Protestantismus gehört zu den Fundamenten des Sozialstaats

Der Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Gerhard Wegner, hat die Bedeutung des Protestantismus für die Entstehung moderne Sozialstaaten hervorgehoben.

(…)

Schon Luther habe die Obrigkeit für soziale Aufgaben in die Pflicht genommen, erklärte Wegner. Die evangelische Theologie habe bei den Mächtigen allgemeine Fürsorge und soziale Verantwortlichkeit eingefordert und damit den Grund des modernen wohlfahrtsstaatlichen Denkens gelegt. Die ersten Sozialstaaten in Europa seien in konfessionell lutherisch geprägten Ländern entstanden. Dies gelte vor allem für Skandinavien, aber auch für Deutschland, wo die bismarckschen Sozialreformen das Fundament für das heutige Sozialsystem gelegt hätten.

weiterlesen:

[http://aktuell.evangelisch.de/artikel/93665/protestantismus-gehoert-zu-den-fundamenten-des-sozialstaats

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  1. #1 von Martin Schmidt am 7. April 2014 - 07:26

    Jaja, und der Nationalsozialismus hatte eine Bedeutung für die Demokratie:
    letzteres konnte trotz ersterem entstehen

  2. #2 von AMB am 7. April 2014 - 07:37

    Und warum kämpfen die christlichen Rechten in den USA so vehement gegen den Sozialstaat (Krankenversicherung etc.), den sie als gottlosen Kommunismus beschimpfen?

    Peinlich berührt Herr Wegner?

  3. #3 von drawingwarrior am 7. April 2014 - 08:08

    Noch 1525 kritisierte Luther in seiner Ermahnung zum Frieden das „hochmütige“ Verhalten der Fürsten. Erst nach der Weinsberger Bluttat schlug er sich eindeutig auf die Seite der Fürsten und verurteilte die Aufständischen scharf:

    „wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern […] man soll sie zerschmeißen, würgen, stechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, wie man einen tollen Hund erschlagen muss.“

    Seine Schrift Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern veröffentlichte Luther allerdings erst zu einem Zeitpunkt, als die Niederlage der Bauern bereits absehbar war.

    Nach 1525 verlor der Protestantismus seinen revolutionären Geist und zementierte, auch von Luther unterstützt, die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse mit dem Glaubenssatz „Seid untertan der Obrigkeit“.

    (Quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Bauernkrieg)

    Ohne Worte, aber mit erhobener Augenbraue.

  4. #4 von Gerry am 7. April 2014 - 09:01

    Na klar, Bismarck hat seine Sozialreformen ja wegen seines protestantischen Glaubens umgesetzt. Nicht weil er allem was links von ihm stand das Wasser abgraben wollte, nein, natürlich nicht. So politisch berechnend war DER sicher nicht!

    Elende Geschichtsklitterer!

    In 50 Jahren lesen wir dann dass die Evangelen immer von Vorkämpfer der LGBT-Bewegung waren. In 100 Jahren sagen die Katholen dann dasselbe.

  5. #5 von Willie am 7. April 2014 - 09:31

    Jetzt muss auch noch der alte Oddo, des deutschen „liebster“ Sozialistenhasser, für deren Quatsch herhalten. Zuerst hat er den Kirchen mal das Monopol der Ehe abgenommen und die Zivilehe eingeführt. Weitere „Reformen“ waren der industriellen Zeit und auch seinem Machtstreben zu verdanken. (Da waren auch Kriege mit eingeplant und da kommt es doch auch gut, wenn die Volksgemeinschaft für die „menschlichen“ Schäden danach aufkommen muss. )

    Ach ja, zur Religiösität des Bismarcks weiß Wikipedia folgendes zu berichten:

    Bismarck war Angehöriger der lutherischen Konfession. Den Religionsunterricht erhielt er von Friedrich Schleiermacher, der den Sechzehnjährigen in der Berliner Dreifaltigkeitskirche auch konfirmierte. Bismarck befasste sich in dieser Zeit mit Fragen der Religion hauptsächlich vom Verstand her und sah sich in ihr, von Hegel oder Spinoza beeinflusst, rückblickend eher als Deist und Pantheist denn als gläubiger Christ. Ein Atheist war er allerdings nie, auch wenn seine Umgebung ihn zumeist für einen gottlosen Spötter hielt.

  6. #6 von Martin Schmidt am 7. April 2014 - 11:20

    @#1
    Sorry, das sieht ohne Ironietags ein bisschen blöd aus.
    Das ist natrlich nicht ernst gemeint.

  7. #7 von Hal am 7. April 2014 - 11:50

    @Gerry

    Damals waren die Sozialdemokraten sehr anti-klerikal (keine Speichel-lecker wie Heute) und Bismarck hat nicht nur ihnen das Wasser abgegraben sondern gleichzeitig die evangelische Kirche gestärkt und die katholische bekämpft.