:02

    “Aufnötigung des Atheismus” … Der Atheismus wird hierzulande niemanden aufgenötigt. So ein Quark!

  4. #4 von Vimar am 25. April 2014 - 15:24

    Die konfessionellen Säuberungen sieht man immernoch in Nordirland.

  5. #5 von aranxo am 25. April 2014 - 16:13

    Ist doch vollkommen logisch, dass Atheismus sich in reformierten Gebieten mehr ausbreiten konnte. Der Protestantismus hat im Gegensatz zum Katholizismus das Selber-Denken erlaubt. Das führt in letzter Konsequenz zum Atheismus.

  6. #6 von Gottmagus am 25. April 2014 - 16:19

    Hm, der Protestantismus ist trotz seines Hangs wahnsinnige Fanatiker, die jeden Fundamentalkatholiken wie ein armes, kleines Würstchen aussehen lassen, sehr viel individueller als der Katholizismus und bietet deutlich mehr Schlupflöcher und Ablenkungen vom katholischen „Ich will Schaf und Sklave des Papstes und seiner Handlanger sein in alle Ewigkeit“. Der Katholizismus ist eine totalitäre, reaktionäre Ideologie, während man in protestantischen Ländern den Feudalismus abgeschafft hatte, weigerte man sich in katholischen noch. Der Widerstand des Katholizismus gegen Liberalismus, Humanismus und Aufklärung war intensiver, das ist Fakt, aber am Ende haben sich auch Spanien und co ergeben.

    Wer andere Religion mit Krieg, Völkermord, Zwangsbekehrung und co ausgelöscht hat, sollte sich wirklich nicht wundern, wenn das jemand mit einem selbst machen will und dabei waren die Kommis ja im Vergleich zu den Christen geradezu harmlos und menschlich.

  7. #7 von pufaxx am 25. April 2014 - 18:46

    … und wieder mal … sieht man Angst.

    Ob das nun Religioten, Astrologen, Homöopathen oder Antroprosophen sind … Kaum sehen die ihre Pfründe schrumpfen, werden Schuldige gesucht. Dass deren Denkmodell einfach Scheiße ist, kommt ihnen aber nicht in den Sinn.

    So wird Aufklärung schnell mal zur Aufnötigung.

    Au wei, ihr armen Spinnder. Wenn Eure Ideen nicht so dermaßen doof wären, hätte ich glatt Mitleid.