Wahrheit, in einer Person begründet

Die Philosophin Edith Düsing über das Widerspiel von Glaube und Vernunft und über die grosse Hoffnung nach Nietzsches Verzweif- lungsabsturz.

(…)

factum: Die Philosophie hat also Ihren Glauben nicht erschüttert?

Düsing: Nein, im Gegenteil. Die atheistischen Philosophen sind die kleineren Philosophen, sie haben schlechtere Argumente. Alle grossen Philosophen vor Jesus – Platon, Aristoteles – und nach Jesus – Augustinus, Descartes, Leibniz, Kant, Hegel – sind Theisten, also ihrem Denken nach gottgläubig gewesen. Es ist sehr interessant, dass man als Christ bereits bei Platon, der ja 400 Jahre vor Christus nichts von der Erlösung wusste, eine Ahnung im Hinblick auf Jesus finden kann. Er sagte in «Der Staat» mit «prophetischer Eindringlichkeit» (M. Hengel): «Der maximal Gerechte, der den Anschein der Ungerechtigkeit hat, der wird gegeisselt, gefoltert und gekreuzigt werden» (Politeia 361e). Auch in Bezug auf den Logos hatte er Erkenntnis, denn er nennt ihn den «Bildner des wunderbar geordneten Weltalls». Auch spricht er vom «Sohn» des über allen waltenden Gottes (Pol 506e).

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  1. #1 von HypocriticalHalo am 28. Februar 2014 - 21:08

    Da der Mensch nicht in der Lage ist, durch eigene Vernunft oder Willenskraft zu Gott zu gelangen, musste Gott sich selbst offenbaren, indem er Mensch und zugleich Gott war.

    Aber na klar, wenn Gott hat sich allen Menschen in Gestalt eines Zimmermanns vor 2000 Jahren, der selbst keine Aufzeichnung hinterlässt aber dafür eine Flut von Halbwahrheiten und Fälschungen hinter sich her zieht offenbart. Dass da die Vernunft nicht mehr mitkommt überrascht nicht.

    Theologie hätte mich zwar auch interessiert, aber ich hatte so viel Negatives über die historisch-kritische Theologie gehört, dass ich mich dem nicht aussetzen wollte.

    Depressivere atheistische Philosophen sind auch einfacher anzugreifen als Fakten und Beweise gell?

    Wer Gott verliert, verliert auch sein eigenes Selbst.

    Äh, ist das nicht ein Hauptpunkt des Christentums? Immerhin gabs da doch so ein Zitate von Jesus mit der Selbstverleugnung.

    Es ist sehr interessant, dass man als Christ bereits bei Platon, der ja 400 Jahre vor Christus nichts von der Erlösung wusste, eine Ahnung im Hinblick auf Jesus finden kann. Er sagte in «Der Staat» mit «prophetischer Eindringlichkeit» (M. Hengel): «Der maximal Gerechte, der den Anschein der Ungerechtigkeit hat, der wird gegeisselt, gefoltert und gekreuzigt werden» (Politeia 361e).

    Möp, falsch. Das Zitate lautet: „Sie werden also sagen: Wenn der Gerechte so gesinnt ist, wird er gegeißelt, gefoltert, in Ketten gelegt, an beiden Augen geblendet werden, und schließlich wird man nach allen Martern ihn ans Kreuz schlagen, damit er zur Einsicht kommt, dass es nicht das Richtige ist in dieser Welt, gerecht zu sein, sondern es nur zu scheinen.“
    Das hat absolut nichts mir Jesus zu tun, sondern eher damit das Gerechtigkeit ein sehr subjektiver Begriff ist.

  2. #2 von deradmiral am 1. März 2014 - 00:44

    Frau Düsing hat die Marburger Erklärung mitunterzeichnet: „Für Freiheit und Selbstbestimmung – gegen totalitäre Bestrebungen der Lesben- und Schwulenverbände“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Marburger_Erklärung_(2009)

    In dieser steht:
    „Wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen birgt praktizierte Homosexualität ein erhebliches gesundheitliches und psychisches Risiko. Dazu zählen überdurchschnittliche Anfälligkeit für AIDS, Geschlechtskrankheiten, Depression, Ängste, Substanzenmissbrauch (Alkohol-, Medikamente und Drogen) und Suizidgefährdung.“
    und
    „International ausgewiesene Wissenschaftler und klinische Therapeuten (u. a. Robert Spitzer, Columbia Universität, und die in der Organisation NARTH vertretenen Therapeuten) bezeugen mit ihrer Arbeit, dass Veränderung einer homosexuellen Neigung möglich ist.“

    Das hat zwar nichts mit ihren blödsinnigen Thesen zu tun, erhellt aber sicher den geistigen Hintergrund dieser Philosophin.

    Zum Thema muss man wohl einfach sagen, dass die These, dass weder die Existenz von Göttern noch deren Söhne nicht nur eine steile These ist, sondern bis heute unbewiesen. Wer seine Philosophen danach sortiert, ob sie den religiösen Wahnvorstellungen möglichst passend erscheinen, die muss sich nicht wundern, dass die religiösen Philosophen besser abschneiden. Die Tatsache, dass Frau Düsing eine Professur in Philosophie hat, zeigt vor allem, dass die Philosophie seit 100 Jahren in einer Krise steckt.

    Meiner Ansicht ist Philosophie (bis auf wenige Ausnahmen) nur noch eigene Nabelschau – eine historisch literarische Verarbeitung der Vergangenheit. Das Argument der Autorität ist in der Philosophie wohl statthaft. Und außer der Theologie fällt mir gerade keine andere „Wissenschaft“ ein, wo man mit solchen falschen Argumenten arbeiten darf.

  3. #3 von spritkopf am 1. März 2014 - 07:15

    factum: Doch Sie forschten unermüdlich weiter, was verschiedene Denkmodelle betrifft?
    Düsing: Ja, ich wollte gegen die Angriffe der Atheisten gewappnet sein und verstehen, wie sie argumentieren.

    Mir scheint, Düsing hat im Ganzen nicht verstanden, was Forschung bedeutet.

    Und nebenbei ist sie, das muss man leider so sagen, nur eines von zahllosen Beispielen dafür, dass die Philosophie als die selbsternannte Fakultät für Wahrheitssuche gescheitert ist.

  4. #4 von Noch ein Fragender am 1. März 2014 - 08:29

    Nach der Schule studierten Sie dann Mathematik und Philosophie.

    Merkwürdig: Bertrand Russell hat auch Mathematik und Philosophie studiert und kam zu ganz anderen Ergebnissen.

    Aber die atheistischen Philosophen sind die kleineren Philosophen … 😆

  5. #5 von K.Brückner am 1. März 2014 - 09:17

    Man kann sich seine Welt auch mit Gewalt zurecht philosophieren. Wenn nichts mehr hilft, dann greift man zu den üblichen Plattitüden wie, „Die Atheisten sind die kleineren Phjilosophen, haben die schlechteren Argumente“ und Ähnlichem. Tut mir leid liebe Frau Düsing, aus meiner Sicht haben Sie nicht nur schlechtere, sondern gar keine Argumente für die Existenz eines Gottes. Sie können sich nicht vorstellen das wir alle, dass alles aus dem Nichts entstanden ist. Und dann konstruieren Sie sich eine eigene Weltanschauung, die Ihnen alles erklärt. Wenn Sie schon der Meinung sind, dass alles einen Anfang haben muss, dann gilt das selbstverständlich auch für Ihren Gott. Wer hat ihn erschaffen, diesen aussergewöhnlichen
    Schöpfer, der für alles verantwortlich ist?

    K.Brückner

  6. #6 von Deus Ex Machina am 1. März 2014 - 13:27

    „Wahrheit, in einer Person begründet“

    –> Wieder mal hat jemand dieses außer Kontrolle geratene Stille Post-Spiel namens NT zu ernst genommen.

  7. #7 von Barkai am 1. März 2014 - 13:59

    „International ausgewiesene Wissenschaftler und klinische Therapeuten (u. a. Robert Spitzer, Columbia Universität, und die in der Organisation NARTH vertretenen Therapeuten) bezeugen mit ihrer Arbeit, dass Veränderung einer homosexuellen Neigung möglich ist.“

    Doof nur für die Homophobiker, dass Spitzer seine arbeiten zur reperativen threapie 2012 zurückgezogen hat und sich bei der LGBT-Minderheit für alles entschuldigt hat 😀
    [http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs10508-012-9966-y
    Das konnten sie zur Zeit der verfassung der mArbuger erklärung nicht wissen, dass das passieren würde, aber wenn diese Leute einen Hauch Interesse an Wissenschaft und Wissenschftlichkeit hätten (oder es wenigstens erfolgreich vortäuschen wollten), dann hätten sie die marburger Erklärung 2012 wenigstens überarbeiten müssen, wenn nicht gar ganz zurückziehen müssen.

    überhaupt ist frau Düsings Philosophie so weltbewegend, dass nur die deutschsprachige wikipedia weiß, wer sie ist.

  8. #8 von Elvenpath am 1. März 2014 - 15:25

    Noch so ein Vollidiot. Bei diesen religiös umnachteten Schwachköpfen ist eh alles zu spät.