Zollitsch: „Volk ohne Gott gleicht einer hohlen Fassade“

Auf dem Neujahrsempfang der Erzdiözese Freiburg hat sich der scheidende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) mit drastischen Worten über nichtreligiöse Gesellschaften geäußert. In seiner Ansprache bezog Robert Zollitsch sich ausdrücklich auf den renommierten Philosophen und Erfolgsautor Alain de Botton.

(…)

Dabei sagte er wörtlich: „Einem Volk ohne Gott fehlt die Mitte; ein Volk ohne Gott gleicht einer hohlen Fassade ohne wohnlichen Kern. Der Schritt ist nicht weit: Von einer geistig entkernten Gesellschaft zum gewissenlosen Menschen, der keine innere Verpflichtung mehr spürt; zum rastlosen Menschen, der um Stille und Besinnung nicht mehr weiß; zum apathischen Menschen, dem das geistliche Rückgrat gebrochen wurde; oder gar zum aggressiven Menschen, der (…) für Ideologien anfällig wird und seine innere Spannung und geistliche Not an anderen abreagiert.“

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  1. #1 von holey spirit am 18. Januar 2014 - 20:47

    Geschwätz ohne Sinn und Verstand gleicht einer hohlen Phrase.

  2. #2 von Randifan am 18. Januar 2014 - 20:49

    Dieser Mann verallgemeinert zu viel, um seine Propaganda ernst zu nehmen, historische und aktuelle Entwicklungen können seine Thesen nicht belegen.

  3. #3 von drawingwarrior am 18. Januar 2014 - 21:04

    Menschen in finalen Situationen reden manchmal wirres Zeug.
    Das der Gehirnparasit von Herr Zölltisch vor Angst Gift und Galle spuckt, wundert nicht überhaupt nicht. Zu erkennen, das am Ende eines Arbeitslebens das Konzept, dessen man sich verpflichtet sah langsam aber unaufhörlich im Scheißhaus der Geschichte verschwindet, ist schon bitte.
    Schade, aber nicht mein Problem.

  4. #4 von Netizen am 18. Januar 2014 - 21:17

    Einem Volk ohne Gott fehlt die Mitte; ein Volk ohne Gott gleicht einer hohlen Fassade ohne wohnlichen Kern.

    Bei Fassade denke ich eigentlich eher an die Kirchen, die alles tun, damit die geheuchelte Schönwetterfassade nur ja keine Flecken bekommt. Wie war das noch gleich 2012 mit der geschiedenen Kindergärtnerin in Königswinter? Der Pfarrer empfahl ihr, in einer anderen Stadt zu arbeiten, wo man von ihrem „sündigen“ Lebenswandel nichts wüßte. Also war nicht der vermeintliche „Ehebruch“ das Problem, sondern die Nestbeschmutzung.

    http://mfesser.de/blog/2013/gelebte-naechstenliebe#kindergarten

    Der Schritt ist nicht weit: Von einer geistig entkernten Gesellschaft zum gewissenlosen Menschen, […] oder gar zum aggressiven Menschen, der (…) für Ideologien anfällig wird und seine innere Spannung und geistliche Not an anderen abreagiert.

    Ein katholischer Dogmatiker warnt vor Ideologien? Warnt denn ein Dealer vor Drogen?

  5. #5 von Torchy am 18. Januar 2014 - 21:39

    Wie bitte? Gewissenlos? Aphatisch? Aggressiv? Herr Zollitsch, nur weil Sie ohne Gott so wären (und auch mit Gott nicht ganz frei davon scheinen), schließen Sie bitte nicht auf andere!

    Ich frage mich, wann diese Atheophobie endlich den verdienten Status des Rassismus erhält.
    Von einem „Volk ohne Christus“ hätte er sich wohl kaum zu reden getraut, dann wären die Antisemitismusvorwürfe auf ihn niedergegangen.

  6. #6 von Hinterfragerin am 18. Januar 2014 - 21:50

    „gewissenlosen Menschen, der keine innere Verpflichtung mehr spürt“ – falsche Dichotomie mein lieber Herr Zollitsch (Gott verpflichtet – niemandem verpflichtet). Um mich anderen Menschen und Lebewesen verpflichtet zu fühlen, brauche ich keinen Gottesbezug.

    „rastlosen Menschen, der um Stille und Besinnung nicht mehr weiß“ – da handelt es sich doch eher um eine Frage des individuellen Charakters. Auch zur kontemplativen Einkehr, mit Blick ins Feuer, zu den Sternen oder zu den Baumwipfeln hinauf bedarf es keines Gottesbezuges.

    „zum apathischen Menschen, dem das geistliche Rückgrat gebrochen wurde“. Was ist ein „geistliches Rückgrat“, und warum sollte man ohne Gottesbezug apathisch werden (zumal, wenn man gerade schon rastlos ist :-))?

    „gar zum aggressiven Menschen, der (…) für Ideologien anfällig wird“.. F.. you.
    Aggressionen und Ideologieanfälligkeit sind auch unter Gläubigen recht weit verbreitet… Atheismus schützt davor nicht, Glaube aber offensichtlich auch nicht..

    Ich habe ja auch Angst vor gewissenlosen, aggressiven und apathischen Menschen, aber weder sehe ich, dass die gesellschaftliche Tendenz in diese Richtung geht – bei allen Unkenrufen ist doch eher das Gegenteil der Fall! – noch liefert der Glaube hier irgendeinen Schutz, noch treibt das Nicht-Glauben einen Menschen in diese Richtung.

    Aber so ist das halt, Herr Zollitsch, wenn man einer Ideologie anhängt – wer sie nicht teilt, der ist per se ein böser Mensch, nicht wahr?

  7. #7 von deradmiral am 18. Januar 2014 - 21:52

    Da verwechselt Zollitsch was: Kirchen sind hohle Fassaden, in denen sinnlose Rituale aus vergangenen Tagen durchgeführt werden.

    Wieso man ein Gewissen bekommt, wenn man einem einem Glauben anhängt, der versucht die größtenteils inhumanen Aspekte seines heiligen Buches auszublenden, ist mir völlig schleierhaft.

  8. #8 von Gottmagus am 18. Januar 2014 - 22:35

    Der Vertreter einer Religion, die Weltreligion ist, weil sie gnadenlos alles eroberte, schändete und vernichte, was anders war, spuckt große Töne und spielt den pathetischen Eso-Guru, mei das ist aber niedlich. Nur werden weder sein Pathos, noch seine Lügen seine Kirche davor retten in der westliche Welt überflüssig zu werden und auszusterben.

  9. #9 von Wolfgang am 19. Januar 2014 - 09:18

    Das Christentum setzt voll auf die Dummheit der Gläubigen, sonst ist es nicht überlebensfähig. Aber es gibt immer weniger Dumme, die merken, das es mit dem erfundenen Gott und dem Jesulein nicht stimmen kann. Man kann auch ohne weiteres ohne Zollitsch leben, da gibt es bestimmt keine Zweifel.

  10. #10 von Martin Schmidt am 19. Januar 2014 - 10:26

    Übersetzung:
    „Wenn das Volk uns nicht aus Furcht vor imaginären Wesen Geld abdrückt, können wir uns die Inneneinrichtung aus Gold nicht mehr leisten.“

  11. #11 von Deus Ex Machina am 19. Januar 2014 - 10:42

    @ Netizen: „Ein katholischer Dogmatiker warnt vor Ideologien? Warnt denn ein Dealer vor Drogen?“

    –> Ja, und zwar vor denen der Konkurrenz.

  12. #12 von emporda am 19. Januar 2014 - 14:14

    Je besser sich Menschen in eine Wissens- und Leitungsgesellschaften integrieren und das notwendige Wissen für Beruf und Leben akzeptieren, je mehr ist Wohlstand, Rechtssicherheit und soziale Vorsorge Allgemeingut und paranoide religiöse Kulte rückläufig. Neben einer freien Wissenschaft ist die gesellschaftliche Wertung wissenschaftlicher Tätigkeit wichtig, ohne dass sich analphabetische Religioten beleidigt fühlen dürfen, ständig Sonderrechte fordern, aber die Menschenrechte negieren. Religiöse Gruppen verfolgen bewusst eine Politik der Parallel-Gesellschaft als Staat im Staate mit eigenem Rechtssystem aus der Bronzezeit. Je mehr sich eine Theokratur als faschistoider Despotismus unter einem all-wissenden Popanz etabliert, je schneller wird ein Land zum Elendsquartier der Mehrheit seiner Bewohner bei Unmengen Gold in nutzlos leeren Kirchen, endlosem Grundbesitz der Priesterkaste verbunden mit Drohungen von ewiger Höllenpein, Weltuntergängen und Glückseligkeit irgendwann im Nirgendwo.

  13. #13 von Uwe Kalkbrenner am 19. Januar 2014 - 17:14

    Dieser geistliche Schwachsinn des Herrn Zollitsch erinnert mich fatal an die größenwahnsinnigen und demokratiefeindlichen Sprüche der deutschen Vergangenheit vor etwa 80 Jahren.
    Damals wurde dem Volk suggeriert: Deutschland wäre ein „Volk ohne Raum“!
    Und die Kirchenmächtigen waren dabei ein bereitwilliger und willkommener Steigbügelhalter.
    Nur wenige Skeptiker wussten, dass diese Propaganda der Auftakt und die Rechtfertigung für das Entfachen eines zweiten Weltbrandes war.
    Es ist an der Zeit, das dieser Art der vorsätzlichen Verdummung durch ideologisches Kirchenvertretergeschwätz deutliche Grenzen gesetzt werden.
    Unser weltlich – kritisches Vernunftdenken lassen wir uns von diesen ultrakonservativen “ Spezies“ jedenfalls nicht entkernen.
    Um unsere Welt wohnlich einzurichten bedarf es ethisch gebildeter,verantwortungsbewusster,streitbarer Humanisten und keine, dem Jenseits zugeneigte Quacksalber.

  14. #14 von Deus Ex Machina am 19. Januar 2014 - 17:17

    Ah, da hat eine kleine Borgdrohne Angst davor, als Individuum für sich selbst denken zu müssen.

  15. #15 von andreasaa am 19. Januar 2014 - 17:27

    Er hat nichts verstanden und wird es nie verstehen.

    Er wurde einfach mit Religion erzogen und hat nie gelernt selbst zu denken.Startseite
    Traurig, dass manche die das Denken auch nie lernen wollen, solche Leute auch noch lobhudeln.

  16. #16 von Dieter Kaiser am 20. Januar 2014 - 23:55

    Solche Äußerungen über Ungläubige sind verletzend und arrogant. Es müsste ein „Blasphemie-Gesetz geben, das diese Ausdrucke bestraft.